Einvernehmen für Siebanlage verweigert

Umstrittene Kiesgrube Dörfl: Gemeinde leistet weiter Widerstand

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Gars am Inn - Die Kiesgrube in Dörfl war von Anfang an umstritten. Nun hat der Gemeinderat erneut das Einvernehmen für eine Anlage dort verweigert.

In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat, dem Antrag auf Aufnahme einer Siebanlage für die Kiesgrube Dörfl in das Genehmigungsverfahren nicht das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Die Kiesgrube ist bereits seit längerer Zeit umstritten.

"Das war ein logischer Schritt, nachdem wir bereits in der November-Sitzung der Kiesbrecheranlage bereits zum zweiten Mal das Einvernehmen verweigert haben", erklärte Bürgermeister Norbert Strahllechner (Freie Wähler) gegenüber innsalzach24.de. Die nachbarschützenden Belange und der Hinweis auf schädliche Umwelteinwirkungen wie auf Verunreinigungen, Lärm und Erschütterungen, welche zu unzumutbaren Belästigungen und Beeinträchtigungen des körperlichen und seelischen Wohlergehens der Anwohner führen müsse, würden zu sehr überwiegen. "Die Bedenken der Anwohner überwiegen für uns einfach!"

Schon von Anfang an Widerstand gegen Kiesgrube

Die Kiesgrube ruft bereits seit längerem Widerstand in Gars hervor. Bereits als vor zwei Jahren, im Mai 2016, zur Beratung anstand, ob der Einrichtung der Kiesgrube das gemeindliche Einvernehmen erteilt wird, wurde heftig im Gemeinderat diskutiert. Bei der Abstimmung waren damals nur drei Räte für das gemeindliche Einvernehmen gegenüber dem Projekt, der mehrheitliche Rest war dagegen. 

"Mir tut das im Herzen weh, wenn hier so ein massiver Eingriff in die Natur erfolgt", klagte damals Hildegard Brader (Freie Wähler). 

Projekt ist privilegierte Nutzung

Bereits damals wies Bürgermeister Strahllechner darauf hin, dass im Flächennutzungsplan für diesen Bereich eine landwirtschaftliche Nutzung eingetragen sei. Doch nach Informationen des Landratsamts solle Kiesabbau als privilegierte Nutzung gelten. Somit sei es konform mit dem Flächennutzungsplan.

Entsprechend wies auch das Landratsamt bereits darauf hin, dass das gemeindliche Einvernehmen für die Kiesbrecheranlage aus bauplanungsrechtlicher Sicht rechtswidrig verweigert wurde, schließlich handle es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben, wie die Wasserburger Zeitung berichtete.

Rubriklistenbild: © dpa (Symboldbild)

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