Künftig weniger Ausnahmeregelungen

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Haag - Hier ein Carport etwas größer, dort ein Haus ein bisschen höher, da die Gaube breiter, dort vier statt zwei Wohnungen – derartige Wünsche der Bauherren kennen Stadt- und Gemeinderäte nur zu gut.

Am Ende der Ramsauer Straße hinter der Kirchdorfer Straße sollte ein Doppelhaus in ein "baugrößengleiches" Mehrfamilienhaus umgewandelt werden. Ziel des Antragstellers ist, von zwei auf sechs Wohneinheiten aufzustocken. Statt des bisherigen Wendehammers wurde ein Wendekreis in die Planung aufgenommen.

Die Höhen und Abstandsflächen für das neue Objekt waren nach Sabrina Grünke vom Haager Bauamt eingehalten. Der Bau überschreite jedoch die Geschossflächenzahl. Als bedenklich sei einzustufen, dass die künftige Erschließung, also Kanal und Wasser, über einen Eigentümerweg verlaufe. Da brauche es eine neue Lösung.

Zwölf Stellplätze sind für das Vorhaben nötig, so Bürgermeister Hermann Dumbs. Aus Sicht der Anwohner sei das Objekt als bedenklich einzustufen: "Die rechnen nicht mit einem so großen Gebäude dahinten." Das wirke sich nicht nur negativ auf den Bestand aus, sondern auch auf das künftige Verkehrsaufkommen.

In der kurzen Debatte kam der Vorschlag, die Kanalsituation zu ändern. Aus diesem Grund wurde der Antrag dann auch zurückgestellt und bis zur Klärung der Erschließung vertagt.

Nur zwei Befürworter fand das "Vorhaben Langenfeld" an der Mitterfeldstraße in Winden. Das Landratsamt verwies es an den Gemeinderat, da nach Dumbs "viel fehlt". So bräuchte das Wohnhaus, für das Umbau und Aufstocken geplant sind, eine Befreiung für die Wandhöhe um 53 Zentimeter, für die Dachneigung um fünf Grad, für die Zwerchgiebel auf 41 Prozent Gebäudelänge statt 25 Prozent, für ein weiteres Vollgeschoss und insgesamt drei neue Wohneinheiten. Die Befreiungen sind nach Dumbs möglich, aber "gravierend".

Wenn man hier zustimme, könne man niemandem mehr etwas verwehren, so Stefan Högenauer (CSU). Die Grundstücksfläche gilt es nach Sissi Schätz (SPD) zu beachten. Für so eine Änderung hätte Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) eine Voranfrage erwartet: "Das ist ein massiver Eingriff."

Die Nähe zum Gewerbegebiet in Winden könnte laut Dumbs die Veränderungen erträglich erscheinen lassen. Doch dürften die Räte die Grundsatzfrage zum Erteilen von Änderungen nicht außer Acht lassen. Konrad Kolbinger (CSU) wollte das Vorhaben mit einem Ortstermin retten, doch wurde der Antrag mit sieben gegen zwei Stimmen abgelehnt.

Mit der knappen Mehrheit von fünf gegen vier Stimmen einigten sich die Räte beim Vorhaben in der Agnesstraße auf einen Ortstermin. Grundsätzlich fand das Wohnhaus Befürwortung. Bedenklich erscheint die "kritische Hanglage". Abgrabungen und Aufschüttungen müssen ausgleichen. Das Gebäude soll zwar genauso hoch werden wie die Nachbarhäuser, beinhaltet aber 7,40 statt 6,20 Meter.

"Bei einer entsprechenden Eingrünung sieht man es nicht", befürwortete Dumbs den Antrag. Gleichzeitig verwies er auf die bisherige Praxis: Landrat Georg Huber habe diese "Hanghäuser" persönlich genehmigt, da alle auf Grund der Terrassenberechnung Höhenprobleme aufwarfen.

"Die brauchen den Raum, weil sie drei Kinder haben", rechtfertigte Sissi Schätz die Planung. Herbert Zeilinger (CSU) erkannte eine "sinnvolle Einteilung". Konrad Kolbinger wollte den Termin vor Ort, wenn da bislang laut Dumbs auch nur die "grüne Wiese" zu sehen ist.

xy/Wasserburger Zeitung

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