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Unterstützung für Familie und Angehörige

Garser Verein „Sonne e.V.“ sucht Betreuer

Silvia Wolf ist die Initiatorin der Nachbarschaftshilfe „Sonne e.V.“
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Silvia Wolf ist die Initiatorin der Nachbarschaftshilfe „Sonne e.V.“

Der Garser Nachbarschaftsverein „Sonne e.V.“ kümmert sich seit 2008 um Senioren und Pflegebedürftige und ist auf der Suche nach Betreuern.

Gars – Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die mit zunehmendem Alter schwierig zu bewältigen sind: Einkaufen, Kochen, Putzen und im Garten werkeln. Hier hilft Sonne e.V. – das Soziale Nachbarschaftliche Netzwerk für Bürger aus Unterreit, Gars, Reichertsheim, Kirchdorf, Haag, Aschau und Jettenbach. Aber für Unterstützung werden Helfer benötigt – und diese werden zurzeit gesucht.

Angehörige sollen entlastet werden

Silvia Wolf ist die ehrenamtliche Einsatzleiterin und Initiatorin der Nachbarschaftshilfe. Sie hat den Verein 2008 gegründet. „Ich leite einen ambulanten Pflegedienst, aber Betreuung leisten wir eigentlich nicht – oder zumindest ist es vielen zu teuer. Ich wollte die pflegenden Angehörigen entlasten. So ist die Idee zum Verein entstanden“, erzählt Wolf. „Ich weiß, was Demenz für Angehörige bedeutet. Die Krankheit ist eine große Herausforderung.“

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Silvia Wolf stellte den neuen Verein anfangs überall vor, um helfende Hände zu finden. Heute hat der Verein 70 Betreuer. Mit dabei sind Hausfrauen, Rentner und jeder, der Zeit und Lust hat, sich um Senioren oder pflegebedürftige Menschen zu kümmern. Verpflichtend ist im Vorfeld eine Schulung, bei der die Mitglieder über den Umgang mit den Senioren angeleitet werden. An diese Schulung erinnert sich auch Amalie Wimmer aus Wang. „Man erfährt dort so viel, vor allem über den Umgang mit Demenzkranken. Vieles, was ich heute weiß, hätte ich damals gern bei der Pflege meiner Schwiegermama gewusst“, erzählt sie. Die 60-Jährige betreut seit mehreren Jahren Senioren über Sonne e.V. und weiß, wie kräftezehrend die Pflege von Demenzkranken ist. „Man ist ja quasi gefangen im Haus, ständig muss jemand da sein“, erinnert sie sich. „Ich bin froh, wenn ich den Angehörigen helfen kann, damit sie einkaufen oder zum Friseur gehen können.“

Außerdem genießt Wimmer die Zeit mit den älteren Mitmenschen sehr. „Wir schauen Fotoalben an und die Leute erinnern sich an früher. Da erfahre ich wahnsinnig viel über das damalige Leben, das ist sehr interessant.“

Beim Erstgespräch mit den Senioren könne man sich zum ersten Mal „beschnuppern“, berichtet Wimmer. „Natürlich gibt es auch welche, die einem ablehnend gegenüberstehen. Jeden kann man auch nicht mögen. Aber das ist eher selten. Die Meisten sind freundlich und freuen sich schon bald, wenn man wiederkommt.“

So sieht das auch Christa Pletschacher aus Haag. Sie ist seit vier Jahren beim nachbarschaftlichen Netzwerk tätig. Als die heute 72-Jährige in Rente ging, suchte sie noch eine Beschäftigung nebenbei. „24 Jahre lang war ich in der Stiftung Attl als Pflegekraft tätig. Mir hat einfach was gefehlt“, erzählt sie. „Und ich mache es wirklich gerne. Ich freue mich, wenn ich helfen kann und man bekommt so viel Dankbarkeit von den Leuten zurück. Natürlich war ich aufgeregt, als ich mich das erste Mal vorgestellt habe. Ich wusste gar nicht, was mich erwartet. Aber bis jetzt waren mir alle Pflegebedürftigen sympathisch. Da habe ich nur gute Erfahrungen gemacht“, sagt Pletschacher.

Wie ein Teil der Familie

Erwin Berger aus Gars ist ebenfalls seit vielen Jahren Mitglied der Nachbarschaftshilfe. Damals begann er als Gartenhilfe bei einer 90-jährigen Frau. Bis die Rentnerin fünf Jahre später aus gesundheitlichen Gründen ins Altersheim ging, war Berger bei ihr. Danach besuchte er sie auch noch weiter in der Pflegeeinrichtung.

Rund um Gars hilft der 63-jährige Rentner aus und in ganz seltenen Fällen auch über die Grenzen hinaus, wie für einen Herrn im Rollstuhl, der in Rechtmehring wohnt und den er ebenfalls seit etwa fünf Jahren betreut. „Ich fühle mich wie ein Teil der Familie und kenne ganz viele Angehörige. Wir trinken Kaffee und ratschen. Fast wie daheim“, lacht er. Für die Senioren sei es ein großer Schritt, um Hilfe zu bitten, erzählt Berger. Und ein weiterer Schritt sei es, die Unterstützung auch anzunehmen. „Da geht ein Stück Selbstständigkeit verloren, das müssen sich die Rentner erst einmal eingestehen“, erklärt er.

So wird man Helfer: Helfer müssen vorab Schulungen (insgesamt 40 Stunden) absolvieren, die auf mehrere Sitzungen verteilt sind. Dabei wird der Umgang mit Demenzkranken geschult, Ernährung und Verpflegung besprochen, hauswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt und Möglichkeiten der Alltagsbegleitung erklärt. Die erste Schulung ist am Dienstag, 18. Januar, um 14 Uhr im Pfarrheim in Gars. Anmeldung bis Montag, 17. Januar, unter Telefon 0 8 0 73 / 9 14 73 47. Die Mitglieder sind über den Verein haft- und unfallversichert. Die Aufwandsentschädigung beträgt neun Euro pro Stunde.