Freibad kein Grund für Rabatt

Haag - Immer wieder sorgen die Erschließungskosten für Diskussionen - diesmal in der Haager Freibadstraße.

Die Anwohner hatten in einem Schreiben verlangt, die Freibadstraße solle nicht dem anschließenden Baugebiet zugeordnet, sondern separat behandelt werden. Dem widersprach Rechtsanwalt Claus Deißler, der die Gemeinde Haag berät. Der Ausbau der Freibadstraße diene eindeutig der Erschließung des Wohngebietes: "Es geht nicht um die Erschließung des Freibads, sondern um das Baugebiet." Wenn die Anwohner den Ausbau wollten, müssten sie sich beteiligen. Die Gemeinde habe zehn Prozent der Kosten zu tragen. Sie könne einen Erschließungsvertrag abschließen und auch eine Erschließungseinheit anstreben.

Richard Steiner vom Ingenieurbüro Infra erläuterte die Kosten. In der ersten Variante der breiten Straße käme das Projekt auf 660 000 Euro. Die Reduzierung der Breite, wie von den Anwohnern gewünscht, spare wenig ein: Variante zwei lag bei 620 000 Euro. Nach neuen Richtlinien seien Borde nötig. Auf die alte Trasse der Freibadstraße brauche keine Rücksicht genommen werden, da der Unterbau wohl nicht verwendbar sei, so der Fachmann. Die Brücke bedinge eine Einengung. Im Anschluss könne man die Straße wieder zur festgelegten Breite ausbauen.

Der Weg entlang des Mühlbachs diene nicht der Erschließung des Baugebietes, sondern der Unterhaltung der Grundstücke, wurde klar gelegt. Nicht gelten lassen wollte Rechtsanwalt Deißler das Argument von Zweitem Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU), die Freibadstraße sei auf Grund der Besucher der Badeanlage stark frequentiert. Deshalb müsse die Gemeinde tiefer als mit zehn Prozent in die Tasche greifen. Ähnliche Gründe könnten die Anwohner vieler Straßen einbringen, so Deißler.

Die Grundstückseigner hatten auch einen Zeitplan verlangt, nach dem im kommenden Frühjahr mit dem Bauen begonnen werden soll. Demgegenüber verwies Richard Steiner auf die "vielen Unwägbarkeiten". Rechtsanwalt Claus Deißler listete die noch ausstehenden komplizierten Verträge auf bis hin zum Einheimischenmodell, dem Abrechnen der Ringstraße und der Ausgleichsflächenberechnung. Seiner Meinung nach gebe es zum Baubeginn im Frühjahr 2012 kein Hindenken. Dazu komme es "wohl ein Jahr später".

Der Bauausschuss einigte sich schließlich einstimmig darauf, mit den Eigentümern nochmals Gespräche zu führen, ob sie nach wie vor Interesse am Bauen hätten, um dann weitere Schritte einzuleiten. Mit sieben gegen zwei Stimmen verständigte man sich auf die Variante zu 620000 Euro, die einen Gehsteig von zwei Metern Breite beinhaltet. Einstimmig hielt man abschließend fest, im Sinne der Anwohner die Verfahrensschritte und Baugrunduntersuchung schnell vorzunehmen.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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