Gegen Panikmache

"Fühlt sich an wie Jetlag": Der Rat dieser Corona-Patientin spaltet die Gemüter

Eine Frau aus London liegt in Brisbane im Krankenhaus - sie dachte, es wäre nur der Jetlag, doch in Wirklichkeit war es eine Coronavirus-Infektion. (Symbolbild)
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Eine Frau aus London liegt in Brisbane im Krankenhaus - sie dachte, es wäre nur der Jetlag, doch in Wirklichkeit war es eine Coronavirus-Infektion. (Symbolbild)

Londonerin Bridget Wilkins liegt aufgrund einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus. Sie hat eine Botschaft für alle, die Angst vor Sars-CoV-2 haben.

In der ersten Märzwoche nahm Bridget Wilkins den Flieger von London nach Brisbane, der Hauptstadt des australischen Bundesstaates Queensland. Nun liegt sie dort im Krankenhaus: Ärzte diagnostizierten die neuartige Lungenkrankheit COVID-19 bei der jungen Frau. Diese staunte nicht schlecht, spürte sie doch keine schwerwiegenden Symptome.


Frau hat COVID-19, hält ihre Symptome allerdings für die Folge eines Jetlags

Im Interview mit dem Fernsehsender 7News verglich Wilkins ihre Symptome mit normalen Erkältungssymptomen. Sie riet im Interview dazu, Ruhe zu bewahren und eine Coronavirus-Infektion nicht zu dramatisieren. Ihre Symptome habe sie für einen Jetlag gehalten, so mild verlief die Infektion.

Die 29-Jährige hat sich allem Anschein nach auf oder vor der Reise in ihre australische Heimat mit dem Coronavirus infiziert*. Wegen einer Hochzeit flog sie nach Brisbane, wo sie positiv auf Coronaviren getestet und jetzt isoliert behandelt wird. Die junge Frau räumt zwar im Interview ein, dass die Corona-Epidemie eine ernste Sache sei, sagte aber auch, dass der "Rummel und die Hysterie" in ihren Augen zum Großteil unangemessen ist.


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"Die Medien verbreiten eine Menge Hysterie in Hinblick auf das Coronavirus"

"Die Botschaft, die ich der Welt vermitteln möchte, ist, dass jemand vielleicht schon daran erkrankt ist und nur Symptome wie Kopfschmerzen, Halsschmerzen* oder einfach nur Müdigkeit verspürt", sagte sie dem Fernsehsender 7News. Sie sei davon ausgegangen, dass sie diese Symptome nach ihrer 30-stündigen Reise nur zeigte, weil sie erschöpft war: "Ich dachte nicht, dass ich eine Corona-Infektion habe. Ich dachte, ich hätte einen Jetlag".

Die junge Frau hofft, bald aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Sie habe immer noch Symptome wie Kopf- und Halsschmerzen sowie Müdigkeit, doch nicht mehr als das. "Die Medien verbreiten eine Menge Hysterie in Hinblick auf das Coronavirus", sagte Wilkins: "Das geschieht nicht ohne Grund, vor allem für ältere Menschen und Kranke kann eine Infektion gefährlich sein*. Aber ich denke, wir sollten Ruhe bewahren, denn für die meisten Menschen, so wie für mich, äußert sich eine Infektion in Form einer langwierigen Erkältung. Es gibt viel ernstere Krankheiten, die meiner Meinung nach die Schlagzeilen und die Aufmerksamkeit verdienen", schließt Bridget Wilkins.

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jg

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Nur Kopfschmerz - oder etwas ernsteres? Menschen mit Hypochondrie vermuten hinter Allerwelts-Symptomen schwere, manchmal tödliche Krankheiten. Foto: Christin Klose © Christin Klose
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Dr. Christa Roth-Sackenheim ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater (BVDP). Foto: BVDP/dpa-tmn
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