Die Rechnung für die Maibaum-Farbe

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Frisch glänzte der Garser Maibaum am 1. Mai. Die Farbe dafür müsste eigentlich beim Fest leicht hereingekommen sein, fand der Gemeinderat. 

Gars - Das ging den Gemeinderäten zu weit: Die Feuerwehr wollte die Farbe für den Maibaum erstattet haben. Man wollte keinen Präzendenzfall schaffen und lehnte ab.

"Keinen Präzedenzfall schaffen", dazu entschied sich der Ausschuss. Unter den Zuschussanträgen im Garser Haupt- und Finanzausschuss war auch der von der Feuerwehr Markt Gars. Für die heuer aufgestellten Maibäume in Gars und Mittergars sollte die Farbe im Wert von rund 770 Euro erstattet werden.

Kosten sind "wohl locker wieder hereingekommen"

Bürgermeister Norbert Strahllechner war zwar "sehr froh" über das große Engagement der beiden Feuerwehren und anderer Vereine beim Maibaumaufstellen. Allerdings seien bei den Feiern dank der guten Organisation auch beträchtliche Einnahmen erzielt worden, die Kosten also "wohl locker wieder hereingekommen". Es sei auch überhaupt das erste Mal, dass so eine Rechnung gestellt worden sei.

Da außerdem im Vorfeld nicht über eventuelle Defizite und deren Ausgleich geredet worden war, und auch um Präzedenzfälle zu vermeiden, stimmte der Ausschuss einstimmig gegen die Übernahme der Ausgaben für die Farbe. Lieber unterstütze man die Wehren wieder, wenn Ausrüstungsanschaffungen anstünden.

Weitere Entscheidungen im Gemeinderat:

Einstimmig positiv beschieden wurden dagegen die weiteren Zuschussanträge: Die Feuerwehr Au erhält für die außergewöhnliche Jugendarbeit und die erfolgreiche Teilnahme beim Jugendwettbewerb bis auf Landesebene 50 Prozent der dabei anfgefallenen Fahrt- und Verpflegungskosten. Das Katholische Kreisbildungswerk bekommt bis auf Widerruf jährlich 1000 Euro Zuschuss zur Erwachsenenbildung. Der TSV Gars hat ganz erhebliche Kosten für die Nutzung der Gymnasiums-Sporthalle des Landkreises in der Saison 2012/13 zu tragen, die Gemeinde gibt auf den gestellten Antrag hin die Hälfte als Zuschuss.

Schließlich genehmigte der Finanzausschuss noch über- und außerplanmäßige Ausgaben im Haushaltsjahr 2011, die aber anderweitig gedeckt sind: Ohne Haushaltsansatz, aber vom Gemeinderat beschlossen waren die geleisteten Zuschüsse in Höhe von 11 500 Euro für die Renovierungen der Peterskirche Berg und der Sakristei in der Auer Pfarrkirche.

Außerdem mussten Rechnungen für Ingenieursleistungen aus dem Abwasserbereich bezahlt werden. Für die umgestellte Heizung im Dorfhaus Lengmoos fielen rund 6000 Euro an, im Garser Friedhof wurde die Urnenwand erweitert und im Zuge der Errichtung des Kinderheims und des Feuerwehrhauses in Au musste eine Wasserleitung verlegt werden.

Nicht dem Haushaltsansatz entsprachen die Personalkostenzuschüsse für den Kindergarten sowie die Kosten der Straßenbeleuchtung in der Gemeinde. Letztere stiegen wegen einer Tarifumstellung und Nachberechnungen aus dem Vorjahr laut Kämmerer "unerfreulich an". Nun lässt die Verwaltung Einsparungsmöglichkeiten untersuchen. Infrage kommen dabei auch zeitweise Abschaltungen und der Austausch von veralteten Leuchtmitteln.

ba/Wasserburger Zeitung

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