Dünne Mehrheit für Haager Haushalt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Haag - Einen Rekordhaushalt über 17 Millionen legte Kämmerer Manfred Mörwald dem Gemeinderat vor. Mit knapper Mehrheit von zwei Stimmen nahm er die Hürde bei der Abstimmung.

Die Hebesätze für das Gewerbe sollen noch einmal auf den Prüfstand. Der Gesamthaushalt von 17 347 900 Millionen Euro gliedert sich in 11 081 200 Euro für den Verwaltungshaushalt und in 6 266 700 Euro für den Vermögenshaushalt. Das bedeutet eine Steigerung um drei Prozent zum Vorjahr. Diese Höhe wird nach Angaben von Kämmerer Mörwald in den Folgejahren nicht mehr erreicht werden.

Bei den Einnahmen sanken die Steuern und Zuweisungen um 2,3 Prozent. Einen Anstieg um 2,7 Prozent verbuchte die Verwaltung bei den Gebühren. Einen "beachtlichen Wert" beinhaltet, so Mörwald, die Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von einer Million.

Die Personalausgaben mit 1 867 700 Euro blieben nach seiner Einschätzung "angemessen". Für Unterhalt und Bewirtschaftung sind 755 500 Euro vorgesehen, für den Betriebsaufwand 1 099 800, für Zuschüsse 1 050 800, für Zinsen und Umlagen, inklusive Kreisumlage, 3 358 200 Euro.

Die Steuerkraft beträgt heuer 766 Euro je Einwohner. Das bedeutet ein Absinken um 6,6 Prozent. Für das Jahr 2011 prognostiziert der Kämmerer eine Steuerkraft von 861 Euro. Die heurigen Zahlen spiegeln die Einnahmesituation von 2008 wider. Der Durchschnitt des Landkreises liegt bei 739. Die Einkommensteuerbeteiligung hatte sich dabei um neun Prozent positiv entwickelt, doch die Gewerbesteuerkraft ist um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen.

Die Schulden betragen 2 629 100 Euro, inklusive Schulverband. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 412 Euro, so der Kämmerer. Bayernweit liegt sie bei 811 Euro im Durchschnitt. Diese unterdurchschnittliche Verschuldung belastet nach den Berechnungen von Kämmerer Mörwald den Haushalt "kaum" durch Zinsen. Die Auswirkungen seien derzeit noch moderat, würden aber "bei Fortführung der hohen Investitionstätigkeit" zunehmen. Bis zum Jahr 2013 könnten die Schulden auf zwölf Millionen anwachsen.

"An den Ausgaben ist nicht viel zu ändern", so Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU). Haag habe ein Einnahmeproblem. Straßen sollten nicht erst nach vier Jahren, sondern sofort abgerechnet werden. Zu wenig Gewerbe siedle sich an. Die Gewerbesteuer liege unter dem Landkreisdurchschnitt. Die hohen Schulden könne sich Haag auf Dauer nicht leisten. Man brauche "verfügbare" Gewerbeflächen. Keiner kümmere sich darum. Anfragen gäbe es genügend. Die Verwaltung müsse das in die Wege leiten.

Hans Urban (CSU) kritisierte, dass die Räte diesbezüglich an Stammtischen mehr erfahren würden als aus dem Rathaus. Die Gemeinde müsse sich besser vermarkten, die Einnahmen erhöhen und Kontakte zu Investoren pflegen.

Zum Moy-Gelände berichtete Bürgermeister Hermann Dumbs vom Scheitern der Verhandlungen mit der "Landessiedlung" aufgrund der Preise. Die Investoren hätten sich zu wenig Gewinn versprochen. Kontakte habe es einige gegeben. Die meisten Interessenten hätten jedoch einen Rückzieher gemacht. Negativ habe sich die Bekanntgabe der Autobahntrasse über Dorfen ausgewirkt. Daraufhin hätten zumindest die "Großen" andere Standorte gesucht.

Die Investitionen sind nach Sissi Schätz (SPD) notwendig. Haag müsse attraktiv bleiben und auch seine "Historie" erhalten: "Das erwarten die Bürger." Fraktionskollegin Eva Rehbein nahm die Verwaltung teilweise aus der Pflicht: Auch die Räte sollten sich um Gewerbe und Investoren kümmern. "Reale Probleme, aber kein Luxus" sind nach Stefan Högenauer (CSU) im Haushalt verpackt. Also gelte es die Einnahmeseite über die Gewerbesteuer zu stärken.

Die Entscheidung fiel mit zehn zu acht Stimmen für den Haushalt. Eindeutiger war das Votum für eine eigene Satzung zur Gewerbesteuer mit 14 zu vier. xy

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Haager Land

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser