Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das sind die Hintergründe

Es sieht düster aus: Haager Weihnachtsbeleuchtung für diesen Winter gestorben

Der zweite Bürgermeister Stefan Högenauer zeigt einen Stern der Weihnachtsbeleuchtung.
+
Der zweite Bürgermeister Stefan Högenauer zeigt einen Stern der Weihnachtsbeleuchtung.

Die Haager Weihnachtssterne stehen unter Beschuss. In seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend hat der Marktgemeinderat über das weitere Vorgehen entschieden. Für dieses Jahr sieht es düster aus für die derzeit im Zehentstadel eingelagerte Weihnachtsbeleuchtung. Ist das Schicksal schon komplett besiegelt?

Haag - Der eigentliche Antrag der CSU-Fraktion, eine Übergangslösung für die leuchtende Überspannung mit Sternen anzupeilen wurde mit zusätzlichen Diskussionspunkten ausgeweitet. Speziell Klaus Breitreiner hatte sich stark für mehr adventliche Stimmung für die am stärksten frequentierten Straßen in Haag ausgesprochen. „Die Bürgerinnen und Bürger möchten gerne nach jahrelanger Wartezeit Freude an der adventlichen Stimmung haben“, ist sich Breitreiner sicher. Bereits im vergangenen Jahr hatte die CSU-Fraktion beantragt, eine Übergangslösung zu finden, um die Weihnachtsbeleuchtung wieder zu reaktivieren. Damals galt es für den Rat als zu kurzfristig, sich hier dem Thema konkret anzunehmen und zeitnahe Ergebnisse zu bringen.  

Der zweite Bürgermeister Stefan Högenauer erläuterte den aktuellen Stand, nachdem er vor der Sitzung die noch vorhandenen Sterne durchgezählt hatte. „Es sind noch ungefähr 50 große und etwa 20 kleinere Sterne vorhanden“, so der souverän durch die Sitzung führende Högenauer. Er vertrat die entschuldigte Bürgermeisterin Sissi Schätz. Ebenfalls entschuldigt blieb Gemeinderätin Eva Rehbein der Sitzung fern.

Seit einigen Jahren wird die Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr installiert. Wir sprechen hier nicht von den Motiven, die an den Häusern angebracht werden, dies ist jedes Jahr eine freiwillige Ausführung privater Hauseigentümer und Geschäftsleute“, betont Högenauer weiter. Es werde jetzt über die Anbringung über den genannten Straßen abgestimmt. Angeschafft wurden die leuchtenden Motive vor vielen Jahren von „Haag aktiv“, der Verein nahm zunehmend Abstand davon, sich hier weiter mit regelmäßigen Kosten an der Erneuerung oder Instandhaltung zu beteiligen. Auch alternative Ideen wurden vom Gewerbeverein nicht gebracht. „Erst durch unseren Antrag flackert das Thema Weihnachtsbeleuchtung endlich wieder auf“, heißt es von Klaus Breitreiner. Christa Moser hinterfragte die derzeit vorrätigen Motive, ob die Sterne noch zeitgemäß seien, selbst dann – wenn es eine umweltfreundlichere Beleuchtung würde. Es könnten auch andere Symbole für die Beleuchtung angedacht werden. „Sterne sieht man ja auch in anderen Kommunen. Es darf doch vielleicht auch etwas Anderes sein“, schlug Moser vor. Sie sehe auch den Planungszeitraum bis zur Saison in einem Jahr nicht als zwingend erforderlich an. 

Kraftwerke sehen Sicherheit in Gefahr

Welche technischen Voraussetzungen gibt es für einen übergangsweisen Einsatz des Bestandsmaterials rund um die Weihnachtsbeleuchtung? Welche Chance hat die Bestandsbeleuchtung für Advent? 

Betriebsleiter und Netzmeister der Kraftwerke Haag wurden um eine Einschätzung der Möglichkeiten gebeten, ob und in welchem Ausmaß eine Überspannung mit dem Weihnachtsbeleuchtungsmaterial möglich sei. Laut der geladenen Experten sei die zusätzliche Last negativ für die gesamte Standsicherheit. 

