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Nur noch kurz dösen

„Eigentlich ist es sogar gut...“ – Schlafmedizinerin über die Schlummertaste: Eine Sache sollten Sie meiden

Schlummertaste
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Das mehrmalige Wegdrücken des Weckeralarms gehört für einige Menschen zur festen Morgenroutine.

Der Wecker schrillt, die Hand drückt den Alarm weg: Nur noch fünf Minuten schlummern. Das «Snoozen» am Morgen halten viele für ungesund. Stimmt das?

Es gibt zwei Arten von Menschen: Diejenigen, die morgens wach werden, sich erholt fühlen und einfach aufstehen. Und diejenigen, die sich jeden Tag aufs Neue aus dem Bett quälen müssen – und die Schlummertaste an ihrem Wecker mitunter sehr zu schätzen wissen. Manche stellen ihn sogar extra früher, um noch genügend Zeit zum Dösen zu haben. Der Ruf der Schlummertaste jedoch ist schlecht. Im Englischen sagt man: „You snooze you loose“, also: Wer snoozt, verliert. Es wird auch behauptet, dass die Schlummerei gesundheitsschädlich sei.

Ist da etwas dran? „Das ist ganz individuell“, sagt die Schlafmedizinerin Prof. Kneginja Richter vom Klinikum Nürnberg. Entscheidend sei, wie genau die Taste genutzt wird. „Wenn jemand nur einmal oder zweimal snoozt und dadurch sanft in den Tag startet, ist das überhaupt kein Problem“, sagt Richter. „Eigentlich ist es sogar gut, ohne Stress* aufzuwachen.“ Am besten nutze man die Minuten bis zum nächsten Klingeln, um beispielsweise schon einmal zu überlegen, was der Tag einem bringen wird, und langsam wach zu werden, rät die Expertin. Sie ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Endloses Snoozen vermeiden durch Analyse des eigenen Schlafverhaltens

Problematisch wird es aber, wenn jemand so müde ist, dass er dabei einfach wieder einschläft. „Wer morgens endlos snoozt und sich selbst dabei immer wieder kurz aus dem Schlaf reißt, tut sich keinen Gefallen“, sagt Richter. Oft sei man am Tag dann noch müder. Wichtig ist in solchen Fällen, die Ursache für dieses Verhalten zu finden. „Wenn jemand morgens sowieso ausgeruht von selbst wach wird, kommt er gar nicht auf die Idee, so lange zu snoozen.“

Um genug Schlaf zu bekommen und erholt aufzuwachen, sollte man wissen, was für ein Schlaftyp man ist – und den Alltag entsprechend strukturieren. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Menschen schlafen etwa zwischen 23.30 Uhr und 7 Uhr am besten. Die restlichen 20 bis 30 Prozent gehören zu den sogenannten Lerchen oder Eulen. Während Lerchen abends zeitig müde werden und morgens früh hellwach sind, können Eulen bis tief in die Nacht wachbleiben und schlafen gerne lange aus. Unter den Lerchen sind oft eher ältere Menschen und Frauen, unter den Eulen eher jüngere Menschen und Männer.

Die innere Uhr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Kurzschläfer haben fast einen 24-Stunden-Rhythmus, der perfekt mit unserem festgelegten 24-Stunden-Tag harmoniert. Andere Menschen haben Rhythmen mit bis zu 25 Stunden, was zu einem sogenannten sozialen Jetlag mit dauerhaftem Schlafmangel führen kann – und damit zu gesundheitlichen Problemen.

Lesen Sie auch: Morgenmensch oder Nachteule? Warum Sie ab sofort besser früh aufstehen sollten.

