Innerer Frieden durch äußere Ordnung?

Deshalb sollten Sie den Frühjahrsputz auf keinen Fall ausfallen lassen

Warum der Frühjahrsputz lebensverlängernd wirken kann? Die Antwort könnte Sie überraschen.
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Warum der Frühjahrsputz lebensverlängernd wirken kann? Die Antwort könnte Sie überraschen.

Der Frühling naht. Für viele ist jetzt die Zeit gekommen, die Wohnung auf Vordermann zu bringen - so wirkt sich dieses Ritual auf Ihre Gesundheit aus.

Leben vereinfachen durch Entrümpeln - das predigen aktuell nicht nur Buchautoren. Es gibt sogar ein Berufsbild, das sich speziell mit der Unordnung beschäftigt: Ordnungsberatung. Die prominenteste Beraterin auf diesem Gebiet ist wohl Marie Kondō, deren Bücher über das richtige Ausmisten unzählige Bücherregale weltweit füllen.


Doch was ist dran am Versprechen, durch die richtige Ausmist-Strategie auch innere Ruhe zu finden? Psychologe Michael Tompkins als stellvertretender Direktor des Zentrums für kognitive Therapie in der San Francisco Bay Area weiß, warum man sich nach dem Aufräumen so gut fühlt.

Der Frühlingsputz macht den wenigsten Spaß - sorgt aber für Hochgefühle

Unsere Stimmungen können durch "angenehme Aktivitäten und mastery activities" verstärkt werden, so Tompkins. Letztere können mit Beherrschungsaktivitäten übersetzt werden: Sie machen in der Regel nicht so viel Spaß wie Hobbies oder Entspannungspausen*, führen aber zu einem Erfolgserlebnis. Steuer oder Ablage machen, einen unliebsamen Anruf tätigen oder Großputz: Das alles macht keine Freude, wenn die Aufgaben allerdings erledigt sind, kommt es zu einem Hochgefühl.


Tompkins sieht einen Zusammenhang zwischen einem ordentlichen Haushalt, der nicht mit unnötigen Besitztümern vollgestellt ist, und dem Gefühl der Gelassenheit, wie CNN Health berichtete. Nach dem Aufräumen werden wir entspannter, weil unsere Umgebung klarer ist, so der Buchautor. Wir würden Informationen anders verarbeiten, weil wir visuell "weniger Rauschen im Gehirn" haben. Und wenn wir Gegenstände anderen Menschen spenden oder schenken, die sie brauchen und benutzen werden, könne diese Art von Altruismus "psychologisch gesehen eine wirklich, wirklich gute Wirkung auf uns haben".

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Neustart kann lebensverlängernd wirken

Und die positiven Effekte eines ausgiebigen Frühjahrsputzes können sich sogar gut auf unser körperliche Gesundheit auswirken. Der Frühjahrsputz steht nicht nur für neue Sauberkeit im eigenen Heim, er wird von vielen auch als Start in den Frühling angesehen. Und ein Neustart kann Stressreduktion bedeuten, die Stimmung aufhellen und einen mit neuer Energie versorgen - die man nutzen kann, um sich gesünder zu ernähren*, mehr Sport zu treiben oder mehr zu schlafen, so CNN. Diese Faktoren würden ein langes, gesundes Leben begünstigen.

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jg

Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen
Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta © Mascha Brichta
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP © Fredi Lang
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn © -
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata © Georg J. Lopata

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