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"Früher hat man die Patienten aufgemacht"

Renale Denervation Klinikum Rosenheim
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Dr. Gunnar Tepe (rechts) mit einem Kollegen bei einer Renalen Denervation

Rosenheim – Bluthochdruck zählt mittlerweile zu den Volkskrankheiten schlechthin. Eine neue Therapie-Methode am Klinikum Rosenheim könnte jetzt helfen, wenn Medikamente nicht mehr anschlagen:

Fettes Essen, Übergewicht oder einfach nur vererbt – Bluthochdruck kann jeden treffen. Schätzungen zu Folge leiden rund 16 Millionen Deutsche an Bluthochdruck. Damit betrifft es rund ein Fünftel aller Deutschen. Das Tückische an der Krankheit ist, dass sie anfangs oft unbemerkt bleibt. Die Folgen: Verengung der Gefäße, Beschleunigung der Gefäßverkalkung und eine schlechte Durchblutung. Oft enden diese Symptome in einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Nieren oft das Übel bei Bluthochdruck:

Auch Nierenerkrankungen beruhen oft auf zu hohem Blutdruck. Die Nieren würden eine "relevante Rolle" im Bluthochdruck spielen, so der Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Rosenheim, Dr. Gunnar Tepe, gegenüber rosenheim24. Sie sende, bei einer Unterversorgung mit Blut, Signale aus, die den Blutdruck steigen ließen. Sollten Medikamente zur Senkung des Blutdrucks nicht mehr anschlagen, sei die neue Methode der Renalen Denervation ratsam, so der Chefarzt.

Nerven werden durchtrennt:

Bei der Renalen Denervation werden bestimmte Nerven an der Niere durchtrennt. Dieser Eingriff erfolgt über einen speziellen Katheter mit Hilfe von Hochfrequenzstrom-Energie. "In den meisten Fällen geht der Blutdruck danach runter. Nicht sofort, aber langsam", erklärt Dr. Tepe. Früher hätte man die Patienten operiert und aufgemacht, das sei heute nicht mehr der Fall.

Schmerzen bleiben während der Therapie nicht aus:

Ganz schmerzfrei geht die Renale Denervation dennoch auch nicht über die Bühne. "Bei der Therapie haben die Patienten Schmerzen, sie werden aber begleitend anästhesiert, um die Schmerzen zu lindern. Es ist doch eine Temperatur von 60-70 Grad, mit der man an die Nerven rangeht", erklärt der Chefarzt der Radiologie.

Risiken der Renalen Denervation:

Das Durchtrennen bestimmter Nerven an der Niere ist aber nicht für jeden Patienten geeignet. Vorher muss abgeklärt werden, ob Medikamente wirklich nichts mehr bringen und wie die Nierengefäße aussehen, ob sie stark verengt sind. Außerdem kann es sein, dass nachoperiert werden muss oder eine Niere nach der Therapie die Funktion einstellt. "80 Prozent der Patienten profitieren aber davon, 20 Prozent reagieren gar nicht darauf. Insgesamt wurden weltweit bereits über 5000 Patienten mit der Methode der Renalen Denervation behandelt. Einige davon am RoMed Klinikum in Rosenheim.

kmr

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