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Messie-Syndrom hat oft psychische Ursachen

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Menschen, die ihre Wohnungen im Müll versinken lassen, können von einer sogenannten Messie-Symptomatik betroffen sein (Archivbild).

Berlin - Menschen, die ihre Wohnungen im Müll versinken lassen, gelten oft als stinkfaul. Doch Untersuchungen haben gezeigt, dass ein zwanghaftes Messies-Syndrom ganz andere Gründe haben kann.

 „Untersuchungen haben gezeigt, dass Messies häufig an Schizophrenie oder Psychosen leiden“, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. Auch Zwangsstörung, Suchterkrankungen, Depressionen, Demenzerkrankungen oder auch Aufmerksamkeits-Defizit-Störungen können ein Messie-Syndrom als Symptom haben.

Bei einer Zwangsstörung beispielsweise erlebt der Betroffene die Trennung von Dingen häufig als Verlust eines Teils der eigenen Identität, erklärt die Psychiaterin. Zwanghafte Messies gingen dabei oft sehr strukturiert und ordentlich beim Horten von Gegenständen vor. „Ist das Messie-Verhalten Teil einer Suchterkrankung, ist das Sammeln hingegen unstrukturiert und chaotisch und spiegelt ein Stück weit den Kontrollverlust wider, der als typisches Merkmal einer Suchterkrankung auftritt.“

Seien depressive, einsame Menschen vom Messie-Syndrom betroffen, werde das Verhalten oft als Ausgleich zur eigenen Gefühlsarmut und dem Mangel an sozialer Nähe angewendet. Bei dementen Patienten stecke eine andere unbewusste Intension hinter Messie-Verhalten: „Demenzkranke versuchen durch das Horten von Gegenständen sich ein Stück weit ihre Welt zu erhalten. Es werden materielle Gegenstände herangeschafft und festgehalten, um den krankheitsbedingten Verlust der eigenen Welt im Kopf zu kompensieren“, sagt Roth-Sackenheim.

Eine Verwahrlosung im Alter könne aber auch Ausdruck altersbedingter körperlicher Einschränkungen und der damit einhergehenden Unfähigkeit sein, einen gepflegten Lebensalltag aufrecht zu erhalten, betont sie. „Angehörigen ist zu raten, Messies nicht als faul oder unmotiviert einzuschätzen. Ebenso ist es unangebracht, sich für sie zu schämen und sich zu distanzieren. Im Gegenteil, die Betroffenen brauchen Unterstützung und ärztliche Hilfe“, erklärt die Expertin.

Quelle: dapd/ www.psychiater-im-netz.de

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