Satzungen stellen Neubau in Albaching vor Probleme 

Furcht vor Entstehung von "Splittersiedlungen" im Ortsteil Zell?

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Albaching - Kann der geplante Neubau eines Wohnhauses derart kompliziert sein? Die Albachinger Räte können davon nun ein Lied singen. Sie teilen die kritische Einstellung des Landratsamts in Bezug auf das Bauvorhaben nicht und setzen sich für den Antragsteller ein.

Die Albachinger Gemeinderatsmitglieder beschäftigten sich in ihrer jüngsten Sitzung Anfang Februar mit einem Antrag auf Vorbescheid zum Bau eines Wohnhauses mit Garage im Ortsteil Zell. Normalerweise stellen Bauanträge die Räte vor keine größere Debatten. Hier scheint es aber anders zu sein. Der Antrag stand bereits zum zweiten Mal auf der Tagesordnung, weil er schon einmal vertagt wurde. Der Flächennutzungsplan stellt für den geplanten "Baubereich" des Wohnhauses mit Garage eine "Fläche für die Landwirtschaft" dar. 

Bedenken von Seiten des Landratsamts: 

Die Problematik aus Sicht des Landratsamts: Die für die Bebauung vorgesehene Grundstücksfläche liege in einem Teilbereich des Ortsteils Zell, für den eine "Außenbereichssatzung" erlassen worden sei. Für das geplante Vorhaben bestünde eine unzulässige Erweiterung dieser Satzung und das das geplante Bauvorhaben müsste als sogenanntes "sonstiges Vorhaben" beurteilt werden. "Sonstigen Vorhaben" könnten zwar im Einzelfall zugelassen werden, es sei aber die Entstehung von "Splittersiedlungen", also Wohnbebauung im Außenbereich, zu befürchten.  

Weiter heißt es schriftlich von Seiten des Rosenheimer Landratsamst: "Zell erfüllt mit seiner Siedlungsstruktur und seinem städtebaulichen Gewicht im Gemeindegebiet von Albaching unserer Auffassung nach nicht die bauplanungsrechtlichen Anforderungen für einen Ortsteil. Die Befugnis der Gemeinde Baurecht für Zell zu schaffen, erscheint rechtlich bedenklich und mit den daraus sich ergebenden Konsequenzen problematisch. Fraglich ist insoweit bereits, ob Zell derzeit als Siedlungsansatz für bauliche Entwicklung im Gemeindegebiet und damit für eine Flächennutzungsplandarstellung überhaupt geeignet ist (Anforderung des Landesentwicklungsprogramms)." 

Umfassende Untersuchungen notwendig?  

Ebenso erhebliche Zweifel hegt das Landratsamt, wie die Gemeinde angesichts einer großen aktiven und noch expandierenden landwirtschaftlichen Hofstelle eine geordnete und konfliktfreie städtebauliche Entwicklung gewährleisten könne. Die Erforderlichkeit für eine Bauleitplanung, die einen planerischen Konflikt von sich in Ortsgebieten regelmäßig störenden Nutzungen wie Landwirtschaft und Wohnen entstehen lasse, sei für das Landratsamt nicht erkennbar.

Eine "Überplanung" von Zell würde einen umfassenden Untersuchungs- und Abwägungsprozess in Bezug auf die Ortsentwicklung, den Immissionsschutz sowie betriebliche und private Belange mit noch nicht einschätzbaren Ergebnis erforderlich machen. 

Gemeinderat setzt sich über Meinung des Landratsamt hinweg

Der Gemeinderat Albaching stimmt dem Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Zell trotz der kritischen Einstellung des Landratsamts mit einer Gegenstimme zu

Es sollen nochmals Gespräche mit der Unteren Bauaufsichtsbehörde und dem Antragsteller geführt werden sollen, um alle Möglichkeiten aus bauleitplanerischer Sicht auszuloten. Der Antragsteller müsse dabei generell alle Kosten für die notwendigen Bauleitplanverfahren samt Gutachten bezahlen, falls eine Möglichkeit für die Verwirklichung dieses Bauvorhabens gefunden werden sollte.

mb

Quelle: wasserburg24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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