Nach Weggang von wichtiger Schaustellerfamilie in Gars

"Das Volksfest deswegen vor dem Aus? Auf gar keinen Fall!"

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links im Bild: Der Autoscooter der Familie Rilke, der künftig nicht mehr dabei ist. Rechts: Bürgermeister Norbert Strahllechner (FW).
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Gars am Inn - Die wichtige Schaustellerfamilie Rilke ist künftig nicht mehr beim Volksfest in Kloster Au dabei. Wir haben Bürgermeister und Festwirtsfamilie gefragt, was das für die Zukunft des Volksfests bedeutet.

"Es tut uns wahnsinnig leid, dass wir nach 54 Jahren heuer das letzte Mal nach Gars gekommen sind", betont Chefin Gabi Rilke. Die Schaustellerfamilie Rilke betrieb bisher den Autoscooter und waren auch die Generalbevollmächtigten für den Vergnügungspark. "Aber geschäftlich war das für uns einfach nicht mehr tragbar. Das Programm ist nur noch auf junge Leute und Partyvolk ausgerichtet, nicht mehr auf die Familien. Von Leuten, die nur Geld im Festzelt lassen haben wir nichts." 

Außerdem sei das Festprogramm im vergangenen und diesem Jahr nicht optimal für die Schausteller gewesen, beispielsweise der Beginn des Schaustellerbetriebs um 17 Uhr am Samstag. "Es war schon schwierig genug, heuer wieder andere Schausteller davon zu überzeugen, wieder zu kommen." Der Gemeinde habe sie daher nach dem Volksfest im vergangenen Jahr bereits mitgeteilt, dass es 2019 für sie das letzte Mal in Gars gewesen sei. 

"Das es für uns in Gars nicht mehr geht, finden wir auch wegen all der Leute aus Gars und dem Umland schade, die uns stets die Treue hielten und jedes Jahr vorbeigeschaut haben", erklärt Rilke abschließend."Bei ihnen möchten wir uns besonders bedanken. Viele waren sehr betrübt, als sie erfuhren, das wir 2020 nicht mehr kommen." 

Bürgermeister und Festwirtsfamilie: Zukunft des Vergnügungsparks nicht gefährdet

"Auch ich finde es sehr schade, dass die Rilkes nicht mehr kommen werden", erklärt Bürgermeister Norbert Strahllechner, "Schade finde ich es aber auch, dass ich davon erst gestern durch die Zeitung erfahren habe." Die Rilkes und auch die anderen Schausteller seien durchaus im vergangenen Jahr mit Beschwerden und Anregungen zu ihm gekommen. "Deshalb sind wir ihnen dann ja auch beim Platzgeld entgegengekommen und haben den für sie nicht rentablen Montag gestrichen." 

Es habe auch kein Versuch der Aussprache stattgefunden, betont er. "Das Volksfest deswegen vor dem Aus? Auf gar keinen Fall!", will Strahllechner klargestellt haben. "Natürlich ist es ein Verlust, keine Generalbevollmächtigten für den Vergnügungspark mehr zu haben. Aber dann müssen die Organisation halt Gemeinde und Festwirt übernehmen." Die Zukunft des Vergnügungsparks sei gesichert.

So sieht das auch Jürgen Hanetzok von der Festwirtsfamilie Hanetzok."Ich habe bereits die Zusage von einigen Schaustellern, dass sie wieder kommen wollen. Auch von anderen gibt es bereits Anfragen." Die Planungen für das kommende Jahr seien bereits am Laufen. "Insgesamt ist es dieses Jahr ja auch gut gelaufen. Der 'Tag der Tracht' am Sonntag war ein voller Erfolg. Den wird es mindestens in diesem Umfang, wenn nicht sogar größer geben." Die Unstimmigkeiten nach dem Volksfest 2018 hätten ausgeräumt werden können. 

Wie er und Strahllechner in ihrer Volksfest-Bilanz am Montag bereits eingeräumt hatten, habe es etwas weniger Besucher gegeben. Dies sei aber neben dem Wetter auch den Konkurrenzveranstaltungen im unmittelbaren Umfeld zu tun. "Klar, es ist bei uns aktuell noch so, dass durch den neuen Standort in Au nicht wie andernorts die Kinder und Familien einfach so zu Fuß zur Volksfestwiese spazieren können. Aber die Busverbindungen werden immer besser angenommen." 

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