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Freiwillige absichtlich mit Corona infiziert: Erste Ergebnisse umstrittener Studie überraschen

Corona
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Freiwillige absichtlich mit Corona infiziert: Erste Ergebnisse umstrittener Studie überraschen

Es klingt absurd, sich absichtlich mit Corona zu infizieren. Jetzt liegen erste Erkenntnisse einer britischen Studie mit genau so einer Anordnung bei freiwilligen Probanden vor.

Vor knapp einem Jahr sorgte die Ankündigung für Furore: Gesunde Freiwillige sollten sich gezielt für die Wissenschaft mit Corona infizieren lassen. Das Imperial College in London stellt jetzt erste Ergebnisse der sogenannten Human-Challenge-Studie vor. Auch wenn diese unter Medizinethikern heftig diskutiert wird, die britische Studie ist besonders: Erstmals wurden Menschen während des gesamten Infektionsverlaufs bei Covid-19 überwacht. Inkubationszeit und Symptome konnten die Wissenschaftler dabei genau beobachten.

Die ersten Erkenntnisse der Studie wurde auf dem Preprint-Server von Springer Nature veröffentlicht und noch nicht von Experten geprüft. Die Studie wurde zudem mit einem Sars-CoV-2-Stamm durchgeführt, bevor die Varianten Alpha, Delta und Omikron auftauchten. Die Autoren sehen jedoch Potenzial für schnelle Erkenntnisse über weitere Varianten, den Ablauf der Ansteckung und Erkrankung sowie die Anpassung von Impfstoffen.

Human-Challenge-Studie zu Covid-19: Erste Erkenntnisse der britischen Studie

  • Dem Forscherteam zufolge reicht demnach ein einziges Nasentröpfchen aus, um sich mit Covid-19 zu infizieren.
  • Die Inkubationszeit des Coronavirus ist der Studie zufolge kürzer als angenommen.
  • Typischerweise entwickelten die Probanden zwei Tage nach dem Kontakt mit dem Virus Symptome.
  • Die Viruslast war fünf Tage nach der Infektion am höchsten.

Corona-Infektion: Ein einziges Nasentröpfchen reicht aus

Ein einziges Nasentröpfchen reichte aus, um sich mit Covid-19 zu infizieren, so ein Ergebnis der britischen Studie. Auch die Inkubationszeit nach einer Corona-Infektion ist den Wissenschaftler zufolge kürzer als bisher angenommen. Infizierte Menschen entwickeln im Durchschnitt innerhalb von zwei Tagen nach dem Kontakt mit dem Virus Symptome – und sind fünf Tage nach der Infektion am ansteckendsten.

Corona etwas früher im Rachen (Speichel) nachweisbar

Die Studie ergab zudem, dass die Infektion zuerst im Rachen auftritt und dass das infektiöse Virus etwa fünf Tage nach der Infektion seinen Höhepunkt erreicht. Zu diesem Zeitpunkt hat die Nase eine viel höhere Viruslast als der Rachen. Eine weitere Erkenntnis der Forscher: sogenannte Lateral-Flow-Tests (LFTs) seien „ein beruhigend zuverlässiger Indikator dafür sind, ob ein infektiöses Virus vorhanden ist“.

„Wissenschaftlich bietet diese Studie einen echten Vorteil, da der Zeitpunkt der Ansteckung immer genau bekannt ist, daher können Dinge wie das Intervall zwischen der Exposition und das Profil des Virus Abgangs genau beschrieben werden“, sagte Prof. Sir Jonathan Van-Tam, medizinischer Berater der britischen Regierung am Mittwoch. „Diese wichtige Studie hat weitere Schlüsseldaten zu Covid-19 und seiner Ausbreitung geliefert, was von unschätzbarem Wert ist, um mehr über dieses neuartige Virus zu erfahren, damit wir unsere Reaktion fein abstimmen können.“

  • Die Pre-Print-Studie wurde von Springer Nature am 2. Februar 2022 veröffentlicht und muss noch von Experten begutachtet werden.
  • Ein Forscherteam um Prof. Christopher Chiu vom Imperial College London war für die Human-Challenge-Studie mit dem Titel „Safety, tolerability and viral kinetics during SARSCoV-2 human challenge“ verantwortlich. 
  • 36 Probanden im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ohne Immunität gegen das Virus nahmen an der Studie teil.
  • Die Freiwilligen wurden in einer Spezialeinheit des Royal Free Hospital in London überwacht und hatten keine schwerwiegenden Symptome.

Unter Medizinethikern sind die sogenannten Human-Challenge-Studien jedoch extrem umstritten. Die britische Studie gilt als weltweit erste, die im Zusammenhang mit Covid-19 auf diese Weise geforscht hat. Human Challenge Trials, bei denen gesunde Menschen einem Erreger ausgesetzt werden, kamen in der Vergangenheit zum Beispiel bei der Entwicklung von Grippe- und Malaria-Impfstoffen zum Einsatz. Allerdings wurde den Probanden dabei - anders als bei der britischen Studie - zunächst ein potenzieller Wirkstoff verabreicht.

ID/red

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