Familienzentrum muss 2600 Euro zurückzahlen

Haag - Das Familienzentrum hat mehr Geld ausgegeben, als ihm zugestanden wäre, dafür aber den Betrieb aufrechterhalten. Beim Zurückzahlen hilft nun der Gemeinderat mit einem Zuschuss.

Bianka Graße erläuterte im Gemeinderat ihren Antrag. Sie berichtete, dass die Regierung im Jahr 2010 mehr Fördergelder überwiesen habe als das FAM für seinen Betrieb erhalten hätte dürfen. Die Gelder aber seien "für das Wohl und den Ausbau des Familienzentrums verwendet" worden.

Nach genauer Berechnung des Verwendungsnachweises hat das FAM nun 2600 Euro zurückzuzahlen. Und weil das "nicht ganz aus eigener Kraft geht", bitte man um Unterstützung in Höhe von 2000 Euro. Es sei übrigens das erste Mal, so Uwe Graße im Schreiben an die Gemeinde, dass das Familienzentrum in seiner achtjährigen Geschichte in eine "akute Notlage" gerate.

In die Notlage rutschte man nach Bianka Graße, da sich das Jahr nicht so positiv gestaltet habe wie erwartet. Trotzdem aber habe man Ausgaben vor allem durch Mitarbeiterstunden gehabt und Anschaffungen für Spielsachen und Bastelmaterial vorgenommen. Die Belegzahlen seien rückläufig, aber die Stunden hätten bezahlt werden müssen.

Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG) gab zu bedenken, dass die erhaltenen Mittel ja weiter im Besitz des Familienzentrums seien. Hans Urban (CSU) fragte vorsichtig nach, ob nicht nächstes Jahr eine ähnliche Situation eintreten und die Gemeinde wieder zur Kasse gebeten werden könnte. Stefan Högenauer (CSU) vermutete für nächstes Jahr eine zusätzliche Konkurrenz für das FAM mit der neuen Kinderkrippe am katholischen Kindergarten. Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler Haag) schlug anstatt des Zuschusses ein zinsloses Darlehen vor.

Demgegenüber würdigte Bürgermeister Hermann Dumbs die "gute Arbeit" des FAM, das nun auch noch die Organisation des Jugendzentrums übernommen habe. Die Gemeinde könne die 2000 Euro ruhigen Gewissens erstatten. Nach Bianka Graße zog die Einrichtung bereits Konsequenzen aus der Situation. Man habe die laufenden Kosten durch Entlassen von Mitarbeitern reduziert.

Die Belegzahlen im Familienzentrum sind "generell rückläufig". Das ist nach Feststellung der Leiterin des FAM zurzeit überall so, "nicht nur in Haag". Man merke auch einen Rückgang der Eltern-Kind-Gruppen. Daneben sei eine Änderung der Nachfrage festzustellen. Die Eltern wünschten immer mehr "Erzieherisches" und hätten Interesse an angeleiteten Gruppen und Kursangeboten. "Höhen und Tiefen", folgerte Bürgermeister Hermann Dumbs, andere Gemeinden hätten auch schon Einrichtungen schließen müssen. Das treffe Haag nicht. So wurde der Zuschuss von 2000 Euro einmalig mit zwei Gegenstimmen gewährt. Mit ebenfalls zwei Gegenstimmen befürwortete der Gemeinderat die Zweckvereinbarung zwischen den Gemeinden Haag und Maitenbeth zur Abwasserbeseitigung. Sie betrifft die Mitbenutzung des Haager Klärsystems. Die Nachbargemeinde klinkt sich auf Höhe von Stauden und Oberndorf in das Haager Netz mit ein.

Schließlich stimmten wieder zwei Räte gegen die Verpflichtungserklärung zur Übernahme der Schulaufwandsträgerschaft. Kämmerer Manfred Mörwald erläuterte hierzu die Vorteile, wenn die Grundschule künftig durch den Schulverband mitverwaltet wird.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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