Begleiterscheinung der Coronavirus-Pandemie

Sie trinken mehr Alkohol während der Corona-Krise? Dieses Phänomen könnte die Ursache sein

Und noch ein Schluck: In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie greifen viele vermehrt zum Weinglas.
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Und noch ein Schluck: In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie greifen viele vermehrt zum Weinglas.

Der Coronavirus-Ausbruch fesselt Bürger an ihre vier Wände. Gleichzeitig steigt bei vielen der Alkoholkonsum - folgende Grenze sollten Sie allerdings nicht überschreiten. 

  • Für viele gehört das Gläschen Wein oder das Bier am Abend wie selbstverständlich zu einem gelungenen Feierabend. 
  • Die aktuell herrschenden Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregeln verstärken bei vielen die Lust auf Alkohol* - sei es aufgrund von Frust oder Langeweile. 
  • Folgende Tipps helfen, damit es nicht ausartet. 

Für die meisten hat sich der Alltag seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie drastisch verändert. Restaurant- und Biergartenbesuche fallen flach, Sport im Verein und generell Aktivitäten mit mehreren Personen sind aktuell ebenfalls nicht möglich und nicht mal der Alltag im Büro gibt dem Tag Struktur, wenn im Homeoffice gearbeitet wird. Ein Phänomen, das aktuell viele an sich beobachten: Der Weg führt zu Hause häufiger zum Kühlschrank. Dabei wird nicht nur aus Langeweile und/oder Frust ein Pudding mehr verdrückt, auch der kühle Roséwein oder der Aperol hat verführerische Wirkung. 

Die Corona-Krise beeinflusst auch unsere Einstellung zu Alkoholkonsum, wie unter anderem eine Veröffentlichung im Fachblatt JAMA zeigt. Die Autoren kamen darin zu dem Schluss, dass die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung eine erhebliche Zunahme von Angstzuständen, Depressionen, Einsamkeit, häuslicher Gewalt und Medikamenten- und Drogenmissbräuchen zur Folge haben kann - wozu auch Alkohol zählt. Vor allem psychisch kranke und labile Menschen seien besonders gefährdet. Im chinesischen Wuhan beobachteten Forscher zudem aufgrund der strengen Quarantänemaßnahmen eine Zunahme psychischer Erkrankungen, Forscher sprechen vom Wuhan-Syndrom*. 


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Alkoholfreie Tage und Trigger meiden: So wahren Sie eine gesunde Balance

Auch hierzulande warnen Mediziner vor einer Gefahr der Alkoholabhängigkeit, die dann besonders hoch ist, wenn Alkohol zum Stressabbau oder aus Frust getrunken wird. Um einem schleichend einsetzenden Alkoholproblem entgegen zu wirken, sollten Sie folgende Regeln beherzigen: 

  • Alkoholfreie Tage einlegen: "Frauen sollten maximal ein Standardglas Alkohol, Männer zwei Standardgläser pro Tag trinken. Diese Obergrenzen hat ein wissenschaftliches Kuratorium auf Basis von medizinischen Studien festgelegt. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte gar kein Alkohol konsumiert werden. Das gilt für Frauen genauso wie für Männer", informiert die Website kenn-dein-limit, eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Für Frauen entspricht das einer Menge von maximal 12 Gramm reinen Alkohols pro Tag, Männer sollten pro Tag maximal 24 Gramm reinen Alkohol trinken. Die Weltgesundheitsorganisation gibt zu Bedenken: "Natürlich gibt es ein Niveau, das mit einem geringeren Risiko verbunden ist, aber die WHO setzt hier bewusst keine Obergrenzen, da es wissenschaftlich belegt ist, dass ein vollständiger Verzicht auf Alkohol aus gesundheitlicher Sicht bei weitem am besten ist".
  • Struktur hilft - auch was den Alkoholkonsum anbelangt: Wer sich vornimmt, ab einer bestimmten Uhrzeit nichts mehr zu trinken, trinkt tendenziell weniger. 
  • Erkennen Sie Ihre Schwachstelle: Trinken Sie aus Langeweile? Dann lassen Sie diese erst gar nicht aufkommen*. Etwa durch Spaziergänge, Telefonate, ein gutes Buch. Jede Aktivität, die Sie zum Trinken verleitet, sollten Sie besser meiden. 

Im Video: Mehr Tipps, wie Sie Ihren Alkoholkonsum während der Corona-Krise zügeln können

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jg

Was tun bei Panikattacken?

Bei immer wiederkehrenden Attacken kann nach Ausschluss körperlicher Ursachen eine psychologische Behandlung sinnvoll sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Bei immer wiederkehrenden Attacken kann nach Ausschluss körperlicher Ursachen eine psychologische Behandlung sinnvoll sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Regelmäßig für Entspannung zu sorgen kann gegen Panikattacken helfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Regelmäßig für Entspannung zu sorgen kann gegen Panikattacken helfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Zum Ausbruch kommen Panikattacken häufig in schwierigen Lebenssituationen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Zum Ausbruch kommen Panikattacken häufig in schwierigen Lebenssituationen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Wer Panikattacken in den Griff bekommen möchte, sollte Entspannungstechniken in seinen Alltag einbauen, Atemtechniken zum Beispiel. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer Panikattacken in den Griff bekommen möchte, sollte Entspannungstechniken in seinen Alltag einbauen, Atemtechniken zum Beispiel. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Prof. Manfred E. Beutel ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz. Foto: Peter Pulkowski/dpa-tmn
Prof. Manfred E. Beutel ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz. Foto: Peter Pulkowski/dpa-tmn © Peter Pulkowski

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