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Irrtümlich als Tierseuche eingestuft

Vermeintliche Tierkrankheit verursacht tödliche Hirnentzündung beim Menschen - auch in Bayern

Irrtümlich als reine Tierseuche eingestuft, kann eine Infektionskrankheit Menschenleben kosten.
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Irrtümlich als reine Tierseuche eingestuft, kann eine Infektionskrankheit Menschenleben kosten.

Es wurde lange Zeit vermutet, dass es nur Tieren gefährlich werden kann. Doch das Borna-Virus ist neuen Hinweisen zufolge auch verantwortlich für Todesfälle in Deutschland.

Die Borna-Krankheit ist vor allem Veterinärmedizinern ein Begriff: Sie ist eine ansteckende Gehirn- und Rückenmarksentzündung, die vor allem Pferde und Schafe befällt. Ursache ist eine Infektion mit dem Borna-Virus, die tödlich enden kann. Die Borna-Krankheit zählt zwar nicht mehr zu den meldepflichtigen Tierseuchen, ist aber dennoch eine gefürchtete Krankheit unter Landwirten.

Bis vor kurzem wurde die Krankheit ausschließlich als gefährlich für Tiere eingestuft - ein fataler Fehler, wie neue Berichte belegen.

Seit 1995 verstarben mindestens 14 Menschen durch das Borna-Virus - Dunkelziffer wohl weit höher

So ergaben Untersuchungen, dass in den vergangenen Jahren wohl weit mehr Menschen an einer durch Borna-Viren verursachten Gehirnentzündung gestorben sind als bisher bekannt. Wissenschaftler der Universität Regensburg und des Friedrich-Loeffler-Instituts hatten Hirnproben bereits verstorbener Patienten eingehend untersucht und kamen zu dem erschreckenden Ergebnis, dass seit 1995 mindestens 14 Menschen an der vermeintlichen Tierkrankheit verstorben waren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachblatt The Lancet Infectious Diseases.

Eingetreten war bei allen Todesopfern eine durch Borna-Viren ausgelöste Enzephalitis (Gehirnentzündung). Allein von 2018 bis 2019 infizierten sich den Forschern zufolge fünf Menschen mit dem Borna-Virus - auch Borna Disease Virus (BoDV-1) genannt. Der jüngste Fall wurde Ende 2019 bekannt: Ein elfjähriges Mädchen war an einer Borna-Infektion gestorben, wie web.de berichtete.

Im Video: Nachgewiesene Borna-Infektionen beim Menschen in Deutschland

Lesen Sie auch: Gefährliches Zika-Virus jetzt auch in Europa - Französischer Patient infiziert sich zu Hause.

"Daher sollten alle schweren Enzephalitis-Fälle mit unklarer Ursache auf Borna-Viren getestet werden"

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie nur 56 Hirnproben von Patienten getestet, die in Bayern an Enzephalitis erkrankt waren. Die Dunkelziffer an tatsächlich durch die Viren ausgelöste Krankheiten und Todesfälle könnte also weitaus höher liegen. In ihrer Veröffentlichung warnen die Wissenschaftler daher: "Die BoDV-1-Infektion ist als eine potenziell tödliche Zoonose (Anmerkung d. Redaktion: Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die gleichermaßen bei Tieren und Menschen vorkommen) in endemischen Regionen mit gemeldeten Borna-Infektionen bei Pferden und Schafen zu betrachten. Eine BoDV-1-Infektion kann bei immungeschwächten und auch scheinbar gesunden Menschen zu einer tödlichen Enzephalitis führen. Daher sollten alle schweren Enzephalitis-Fälle mit unklarer Ursache auf Borna-Viren getestet werden, insbesondere in endemischen Regionen".

Betroffene kämpften den Forschern zufolge mit Kopfschmerzen, Fieber und Verwirrtheit. Im Verlauf der Infektion kam es zu verschiedenen neurologischen Symptomen, zum Koma und letztendlich zum Tod.

Weiterlesen: HP-Virus: Fast jeder ist infiziert, die wenigsten entwickeln Krebs - so senken Sie Ihr Risiko.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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