Seit Mai fertig - aber nur fast

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Einsame Ampel bei Daumoos: Kein "Weltwunder", wie Eberhard Sohn vermutet, sondern nur eine besonders massive Leitplanke ensteht hier noch. Fotos Basler

Gars - Seit Anfang Mai ist die Baustelle eigentlich abgeschlossen. Umso mehr ärgert sich Eberhard Sohn bei jeder Fahrt auf der Staatsstraße 2352 von Gars nach Aschau.

Bei Daumoos am Hangrutsch ist ein Straßenstück immer noch nur einspurig befahrbar und seit Monaten passiert absolut nichts. Die Stelle sehe wie eine verlassene Baustelle aus: "Der Verkehr wird auf der sehr kurzen Strecke durch eine Ampelanlage geregelt. Nach wie vor stehen durchgestrichene Umleitungsschilder an der ehemaligen Umleitungsstrecke."

Dazu komme, dass die Ampel nicht optimal eingestellt sei und den Verkehr behindere, was der Umwelt keineswegs zuträglich sei.

Oft sind es die kleinen Dinge des Alltags, die Freude bereiten oder Ärger. Doch meist sind sie, gemessen an den wichtigen Dingen des Lebens, reine Nebensache. Manchmal betreffen sie einen Einzelnen, manchmal die Allgemeinheit. Die OVB-Heimatzeitungen geben solchen Anliegen in der Serie"Was mich freut - was mich ärgert" Raum.

Eberhard Sohn hat gehört, dass noch die Leitplanken ersetzt werden müssen: "Wenn dem so ist, scheinen diese zum neuen Weltwunder zu werden, nach dem nicht erkennbaren Fortschritt an der Baustelle zu urteilen. Sollte dieser Zustand noch weitere Monate oder gar Jahre andauern, erscheint es durchaus sinnvoll, wenigstens eine bedarfsgesteuerte Ampelanlage zu installieren", schlägt er sarkastisch vor.

Zum Lachen ist Christian Reichl vom Staatlichen Bauamt Rosenheim beim Blick auf diese Straße schon lange nicht mehr zumute: "Das ist sehr unglücklich gelaufen, es ist mir fast peinlich, die Verzögerung zu erklären." Die hat tatsächlich mit den Schutzplanken zu tun. Weil nach dem Ausbau die Absturzhöhe doch erheblich wäre, sind an dieser Stelle besonders massive Planken erforderlich. Als die Firma dafür mit dem Rammgerät anrückte, stellte sich jedoch heraus, dass eine wichtige Telekom-Leitung durch die Pfosten beschädigt werden hätte können. Also musste erst die Leitung verlegt werden, was dauerte. Dann war noch ein Baum im Weg, weil die Leitplanke nun deutlich länger wird. Bevor man den umschneiden konnte, musste er von einem Fachmann untersucht werden, um keine Vögel oder Fledermäuse zu gefährden - wieder eine Verzögerung. Und nun wartet man auf die Herbstferien. Denn während der Bauarbeiten können zwar Pkw, aber keine Busse durchfahren. Eine Umleitung aber wollte man dem Schulbusverkehr ersparen. Daher auch die noch nicht entfernten Umleitungsschilder, über die man sich in Gars ebenfalls schon wundert.

"Aber Ende Oktober geht die Sache über die Bühne - ganz sicher", so Christian Reichl.

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ba/Wasserburger Zeitung

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