Von Tieren übertragbar

Neues Virus aus China? Bundeszentrale nimmt Stellung zu fragwürdigem Gerücht

Ein Bericht aus China sorgte für Aufruhr: Ein Mann war am Hantavirus verstorben. Auch in Deutschland gab es Fälle - doch wie gefährlich sind Hantaviren wirklich? 

  • Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten auf den Menschen übertragen, in Deutschland hauptsächlich über die Rötelmaus.
  • Eine Infektion kann - wie Covid-19* - schwere Krankheitsverläufe zur Folge haben. 
  • Jedoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen Hanta- und Coronaviren. 

Der Fall eines durch das Hantavirus verstorbenen Chinesen warf in den vergangenen Wochen bei einigen Internet-Nutzern die Frage auf, ob zusätzlich zum Coronavirus ein neuer gefährlicher Erreger in Umlauf geraten könnte. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt allerdings Entwarnung: Hantaviren können zwar schwere Krankheitsverläufe auslösen, die Erreger seien allerdings seit langem weltweit verbreitet. In Deutschland kommt es immer wieder zu Hantavirus-Infektionen, zu Todesfällen komme es allerdings sehr selten


Tödliche Hantavirus-Infektionen möglich: Ansteckung durch virushaltigen Kot

Kopf-, Muskel- und Magenschmerzen, Fieber und Durchfall zählen zu den Symptomen, die eine Infektion mit dem Hantavirus zur Folge haben kann. Auch lebensgefährliche Verläufe sind möglich, etwa wenn eine Infektion aktues Nierenversagen zur Folge hat

In Deutschland wurden im Jahr 2019 bis Anfang August 202 Infektionen mit dem Hantavirus gemeldet - ein deutlicher Anstieg verglichen mit 2018 mit nur 12 Fällen im selben Zeitraum. 2012 war mit mehr als 2.800 Hantavirus-Infektionen ein Jahr, in welchem sich extrem viele Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert haben*. "Die Zahl der Krankheitsfälle beim Menschen schwankt von Jahr zu Jahr, vermutlich je nachdem wie hoch der Bestand der Nager ist und wie viele Tiere das Virus in sich tragen", informiert das Portal infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Infizierte Nagetiere wie Mäuse übertragen das Hantavirus.


Menschen stecken sich in erster Linie über das Einatmen von virushaltigem Staub mit dem Hantavirus an. Das kann etwa beim Fegen des Kellers oder der Garage passieren, wenn Partikel des infizierten, trockenen Kots von Rötelmäusen über die Luft eingeatmet werden. Rötelmäuse - auch Waldwühlmaus genannt - gelten in unseren Gefilden als Hauptüberträger von Hantaviren

Quellenwww.infektionsschutz.de; www.welt.de

WeiterlesenAchtung: gefährlicher Virus breitet sich aus - vor allem Bayern und Baden-Württemberg sind betroffen.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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