Unterwegs bei Gars mit der Wasserwacht

Was tun wenn jemand in Wassernot gerät? Das sollten Sie wissen

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links: Wasserwacht-Wachleiter Raphael Rumpf
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Gars am Inn - Besonders im Inn geraten immer wieder Menschen in Wassernot. innsalzach24.de hat die Wasserwacht Waldkraiburg bei einer Übung begleitet:

Immer wieder sind die Wasserretter in der Region gefordert. Zuletzt kam es beispielsweise Ende Juni zu einem Einsatz wegen eines in Not geratenen Anglers  am Tachinger See. Der Mann konnte zwar lebend gerettet werden, erlag jedoch am Mittwoch an seinen schweren Verletzungen. Wenige Tage zuvor musste die Wasserwacht auch im Landkreis Mühldorf an den Inn ausrücken. Es war nicht auszuschließen, dass ein junger Mann in den Inn gesprungen war. Diese Befürchtung konnte jedoch später ausgeräumt werden.

Auch an diesem Freitagnachmittag ist die Wasserwacht aus Waldkraiburg auf dem Inn bei Gars unterwegs. Allerdings ist es diesmal glücklicherweise nur eine Übung. Es wird geübt, wie eine Person aus dem Inn gerettet wird. Dies ist auf Grund der derzeit recht starken Strömung eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Die Frauen und Männer der Wacht legen sich jedoch ordentlich ins Zeug und absolvieren die Übung souverän. 

Einsatz und im Video:

Im Interview mit innsalzach24.de berichtet Wasserwacht-Wachleiter Raphael Rumpf, was jeder wissen sollte, wenn man selbst oder andere in Wassernot geraten und mehr:

innsalzach24.de: Wie sollte man sich verhalten, wenn man jemand in Wassernot sieht?

Raphael Rumpf: Das erste was man tun sollte ist den Notruf unter der Rufnummer 112 absetzen. Hierbei spielt die möglichst genaue Ortsangabe eine große Rolle und wie viele Personen betroffen sind. Wenn möglich dem Betroffenen Schwimmreifen oder Auftriebsmittel zuwerfen und gut zureden. Man sollte sich auch allerdings nicht selber unnötig in Gefahr begeben.

innsalzach24.de: Wie sollte man sich verhalten, wenn man selbst in Wassernot gerät?

Rumpf: Das wichtigste in erstmal Ruhe bewahren! Dann sollte man sich umgehend Bemerkbar machen und um Hilfe rufen und ggf. mit den Armen winken. Wichtig ist auch, dass man seine Kräfte einteilt um sich möglichst lange über Wasser zu halten.

Bilder von der Übung:

Rettungsübung der Wasserwacht Waldkraiburg auf dem Inn bei Gars

innsalzach24.de: Wie kommt es meistens zu Unglücken und was kann man daraus lernen?

Rumpf: Meist passieren solche Unfälle durch Unachtsamkeit und Selbstüberschätzung. Leider passieren solche Unglücke auf des Öfteren in suizidaler Absicht. Wichtig ist, das man Achtsam im Wasser umgeht und sich nicht selbst überschätzt, schon die besten Schwimmer gerieten in Wassernot.

innsalzach24.de: Wie läuft ein Einsatz in der Regel ab?

Rumpf: Als erstes läuft der Notruf in der Integrierten Leitstelle auf, diese Alarmiert dann die zuständigen Wasserrettungsbehörden. Nun werden unsere Einsatzkräfte durch Funkmeldeempfänger alarmiert, diese begeben sich unverzüglich an die Rettungsstation. Von dort aus wird dann die Einsatzstelle mit Blaulicht und Martinshorn angefahren. Bei Eintreffen wird dann situationsgerecht mit dem Rettungsboot und den richtigen Personal (Wasserretter, Taucher, Bootsführer) gehandelt. Wenn die Person gerettet wurde beginnt bereits auf dem Rettungsboot die medizinische Notfallversorgung.

innsalzach24.de: Wie ist die Wasserwacht ausgerüstet?

Rumpf: Wir verfügen innerhalb der Kreiswasserwacht über fünf voll ausgestattete Gerätewagen Wasserrettung und insgesamt vier Rettungsbooten. Ergänzend hinzu kommt das Einsatzleitfahrzeug und unser ganzer Stolz, das Tauchereinsatzfahrzeug. Dieses wurde im Januar 2016 von einem handelsüblichen Rettungswagen, durch viel Fleiß und Engagement von unseren ehrenamtlichen Mitgliedern geplant und umgebaut. Mit diesem Fahrzeug können sich bis zu vier Taucher ausrüsten und bei Eintreffen am Einsatzort sofort agieren.

innsalzach24.de: Was muss man mitbringen, um bei der Wasserwacht mitzuwirken?

Rumpf: Generell darf jeder ab dem fünften Lebensjahr der Wasserwacht beitreten. Wichtig ist das der Interessent Freude am Sport und Spaß am Helfen hat. Meist eigenen sich hierfür immer die sogenannten "Wasserratten". Ab dem 16. Jahr wechseln die Jugendmitglieder dann zu den Aktiven. Bereits hier können Ausbildungen wie Wasserretter oder Taucher begonnen werden. Das tolle an der Wasserwacht ist, dass für jeden Geschmack was dabei ist – so findet jeder seine Lieblingstätigkeit und kann damit anderen sogar helfen.

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