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Ernährung

Ist Gemüse gar nicht so gesund? Studie kommt zu erstaunlichem Ergebnis

Ein Gemüsestand in Dänemark.
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Wenn es um gesundes Essen geht, steht Gemüse meist oben auf der Liste – zu Unrecht?

In einer neuen Studie behaupten Forscher, dass der Verzehr von Gemüse keine Vorteile für das Herz-Kreislauf-System bringe.

Dass eine pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse gut für die Gesundheit ist, ist allgemein bekannt. Erst kürzlich bestätigte dies eine Studie, die im wissenschaftlichen Journal PLOS Medicine erschien. Demnach könnte sich die Lebenserwartung sogar um über ein Jahrzehnt verlängern, wenn man vor allem in jungen Jahren viel Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte und Nüsse isst.

Eine andere Studie stellt die gesundheitlichen Vorteile von Gemüse allerdings in Frage. Forscher der Universität von Oxford haben im Speziellen die Auswirkungen aufs Herz-Kreislauf-System* untersucht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Gemüse, insbesondere von gekochtem Gemüse, das Risiko von Herzkrankheiten nicht senke. "Unsere groß angelegte Studie hat keine Beweise für eine schützende Wirkung des Gemüseverzehrs auf das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden", erklärte Qi Feng von der Universität Oxford, in einer Stellungnahme gegenüber CNN.

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Nicht nur Ernährung: Viele Faktoren beeinflussen die allgemeine Gesundheit

Die Ergebnisse der Studie besagen, dass der Verzehr von rohem Gemüse vor Herzkrankheiten schützen kann, gekochtes Gemüse jedoch nicht. Wenn aber weitere Lebensstilfaktoren wie körperliche Aktivitäten, Rauchen, Alkoholkonsum oder Verzehr von Fleisch herangezogen werden, würden die positiven Effekte vom Gemüse verschwinden. Laut Feng würde das Risiko einer Herzkrankheit daher stärker mit dem sozioökonomischen Umfeld und dem allgemeinen Lebensstil zusammenhängen.

Forscher zweifeln an der Schlussfolgerung der Studie

CNN zitiert mehrere Forscher, die nicht an der Oxford-Studie beteiligt waren. Sie nennen mehrere Argumente, die für den Gemüse-Konsum sprechen.

  • So erklärt Naveed Sattar von der Universität Glasgow, dass der Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Gemüse dazu beitragen kann, das Gewicht zu senken und die Werte von Risikofaktoren zu verbessern, die bekanntermaßen zu Herzerkrankungen führen. Die Studie hätte Faktoren weggelassen, die für einen geringeren Gemüseverzehr verantwortlich seien.
  • Auch Günter Kühnle, Professor für Ernährung an der University of Reading in England, weist darauf hin, dass es wichtig sei zu berücksichtigen, was Menschen, die weniger Gemüse essen, stattdessen zu sich nehmen. Wenn man einen zuckerhaltigen Snack durch Karottenstäbchen ersetze, sei es somit wahrscheinlicher, dass die Gesundheit sich verbessert und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Das wäre aber nicht der Fall, wenn man einen Vollkornsnack durch Karotten ersetzt.
  • Alice Lichtenstein von der Tufts University sagt, dass man nicht einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe betrachten sollte, sondern das gesamte Ernährungsmuster. "Der beste Rat, den wir den Menschen geben können, ist, sich auf ihre gesamte Ernährung zu konzentrieren, auf welche Lebensmittel sie Wert legen und welche sie minimieren sollten", so Lichtenstein. "Im Allgemeinen denke ich, dass die Daten nach wie vor die positiven Auswirkungen einer Ernährung unterstützen, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch, fettfreien und fettarmen Milchprodukten und relativ wenig zugesetztem Zucker und Salz ist."

(ök)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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