ECMO bei Lungenversagen

Coronavirus-Infektion behandeln: So rettet die ECMO-Methode Leben

Im Kofferraum eines Rettungsfahrzeuges liegt eine transportable Herz-Lungen-Maschine (ECMO). Mit der kleinen ECMO-Maschine in dem Fahrzeug können Patienten bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand im Rahmen von Notarzteinsätzen besser in Fachkliniken transportiert werden.
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Im Kofferraum eines Rettungsfahrzeuges liegt eine transportable Herz-Lungen-Maschine (ECMO). Mit der kleinen ECMO-Maschine in dem Fahrzeug können Patienten bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand im Rahmen von Notarzteinsätzen besser in Fachkliniken transportiert werden.

Nimmt die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 einen schweren Verlauf, kann Lungenversagen die Folge sein. Dann setzen Mediziner die sogenannte ECMO ein. 

  • Je nach Allgemeinzustand eines Menschen kann eine Infektion mit Coronaviren milde verlaufen und Symptome auslösen, die einer Grippe ähneln. 
  • Für ältere und bereits vorerkrankte Menschen* kann die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 allerdings lebensbedrohlichen Auswirkungen haben. 
  • In Notfall kommt die ECMO-Therapie zum Einsatz. 

Eine Infektion mit Coronaviren kann eine Lungenentzündung auslösen, die Lungenversagen zur Folge haben kann. Das Lungengewebe ist dann derart geschädigt, dass das Organ seiner lebenswichtigen Aufgabe nicht mehr nachkommt: Unser Blut mit Sauerstoff anreichern und gleichzeitig durch Gasaustausch dafür sorgen, dass wir Kohlendioxid abatmen. Ist die Lunge dazu nicht mehr in der Lage, müssen Patienten intensivmedizinisch versorgt werden - eine Beatmung wird notwendig. Doch in sehr wenigen Fällen reicht diese Maßnahme nicht aus, Mediziner müssen eine Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO), auch Extrakorporale Lungenunterstützung (ECLA) genannt, einleiten.

ECMO bei Lungen- und Herzversagen: Wann Mediziner sie einleiten

Die ECMO-Therapie wird bei Herz-Lungen-Versagen angewandt, wie die Universitätsklinik Aachen informiert. Das Verfahren unterstützt oder übernimmt die Herz- und Lungenfunktion. Eingesetzt wird ECMO im Notfall: dann, wenn Lunge oder Herz schwerst geschädigt* sind und keine andere Behandlung wie etwa die Gabe von Medikamenten oder konventionelle künstliche Beatmung mehr Wirkung verspricht. Das Blut des Patienten wird dabei außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert. 


In folgenden Fällen findet ECMO Anwendung

  • Atemversagen (etwa wegen einer schweren Infektion der Lunge)
  • Schwere pulmonale Hypertonie (hoher Blutdruck in den Lungen) 
  • Herzversagen (Kardiogener Schock) 

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Wie funktioniert ECMO? 

"Ein ECMO-Gerät ist ein spezieller Oxygenator, genauer ein Membranoxygenator, der technisch einer Herz-Lungen-Maschine gleicht. Mithilfe einer Pumpe wird über einen großen Gefäßkatheter kontinuierlich eine definierte Blutmenge pro Minute aus dem Körper des Patienten durch einen Membran-Oxygenator gepumpt. Dieser Oxygenator ersetzt den Gasaustausch in der Lunge: Er entfernt Kohlendioxid aus dem Blut und reichert es mit Sauerstoff an", informiert die Uniklinik Aachen auf ihrer Website. Nach der Passage des Oxygenators gelange das aufbereitete Blut über einen weiteren großen Gefäßkatheter zurück in den Blutkreislauf des Patienten.

Bei Erwachsenen werden auf diese Weise drei bis fünf Liter Blut pro Minute aus dem Körper geleitet. Verbessert sich der Gesundheitszustand des Patienten wird die Menge gedrosselt, sodass Herz und Lunge wieder die Aufgabe des Gasaustauschs übernehmen können. In einem Video des George Washington University Hospitals erklärt der Chef der Thorax-und Kardiovaskularchirurgie Keith Mortman die Behandlungsmethode:

Weitere Quellen: www.lungeninformationsdienst.de; www.focus.de

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jg

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