Seismische Untersuchungen in Gars und Schnaitsee

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Das Team von Future Water Energy GmbH. Am Schnaitsee wird nach Thermalquellen gesucht.

Schnaitsee - Die Future Water Energy GmbH startet seismische Messungen in Gars am Inn und Schnaitsee. Dabei suchen erfahrene Spezialisten Thermalwasserlagerstätten.

Die Future Water Energy GmbH (FWE) startet in den Gemeinde­ gebieten von Gars a. Inn und Schnaitsee die angekündigten seismischen Untersuchungen, um Thermalwasserlagerstätten zu orten. Die Untersuchungen, die ausschließlich in ausge­ wiesenen bergrechtlichen Aufsuchungsfeldern stattfinden, unterliegen der Aufsicht des Bergamtes Südbayern. „Modernste geothermische Anlagen können dank der Thermallager­ stätten, die bis zu 4.000 Meter tief in der Erde liegen, ökologisch wertvoll Strom und Heiz­ energie gewinnen“, erklärt Matthias Hiegl, Geschäftsführer des Grünwalder Unternehmens FWE. So könnten Verbraucher von anderen Formen der Energieerzeugung unabhängig werden. Für die Untersuchungen wurde das international tätige Explorationsunternehmen Geofizyka Torun beauftragt, das bereits in Kirchweidach erfolgreich den Untergrund er­ forschte. Die Koordination der Arbeiten hat die Firma IPS Informations & Planungs­service GmbH aus Celle übernommen.

Enge Zusammenarbeit mit Verantwortlichen

Die seismischen Untersuchungen werden im April abgeschlossen sein. Im vergangenen Jahr wurden bereits im wenige Kilometer entfernten Kirchweidach solche Untersuchungen durch­ geführt, mittlerweile wird dort nach entsprechend lokalisierten Thermalquellen gebohrt. Mat­ thias Hiegl: „Wir haben in Kirchweidach ebenso wie jetzt in Gars und Schnaitsee bei den Vorarbeiten der Untersuchungen eine breite Zustimmung der Behörden und der Bevölkerung erfahren. Wir freuen uns über die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Grundstückseigentümern.“

Dreidimensionales Bild dank Vibrationsseismik

Mit diesen Offroadern geht es auf Erkundung.

Das 97,5 Quadratkilometer große Aufsuchungsfeld wird mittels Vibrationsseismik systema­ tisch nach unterirdischen Thermalwasserreservoirs durchleuchtet. In diesem Verfahren, das der medizinischen Ultraschalluntersuchung ähnelt, senden drei Spezialfahrzeuge Schallwel­ len in den Untergrund, die sich in die Tiefe ausbreiten und von Gesteinsschichten unter­ schiedlich reflektiert werden. Hochempfindliche Signalempfänger, sogenannte Geophone, erfassen an der Oberfläche die zurückgeworfenen Impulse. Die Fahrzeuge bewegen sich dabei vorwiegend auf dem vorhandenen Wegenetz. Sind einzelne Anregungspunkte für vibroseismische Fahrzeuge nicht zugänglich, wird mittels Schussseismik der Untergrund erforscht. Die erzeugten Schwingungen sind an der Oberfläche von Mensch und Tier kaum wahrnehmbar. Mit den gewonnenen Daten erhalten die Geologen ein dreidimensionales Bild des Untergrunds und können bestimmen, wo sich geeignete Thermalwasservorkommen be­ finden.

Geschlossener Wasserkreislauf

„Mit den Messergebnissen können wir die hydrothermalen Verhältnisse im Untergrund genau bewerten. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, anschließend erfolgreich nach heißem Wasser zu bohren“, erläutert Hiegl. Damit wäre der Weg frei, umweltfreundlich Strom und Wärme zu erzeugen. Dies geschieht in einem möglichen Geothermiekraftwerk mit Hilfe eines geschlossenen Wasserkreislaufs. Das Wasser wird an die Oberfläche gefördert, wo es Ge­ neratoren zur Stromerzeugung antreibt und das Fernwärmenetz mit Heizenergie beschickt. Anschließend wird das Wasser wieder zurück in das Thermalreservoir im Untergrund gelei­ tet. Auf diese Weise ist eine Strom­ und Wärmegewinnung möglich, die im völligen Einklang mit der Natur steht.

Pressemitteilung Future Water Energy GmbH

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