Auch wenn der Kopf dröhnt

Darum sollten Sie bei Wiesn-Kater unbedingt die Finger von Aspirin & Co. lassen

Nicht jeder verträgt das Starkbier aufm Oktoberfest gleichermaßen gut. Besonders nicht in rauen Mengen. Warum aber Schmerzmittel fatal sein können, lesen Sie hier.

Wenn es in München wieder "O'zapft is" heißt, schleicht sich ein kleiner Gefährte unter die Wiesn-Besucher, der sich erst am nächsten Morgen in voller Pracht entfaltet: der Kater. Um am nächsten Tag wieder durchzustarten, ist der Griff zur Kopfschmerztablette für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Dabei ist die Einnahme von Schmerztabletten nicht ungefährlich. Die Redaktion erklärt Ihnen hier in Zusammenarbeit mit der Online-Medizin-Plattform Nebenwirkungen.de, warum.

Arzt warnt: Darum sollten Sie bei Wiesnkater nicht gleich zur Schmerztablette greifen

Erstaunlich: Mehr als ein Drittel aller Deutschen weiß nicht genau, welche Nebenwirkungen auftreten könnten. Nur ein Bruchteil der Deutschen informiert sich darüber, was er für Medikamente zu sich nimmt. Dabei kann die Einnahme von Schmerzmitteln fatal sein: "Es kann zu Magen-Darm-Blutungen, Nierenversagen und Leberversagen kommen", führt der Münchner Hausarzt Dr. Oliver Abbushi aus.

Laut einer aktuellen Studie, die beim Online-Marketinginstitut promio.net in Auftrag gegeben wurde, liest nur jeder Fünfte den Beipackzettel von Medikamenten, die rezeptfrei zu erhalten sind. 39 Prozent lesen ihn meistens, ein Drittel in Einzelfällen und knapp zehn Prozent gar nicht. Nicht einmal einem Drittel aller Deutschen ist bekannt, dass sie unter Nasenblutungen leiden können, wenn sie eine Kopfschmerztablette einnehmen. Dafür denkt ein Drittel aller Studienteilnehmer, dass Darmträgheit eine Nebenwirkung ist – letzterer Punkt war jedoch eine frei erfundene Ankreuzmöglichkeit innerhalb der Studie.

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Überdosierungen von Schmerzmitteln nehmen rasant zu - so können Sie Ihren Wiesnkater besser zähmen

Der Griff zur Kopfschmerztablette ist bei vielen Deutschen durchaus üblich. Ein Drittel der Befragten greift bei einem Kater zum vermeintlich schnellen Helfer. Tatsächlich kann die Tablette den Wiesn-Kater lindern, allerdings rät Dr. Oliver Abbushi zu einem einfacheren Mittel: "Zuerst sollte man aber lieber zu ungefährlicheren Maßnahmen greifen. Reichlich trinken oder an die frische Luft sind die deutlich risikoärmeren Methoden und helfen ebenfalls."

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Der Allgemeinmediziner sieht die Einnahme von Kopfschmerztabletten kritisch. Insbesondere eine Überdosierung ist mit Risiken behaftet. "Nach meiner Kenntnis wurden beispielsweise im Jahr 2012 über den deutschlandweiten Giftnotruf mehr als 4.000 Überdosierungen von Schmerzmitteln gemeldet. Die reale Häufigkeit ist sicher deutlich höher. In Notaufnahmen ist beispielsweise die Behandlung von durch Schmerzmitteln verursachten Magen- und Darmblutungen alltäglich."

Sein Fazit: "Es ist sehr wichtig, die Bürger über potenzielle Nebenwirkungen von Kopfschmerztabletten aufzuklären. Alle Menschen, die diese Präparate häufig nehmen und/oder gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, sollten zu ihrer Sicherheit ihren Hausarzt konsultieren."

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jp

Rubriklistenbild: © dpa / picture-alliance / Norbert_Försterling

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