Feuerschützen mit langer Tradition

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Stolze Garser Feuerschützen im Jahr 1905.

Gars - Mit einem Festwochenende feiert die "Feuerschützengesellschaft 1860 Gars am Inn" von kommendem Freitag bis Sonntag, 25. Juli, ihr 150-jähriges Bestehen.

Es gibt ein Weinfest am Freitagabend mit der Band "Bierfuizl", einen bayerischen Abend am Samstag mit der Garser Musikkapelle und der Showgarde "Lengmooser Traumtänzer" sowie das mit den Garser Ortsvereinen gefeierte Gründungsfest am Sonntag mit Gottesdienst, Festzug, Schützenheimweihe und Ehrungen.

Zum Abschluss gibt es dann am Sonntagabend in der Sporthalle des Gymnasiums Kabarett von und mit Hans Klaffl "40 Jahre Ferien - Ein Lehrer packt ein". Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Karten gibt es noch im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank Gars.

Die Vereinschronik der Garser Feuerschützengesellschaft zeigt viel Interessantes auf: Nachdem bereits um 1680 eine Schießstätte im "Elend" am Burgfrieden des Marktes Gars zwischen der heutigen Johannesgasse und der Marktstraße unterhalten wurde, gründete man 1850 den heutigen Verein als Zimmerstutzengesellschaft. Im 25. Jubiläumsjahr 1885 werden unter anderem ein Schießen im Saal der "Eisgruberschen Brauerei" (dem späteren Gasthaus Neheider beziehungsweise Fischer) sowie der Besuch seiner königlichen Hoheit Prinz Arnulf auf einer Innplätte erwähnt.

1903 riefen dann Bürger aus Markt Gars und Klostergars als Vereinigung von zwei Zimmerstutzengesellschaften die königlich-privilegierte Feuerschützengesellschaft Gars ins Leben. Die Schießstätte befand sich schon damals auf einem Grundstück am linken Innufer, allerdings in der Gemarkung Stadel. 1926 gründete der Verein zusätzlich eine Abteilung für Kleinkaliberschießen. Nach dem Bau der Staustufe Gars fiel das Schießgelände dem aufgestauten Inn zum Opfer, der Wald mit der Schießhütte wurde verkauft.

Die FSG Gars erwarb im Gegenzug das heutige Grundstück bei der Innbrücke und errichtete 1941/42 dort eine Schießanlage mit einem offenen Kleinkaliberstand, die während der Einstellung des Betriebes von 1944 bis 1949 wieder verfiel.

Seit 1950 veranstaltete man dann die Schießabende im Nebenzimmer des Gasthauses Neheider, später ging man dem Schießsport im Keller des Cafés Stängl nach. 1960 vereinigten sich die Schützengesellschaft Gars und die Feuerschützengesellschaft Gars.

In der Folge wurden 1961/62 beim Schützenhaus am Inn drei Stände über 50 und 100 Meter für das Kleinkaliberschießen und zwei Pistolenstände über 25 Meter errichtet. Die neue Anlage nutzten auch Behörden wie Polizei und Bundespost sowie die Jäger aus der Region.

1974 entstanden schließlich acht moderne Luftgewehrstände, das Schützenhaus wurde unter der Bauleitung des späteren Schützenmeisters und heutigen Bürgermeisters Norbert Strahllechner komplett umgebaut. 1988 weihte die FSG Gars ihre aktuelle Fahne und eine neu errichtete 25 Meter lange geschlossene Kleinkaliber-Schießanlage.

Am 4. Dezember 2007 fiel das stets gut instandgehaltene Schützenhaus mit den Schießständen - der nachträglich angebaute Gebäudeteil war Monate vorher erst kostenaufwendig neu eingedeckt worden - einer Brandstiftung zum Opfer. So musste man sich daran machen, ab 2008 in 3560 freiwilligen Arbeitsstunden und unter der Beteiligung von fünf Fachfirmen sowie zahlreichen Gönnern und Helfern das jetzige moderne Schützenheim zu errichten, das im Rahmen der 150-Jahr-Feier am kommenden Wochenende eingeweiht wird.

ba/Wasserburger Zeitung

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