Bürger aus Gars-Bahnhof gegen Geothermie

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Das Gelände hinter den Bürgern soll für die Geothermie verwendet werden
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Gars - "Geothermie in unserem Ort - Nein danke!" Bürger aus Gars-Bahnhof sind schockiert: Mitten im Wasserschutzgebiet im Ortsteil soll bald eine Geothermieanlage entstehen.

Viele Bürger sind gegen die Geothremie-Pläne und fordern deshalb die Gemeinderäte dazu auf, sich intensiv mit dem vorgesehenen Projekt zu beschäftigen. „Die Gemeinderäte wurden von uns angeschrieben, unser Antrag liegt im Rathaus, nun wollen wir, dass unsere Fragen zum Geothermieprojekt in der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt werden“, heißt es von Anwohnern der Innwerksiedlung in Gars-Bahnhof. Dort haben derzeit 30 Bürger Bedenken gegen die Geothermie in Gars-Bahnhof. Dringend bitten sie, dass sich die Gemeinderäte mit dem Thema intensiv auseinandersetzen und die Ängste der Einwohner ernst nehmen.

Lesen Sie hier: Bürgermeister will Bürger über Geothermie informieren

Wichtigste Frage in Gars: „Wieso dürfe ein Geothermie-Projekt in einem Wasserschutzgebiet realisiert werden?“ Des Weiteren interessiere die Betroffenen, welche Meinung die Räte zum geplanten Geothermie-Projekt haben und ob die Tiefen Geothermieanlage in Gars-Bahnhof zu viele Nachteile für die Bürger bringen könnte.

Der Wortlaut des Fragenkataloges kann unter www.geothermie-gars.info abgerufen werden.

In einigen Orten der Region haben sich Bürger bereits gegen ein Geothermieprojekt im eigenen Wohnort ausgesprochen, die Probebohrungen liefen dennoch und die Bürger standen machtlos neben den Maschinen, ein Zusammenhang zwischen den Geothermie-Bohrungen und Schäden an privatem Eigentum wurde angezweifelt.

Ist das Trinkwasser in Gefahr?

An der vorgesehenen Stelle im Ortsteil Gars-Bahnhof ist ein unterirdischer See vorhanden, der eines der wichtigsten Lebensmittel, nämlich das Trinkwasser für eine ganze Region liefert. Die Bürger haben Angst davor, dass das unterirdische Grundwasser-Reservoir, das von Prutting bis zum Inn reicht, durch die Bohrungen gefährdet würde. Nun haben sich einige Bewohner zusammengetan, wollen weiter Fragen stellen und auch Mitbürger dazu aufrufen, das Projekt zu hinterfragen. „Diese geplante Tiefen-Geothermie geht uns alle an“, heißt es von den Anwohnern.

Nicht nur die Bürger aus Gars-Bahnhof, auch diejenigen aus dem Ort Mittergars hätten mit eventuellen Auswirkungen unmittelbar zu tun. Hinter der Häuserreihe der sogenannten Innwerksiedlung ist vorgesehen, dass eine Tiefen-Geothermie-Anlage realisiert wird.

Die Bohrungen dazu gingen einige Tausend Meter nach unten und müssen dabei einen Mindestabstand bis zu einem Kilometer zueinander einhalten, wobei die intensive Wasserbewirtschaftung unterirdisch mehrere Quadratkilometer beansprucht. Dabei sei klar, so regionale Geothermie-Gegner, dass durch diese Art unterirdischer Gabelungen unterhalb weiterer Ortsteile der Gemeinde diese auch beispielsweise mit Seismik durch die notwendigen Hydraulischen Stimulationen (Fracking) betroffen seien.

Gemeindeoberhaupt zeigt sich gesprächsbereit

Bürgermeister Norbert Strahllechner hat sich anfänglich aufgeschlossen gezeigt und eine Geothermieanlage in Gars als denkbar bezeichnet. Die Meinung der Bürger sei ihm aber wichtig, heißt es in einem Interview.

Die Fragen der Bürger an die Gemeinderäte und den Rathauschef sollen in der nächsten Sitzung nach der Sommerpause behandelt werden. Die Bürger fordern Antworten ein und möchten, dass sich die Räte Gedanken um das Bürgerwohl machen. „Geothermie ist ein sensibles Thema, wir Bürger aus Gars haben doch ein Recht darauf, Informationen zu diesem Projekt zu bekommen“, sind sich die Geothermie-Gegner einig. Wichtig sei, nicht nur die Gemeindevertreter zu sensibilisieren, sondern auch die Mitbürger dazu aufzurufen, die mögliche Geothermianlage Gars in unmittelbarer Nähe zum Wasserschutzgebiet im Ortsteil Innwerksiedlung, zu hinterfragen.

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