Fördermittel gehen an Kinderkrippe

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Haag - Der Verwaltungsausschuss entschied, wie die Fördermittel für Kinder unter drei Jahre künftig verwendet werden.

Egon Barlag, der als Dritter Bürgermeister die Sitzung des Ausschusses leitete, erläuterte die Gesetzeslage. Der Staat fördere die Betriebskosten für die Kinder unter drei Jahre. Den entsprechenden Berechnungsschlüssel habe man von 2,0 auf 2,42 erhöht. Das entspreche einer Summe von 372,25 Euro pro Kind. Bisher sei die Bedeutung dieser Fördermittel nicht ins Gewicht gefallen, da es in den Kindergärten wenige Kinder unter drei Jahren gab.

Durch die Schaffung der Kinderkrippe in Nachbarschaft zum katholischen Kindergarten an der Berger Straße ändert sich das. Laut Kämmerer Manfred Mörwald erhielt die Gemeinde als Empfänger der Fördergelder seit zwei Jahren im Durchschnitt 3000 Euro pro Jahr. Ab kommendem Kindergartenjahr im September zähle man dann aber 24 Kinder mit Anspruch auf die 372 Euro. Diese Gelder würden neben der bisherigen staatlichen Förderung zusätzlich gezahlt.

Nun bestehe, erläuterte Egon Barlag (Freie Wähler Haag) die Möglichkeit, dass die Gemeinde die Fördermittel gleich an die betreffende Institution weiterreiche oder sie verrechne, da Defizite in der Regel anfallen und ausgeglichen werden müssen. Der Ausschuss müsse eine Vereinbarung treffen.

Sissi Schätz (SPD) forderte, das Geld ausschließlich für die Kinderkrippe zu verwenden, da es dafür in erster Linie gedacht sei. Diese erhöhte Förderung solle durchaus bei der Defizitberechnung berücksichtigt werden.

Ob Krippe oder Kindergarten, bleibt nach Thomas Sax, Beauftragter des katholischen Kindergartens Arche Noah, egal. Zumindest bei den Finanzen werde beides zusammen behandelt. Für Kinderkrippe wie für Kindergarten gebe es wie für eine Firma eine Leiterin. Es sei weniger entscheidend, ob man da noch "hin- und herrechnet", sondern dass man den richtigen Stellenschlüssel zur Inanspruchnahme der Förderung finde.

Der Staat zahle mehr Geld, weil der Aufwand größer sei, so Ludwig Schletter (CSU). Kämmerer Manfred Mörwald fügte an, der Träger der Einrichtung erhalte sein Geld sowieso über die Defizitvereinbarung. Die Gemeinde fange das Minus auf. So gäbe es zwischen Gemeindekindergarten und katholischem Kindergarten momentan nur einen "Knackpunkt", den Anstellungsschlüssel: "Der größte Kostenblock ist das Personal." Die Einrichtung bleibe demgegenüber sekundär.

Einstimmig entschied der Ausschuss, die Fördermittel ab dem Kindergartenjahr 2011/2012 direkt an den Träger durchzuleiten.

Im Rahmen der Neuerungen, die vor allem im katholischen Kindergarten für die Personalstruktur geplant sind, berichtete Thomas Sax von dem Vorhaben, eine Mittagsbetreuung und neue Buchungszeiten einzuführen. 15 Anfragen bestünden für das Mittagessen, das den Eltern pro Tag drei Euro zusätzlich kosten soll. Die detaillierten Gespräche zur Umsetzung habe er, so Thomas Sax, noch nicht geführt. Eine normale Haushaltsküche stehe schon mal zur Verfügung. Die Frage, wer da künftig am Kochtopf stehe und das Essen zubereite, konnte er noch nicht beantworten.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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