Spritzentechnik und mehr

Tipps für den Alltag mit Diabetes

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Sich selbst Insulin spritzen will gelernt sein. 

Schmerzen beim Insulin-Spritzen sollten Diabetiker nicht hinnehmen. Auch bei ersten Entzündungsanzeichen an den Füßen sollten Betroffene zügig reagieren.

Schmerzen beim Insulin-Spritzen: Technik dem Arzt vorführen

Hinter Schmerzen beim Insulin-Spritzen können verschiedene Ursachen stecken. Am besten führt man seine Technik dem Arzt vor, rät Andreas Lueg, Diabetologe und Ernährungsmediziner in Hameln auf der Homepage der Zeitschrift "Diabetes Ratgeber". So lässt sich meist die Ursache finden. Ein mögliches Problem ist die Geschwindigkeit beim Einstich: Sind Diabetiker zu zögerlich, kann das Schmerzen verursachen. "Je langsamer die Nadel einsticht, desto schmerzhafter wird es in der Regel", erklärt Lueg.


Anzeichen für Entzündung an den Füßen: Diabetiker müssen zum Arzt

Wenn Diabetiker ihren Blutzucker gut im Griff haben, müssen sie nicht mit jeder kleinen Verletzung am Fuß zum Arzt. Zum Beispiel bei einer Blase reicht es dann, wenn sie diese täglich kontrollieren. Wenn sich die betroffene Stelle aber rötet, warm wird oder schmerzt, sollten Diabetiker sofort zum Arzt gehen. Denn das können Anzeichen für eine Entzündung sein, die für Diabetiker gefährlich ist. Darauf weist Christian-Dominik Möller, Internist und Diabetologe am Bürgerhospital in Frankfurt, in der Zeitschrift "Neue Apotheken Illustrierte - Extra Diabetes" (Ausgabe 3/2016) hin.

Durch die schlechtere Durchblutung oder Nervenschädigungen in den Füßen nehmen Diabetiker Schmerzen nicht oder weniger gut wahr. Deshalb bemerken sie kleine Verletzungen häufig zu spät. Dann können diese Infektionen nach sich ziehen. Daraus entwickeln sich mitunter Geschwüre, im schlimmsten Fall ist sogar eine Amputation die Folge.


Diabetes Typ 1 und Typ 2 - wo ist der Unterschied?

Diabetiker können Füße mit Igelball anregen

Diabetiker können die Nerven in ihren Füßen abends zum Beispiel vor dem Fernseher leicht mit einem Igelball trainieren. Die Gummibälle mit den Stacheln stimulieren die Fußsohlen und die Zehen, erklärt die Zeitschrift "Neue Apotheken Illustrierte" (Ausgabe Juni/2016). Oft nehmen die Nerven in den Füßen bei Diabetikern als erstes Schaden, wenn sie zu hohe Blutzuckerwerte haben. Sinnvoll ist es daher, sie regelmäßig anzuregen. Eine andere Möglichkeit ist, immer mal wieder die Füße vom Ballen auf die Ferse abzurollen - das geht auch beim Zähneputzen oder in der Kassenschlange im Supermarkt.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Vorstufe von Diabetes, wissen aber nichts von der Gefahr. Die Krankheitszeichen sind oft recht allgemein, doch folgende Alarmsignale können auf einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. © dpa/dak
1. Verschwommenes Sehen © dpa/dak
2. Taube Hände und Füße © dpa/dak
3. Heißhunger © dpa/dak
4. Übermäßiger Harndrang © dpa/dak
5. Anhaltende Müdigkeit © dpa/dak
6. Plötzlicher Gewichtsverlust © dpa/dak
7. Ständiger Durst © dpa/dak
8. Sexuelle Störungen © dpa/dak
9. Schlecht heilende Wunden © dpa/dak
Ohne Zucker geht beim Menschen gar nichts: Weder würden die Beine einen Schritt gehen, noch das Gehirn einen klaren Gedanken fassen. Wie der Automotor Benzin, so verbrennt unser Körper Traubenzucker und bezieht daraus seine Energie. Allein das Gehirn verbraucht 140 Gramm pro Tag! © dpa/dak
Der Körper holt sich die Glukose aus der Nahrung, über das Blut wird es zu den Organen transportiert und hineingeschleust. Doch dieser Glukose-Stoffwechsel ist bei jedem zehnten Menschen gestört. © dpa/dak
Eine Schlüssel- rolle spielt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme des Zuckers in die Organe verantwortlich ist. Es verliert zunächst unbemerkt seine Wirkung. Um die gleiche Menge Zucker zu verarbeiten, wird also mehr Insulin benötigt. Der Körper produziert immer mehr Insulin, bis die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. © dpa/dak
In Folge steigt der Blutzucker im Blut drastisch an, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Treibstoff und Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind dramatisch wie Herzinfarkte, Nierenschäden oder schlecht heilendes Gewebe. © dak
Pro Jahr werden in Deutschland 28.000 Füße von Diabetikern amputiert. Mithilfe einer speziellen Stimmgabel überprüft hier der Arzt das Vibrationsempfinden des Fußes und kann davon weitere Maßnahmen ableiten. © dpa/obs
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt über 45-Jährigen alle drei Jahre eine sogenannte Nüchtern-Blutglukosebestimmung beim Hausarzt. Früh erkannt, ist die Krankheit gut behandelbar. Wird Diabetes heilbar? Das Neueste von der Impfung bis zur Stammzellen-Therapie lesen Sie hier... © dak

dpa/tmn

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