Wir können keine Aussage treffen, ob die Statik ausreicht, diese Sterne zu tragen“, heißt es von Dr. Alexander Zeh. „Als Netzbetreiber sind wir in der Betriebsverantwortung. Wir sind verantwortlich, dass die Sicherheit der Masten gewährleistet ist“. Man sei nicht bereit, ohne eine vorherige Prüfung der Statik diese Verantwortung zu übernehmen, so der Betriebsleiter weiter. Im Nachgang einer Abklärung gebe man jedoch die Manpower, hier bei den Ausführungen der Weihnachtsbeleuchtungen zu unterstützen. „Wenn sichergestellt ist, dass die Überspannung die Sterne tragen werden“, betont Zeh. „Die Sterne sind mit Lüsterklemmen versehen, somit nicht wasserdicht. Die Verkabelung ist ebenfalls in die Jahre gekommen und wohl teilweise brüchig“, erklärt Netzmeister Klaus Loidl. Er sehe für diese Adventssaison keine Chance für eine Umsetzung. „Es wird sicherlich dauern, eine statische und elektrische Prüfung vorzunehmen“, so Loidl. Eine intensive Aufgabe, denn auch die Schneelast beispielsweise gehöre mit einberechnet. „Bis vor einer halben Stunde war ich noch dafür, aber jetzt halte ich es fast nicht für haltbar, hier auf die Schnelle etwas an einer Umsetzung nach aufwendiger Prüfung der kritischen Punkte zu machen“, heißt es von Peter Bauer.

Herrmann Jäger sprach die Hoffnung aus, dass irgendwann doch sicher der Straßenausbau umgesetzt werde und man jetzt mit einer möglichen Übergangslösung für die noch bestehende Beleuchtung viel Geld zum Fenster hinauswerfen würde. Er tendiere dazu, abzuwarten und sich dann über eine gelungene neue Weihnachtsbeleuchtung zu freuen. Klaus Breitreiner gab zu bedenken, dass es womöglich noch bis zu fünf Jahre dauern könne, bis die Straßensanierung vollzogen sei. „Solange müsste dann ja die Straßenbeleuchtung auch herhalten. Stellt sich also die Frage, ob die Statik nicht ohnehin überprüft gehört“, so Breitreiner, dem die stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig zu sein scheint. „Wenn es für dieses Jahr aus Sicherheitsbedenken nichts mehr wird, sollte man zumindest das nächste Jahr fest in den Fokus setzen“, so Breitreiner. Verwunderlich sei allerdings, dass ein kleiner Teil der Beleuchtung während der Adventszeit sehr wohl im Kerngarten aufgehängt werde. 

„Die Experten haben gerade klar und deutlich gesagt, dass sie die Verantwortung nicht übernehmen werden. Damit ist doch jede Diskussion schon zu Ende. Wir haben niemanden, der diese Verantwortung übernimmt“, meldete sich Siegfried Maier zu Wort. Für Hans Urban kristallisierte sich heraus, dass freilich auch der Bestandsschutz bei den Bewertungen eine Rolle zu spielen habe. Über das gesamte Ausmaß einer statischen Bewertung müsse man sich klarwerden.

Abstimmungsergebnis begräbt Weihnachtsbeleuchtung über den Straßen für diesen Winter komplett

Während die Münchener Straße bereits eine Sanierung samt erneuerter Straßenbeleuchtung erfuhr, liegt diese Aufwertung für die Hauptstraße sowie Wasserburger Straße noch in der Ferne. Wann genau diese umgesetzt werde, konnte die Gemeindeverwaltung bis heute nicht genau benennen. „Baulich haben wir somit zwei verschiedene Voraussetzungen, weil neue Straßenbeleuchtungstechnik und veraltete hier im Ort vorzufinden sind“, gibt Stefan Högenauer zu bedenken. 

Die erste Abstimmung lautete wie folgt: „Es wird beschlossen, dass für den Abschnitt vom Beginn der Münchner Straße bis hinein zum Bürgersaal ein Konzept erstellt wird, mit Ziel der Aufhängung der Weihnachtsbeleuchtung zur Saison 2022/23, die Erarbeitung soll unter Beteiligung der vorhandenen Lenkungsgruppe stattfinden“. Insgesamt 17 der Räte sprachen sich für diesen Schritt aus, die beiden Grünen Rätinnen stimmten dagegen. 

Zweite Abstimmung ohne Herbert Zeilinger

Nach weiteren Wortmeldungen wurde die zweite Abstimmung mit folgendem Wortlaut verlesen: „Die Verwaltung wird beauftragt, konkret zu prüfen, welche statischen, elektrischen und technischen Anforderungen und Kosten für die Hauptstraße und Wasserburger Straße zur Wieder-Installation der Weihnachtsbeleuchtung notwendig sind. Das Ergebnis wird dem Gremium vorgestellt“. Für die Zeit dieser zweiten Abstimmung verließ Herbert Zeilinger den Bürgersaal und gab keine Stimme ab. Insgesamt stimmten 11 Gemeinderäte für den Auftrag an die Gemeindeverwaltung, 7 Räte stimmten dagegen.  

Einige Räte sind sich sicher, dass die Hoffnung auf ein Happy End bestehe, andere zweifeln daran. Fest steht somit, dass es für den kommenden Winter keine direkte Weihnachtsbeleuchtung über den Haager Straßen geben wird. Und wohin die Reise geht, steht wohl noch in den Sternen. 

Regina Mittermair

Kommentare