Die Geschichte der Schlummertaste

Den Wecker oder das Handy nicht direkt neben dem Bett liegen zu haben, kann dabei helfen, sich das Snoozen abzugewöhnen. Die Erfinder des Weckers hatten sich das ohnehin ganz anders gedacht, wie der Historiker Johannes Graf erklärt. „Ursprünglich standen Wecker auch gar nicht auf dem Nachttisch, sondern waren in Wanduhren integriert“, erzählt der stellvertretende Leiter des Deutschen Uhrenmuseums in Furtwangen (Baden-Württemberg). Um den Alarm auszuschalten, mussten die Menschen also aufstehen.

Die Schlummertaste zum bequemen Bedienen aus dem Bett heraus tauchte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf. In der Zwischenzeit hatte die wesentlich kleinere, mobile Uhr mit Tragegriff das Möbelstück Wanduhr abgelöst. Diese war nicht nur flexibler, sondern konnte auch billiger produziert werden und war daher für mehr Menschen zugänglich. Für diese mobilen Uhren meldete ein gewisser Robert Türck in Zürich am 22. April 1913 eine Vorrichtung zum Patent an, die „nach einer erstmaligen Ausstellung des Läutwerks eine Wiederholungsauslösung mit dem Gehwerk in eine Verbindung bringt“. Kurzum: Die Schlummertaste, wie wir sie heute kennen, war geboren. (dpa) *Merkur.de gehören zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Quellen: Profil Kneginja Richter; Deutsches Uhrenmuseum in Furtwangen; Depatis: Originalpatent zum "Wiederholungswecker mit Absteller"

Weiterlesen: Schlafstörung kündigt Demenz an: Forscher finden überraschende Verbindung.

Mit diesen zehn Tricks werden Sie nie wieder schlecht schlafen

Zwei Frauen trinken Kaffee
Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten. © Josep Suria/Imago
Frau wacht auf
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und herwälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es „umarmen“. © Tanya Yatsenko/Imago
Wecker
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus. © kvkirillov/Imago
Frau trinkt Wein
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen. © Sofiya Garaeva/Imago
Frau schläft
Tipp 5: Wenn Sie Rückenschmerzen haben, empfiehlt es sich, ein Kissen unter Ihre Oberschenkel zu schieben, wenn Sie auf dem Bauch schlafen und unter die Beine, wenn Sie es auf dem Rücken tun. © Vasily Pindyurin/Imago
Frau hält Kissen vors Gesicht
Tipp 6: Nackenschmerzen oder -verspannungen können ganz schön fies sein - besonders in der Nacht. Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, ist es daher ratsam, mindestens alle zwei Jahre, das Kopfkissen auszuwechseln. Studien zufolge waren Probanden besonders von festeren Nackenstützkissen aus Latex angetan. © Sofiya Garaeva/Imago
frau massiert ihre wade nach einem nächtlichen wadenkrampf
Tipp 7: Wachen Sie in der Nacht manchmal auf, weil Sie plötzlich einen Wadenkrampf haben? Dann hilft Magnesium vor dem Schlafen gehen, um die Muskeln zu entspannen. Zur Soforthilfe empfiehlt sich das Massieren der betroffenen Stelle, um den Schmerz zu lindern. © Rolf Kremming/Imago
Paar liegt im Bett
Tipp 8: Wer unter Reflux leidet, kann oftmals ebenfalls unter Schlafstörungen leiden. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über entsprechende Medikamente und schlafen Sie fortan auf der linken Seite. Am besten auf einem etwas erhöhten Kissen. © AndreyPopov/Imago
Tasse mit Baldrian-Tee
Tipp 9: Manche schwören auch auf einen Schlummertrunk, um schneller ins Land der Träume abzutauchen. Begehrt sind vor allem Teesorten wie Baldrian- oder Hopfentee, weil sie schlaffördernde Wirkung entfalten sollen.  © O. Diez/Imago
Frau macht Yoga
Tipp 10: Entspannungsübungen lassen Körper und Geist zur Ruhe kommen. 15 Minuten entspannende Yoga-Übungen, Mediation oder autogenes Training können Ihnen so helfen, den Tag hinter sich zu lassen und schneller einzuschlafen.  © Imago

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