Mit Coronaviren angesteckt?

Bei Corona-Verdacht nicht zum Arzt: Wie Sie sich richtig verhalten

Bei einem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion auf keinen Fall zum Arzt: die Ansteckungsgefahr für andere ist zu groß.
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Bei einem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion auf keinen Fall zum Arzt: die Ansteckungsgefahr für andere ist zu groß.

Sie haben den Verdacht, sich mit Cornaviren angesteckt zu haben? Dann auf keinen Fall zum Arzt. Was Sie stattdessen tun sollten, erfahren Sie hier.

Als Hauptübertragungsweg der Coronaviren, auch Sars-CoV-2 genannt, gilt die Tröpfcheninfektion. Ansteckungsgefahr besteht dann, wenn Atemwegssekrete infizierter Personen – etwa durch Niesen und Husten – auf die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund gelangen. Auf diesem Weg können die Viren in den Körper eindringen und typische Symptome* wie Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen auslösen.


Solche Anzeichen können allerdings auch für einen "normale" grippalen Infekt sprechen. Da die Erkältungszeit noch nicht überstanden ist, wird so mancher Probleme bei der Einordnung der eigenen Symptome haben. Es gilt: Wer typische Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigt UND innerhalb der letzten Wochen vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatte und/oder in einem Risikogebiet war, sollte bestimmte Regeln in Bezug auf den Arztbesuch beachten.

Bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 auf keinen Fall zum Arzt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) raten bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2:


  • Zu Hause bleiben: Meiden Sie Kontakt und Nähe zu Anderen, sogar Händeschütteln ist tabu.
  • Zum Schutz Anderer sollte eine Mundschutzmaske* getragen werden.
  • Gehen Sie nicht zu Ihrem Hausarzt, sondern rufen Sie bei Ihrem Arzt oder beim zuständigen Gesundheitsamt an. So kann dafür gesorgt werden, dass Sie in der Praxis isoliert untersucht werden oder ein Hausbesuch kann organisiert werden. So wird gewährleistet, dass sich andere Patienten im Wartezimmer nicht anstecken.

Bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollten Sie wie folgt vorgehen:

  • Rufen Sie entweder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst an unter der Telefonnummer 116 117
  • oder nutzen Sie das Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus unter der Telefonnummer (030) 346465100
  • oder rufen Sie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland an unter der 0800 011 77 22.

Entscheidet der Arzt, dass ein begründeter Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion vorliegt - der Patient etwa Fieber, Husten und Atemprobleme hat und zuvor in einem Risikogebiet wie der italienischen Region Lombardei war, wird ein Coronavirus-Test* eingeleitet. Fällt dieser positiv aus, muss das zuständige Gesundheitsamt informiert werden, das je nach Fall häusliche Quarantäne* oder Isolation im Krankenhaus vorsieht.

Lesen Sie auch: Durch Geldscheine mit dem Coronavirus infiziert? Experte verrät, wie hoch das Risiko ist.

Coronavirus-Pandemie: Durch richtiges Verhalten der Überlastung von Kliniken und Arztpraxen vorbeugen

Den Labortest auf den SARS-CoV-2-Erreger zahlen deutsche Krankenkassen seit dem 1. Februar 2020. Allerdings nur dann, wenn zuvor eine Beratung durch einen Arzt stattgefunden hat und ein medizinisch begründeter Verdacht besteht, schränkt das Robert Koch-Institut ein, wie der Focus meldete.

Um der Überlastung von Notaufnahmen, Kliniken und Arztpraxen vorzubeugen, gelten nicht nur die oben empfohlenen Verhaltensregeln. Auch die Telemedizin kommt jetzt zum Tragen. So bietet etwa das Arzt-Patienten-Portal Jameda ab sofort den Premium-Service der Videosprechstunde kostenlos an. Sechs Monate lang sollen Patienten bei Verdacht auf Covid-19* auf diesen Weg einen Arzt konsultieren können. Via Webcam erstellt der Mediziner eine Erstdiagnose - ohne dass andere Patienten und das medizinische Personal durch eine mögliche Ansteckung gefährdet werden.  

Quellen: www.br.de; www.focus.de; www.chip.de; www.rki.de

Umfrage zum Thema

Weiterlesen: Coronavirus in Deutschland: Was jeder Einzelne tun kann, um sich nicht anzustecken.

jg

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HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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