Faschingszug: Ärger über Auflage

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Haag - "Mir ist fast die Luft weggeblieben!" So beschreibt Faschingspräsident Herbert Zeilinger in einem Rundbrief an die Faschingsgemeinschaft Haag und den Gemeinderat seine Reaktion auf die neuesten Auflagen zum Faschingszug 2010.

Haag - Auslöser war die Forderung, dass sich am Zug nur noch Wagen beteiligen dürfen, die ein Gutachten eines "amtlich anerkannten Sachverständigen" aufweisen. Das Gutachten über die Fahrtauglichkeit habe die FaGeHa zu kontrollieren und sei der Polizei auf Verlangen auszuhändigen, hieß es.

"Will man uns mit diesen Auflagen dazu zwingen, keinen Faschingszug mehr abzuhalten?" fragte Zeilinger empört. Er nahm Kontakt mit befreundeten Faschingsvereinen auf und erfuhr, dort seien nie Sachverständige zur Prüfung gekommen: "Soll das nur für Haag gelten?"

Bernhard Gruber von der FaGeHa erfuhr, dass der Gutachter eine Stunde pro Wagen für die Abnahme benötige und dafür Kosten zwischen 50 und 70 Euro erhebe: "Das kann kein Verein tragen." Mehrkosten habe die Faschingsgemeinschaft heuer schon dadurch auffangen müssen, dass das Sicherheitsüberwachungsteam erhöht worden sei, hieß es.

Die Organisatoren der FaGeHa hatten außerdem heuer schon einen weiteren Dämpfer einstecken müssen: die Verkürzung der Faschingsparty auf dem Bräuhausplatz. Die Polizei hatte vorgeschlagen, die öffentliche Feier im Zelt bis auf 21 Uhr zu beschränken. In Verhandlungen mit Bürgermeister Hermann Dumbs konnte die FaGeHa eine Stunde erweitern: Also ist heuer um 22 Uhr Faschingsende.

Bisher hatte sich die FaGeHa über die zunehmenden Auflagen nicht beschwert, sondern sie erfüllt. Dazu zählen vor allem Security, Zaunabsperrung des Bräuhausplatzes, kein hochprozentiger Ausschank und Verkauf in Plastikbechern. Das Erwirtschaftete kommt der Jugendarbeit zugute. Die Ehrenamtlichen wollten mit ihren Aktionen außerdem das "Brauchtum im Fasching pflegen. Dieses Ziel sehen die Organisatoren für Haag nun ernsthaft gefährdet.

xy/Wasserburger Zeitung

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