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Jetzt mit mRNA- oder später mit Totimpfstoff impfen lassen? Warum sich das Warten nicht lohnt 

Impfung
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Jetzt mit mRNA- oder später mit Totimpfstoff impfen lassen? Warum sich das Warten nicht lohnt 

Viele hadern mit der neuartigen mRNA-Impftechnologie. Aber ist das Warten auf die Totimpfstoffe die Lösung? Einige Argumente sprechen dagegen.

Lange Zeit waren nur Vektor- und mRNA-Impfstoffe im Rahmen der Corona-Impfkampagne verfügbar. Am 20. Dezember 2021 hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des Totimpfstoffes von Novavax empfohlen. Nach der Zustimmung durch die EU-Kommission wird es der fünfte zugelassene Impfstoff in der EU. Doch die bislang verimpften Produkte von Astrazenca und Johnson & Johnson (beides Vektorimpfstoffe) und die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer (mRNA-Impfstoffe) können dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge mit Totimpfstoffen gleichgesetzt werden. Grund dafür, dem RKI zufolge: Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Viren. Totimpfstoffe würden abgetötete Erreger oder Erreger-Bestandteile enthalten, die sich weder vermehren, noch eine Erkrankung auslösen können. Dies gelte sowohl für die mRNA- als auch für die Vektorimpfstoffe, heißt es weiter.

Ein weiterer Grund, der gegen das Warten auf die Totimpfstoffe spricht: Die zwei vielversprechendsten Totimpfstoff-Kandidaten sind noch nicht verfügbar. Zwar wurde das Präparat Nuvaxovid von Novavax vonseiten der EMA zugelassen. Jedoch kann es noch dauern, bis der Impfstoff in Deutschland erhältlich ist. „Deutschland hat sich vertraglich Impfstoff der Firma Novavax gesichert, der nach der Zulassung der EU auch in Deutschland verimpft werden kann. Derzeit warten wir noch auf Bekanntgabe der konkreten Liefertermine durch das Unternehmen“, zitiert die Zeitung Stuttgarter Nachrichten einen Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Die EU-Kommission hatte bereits Anfang August einen Kaufvertrag mit Novavax über bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen geschlossen, heißt es weiter. Deutschland hat bislang 16 Millionen Dosen Novavax angefordert.

Auch der Impfstoff des französisch-österreichischen Pharmakonzerns Valneva gilt als Hoffnungsträger im Bereich der Totimpfstoffe. Er wird derzeit von der europäischen Arzneimittelbehörde geprüft.

Langzeitbeobachtungen fehlen bei Corona-Totimpfstoffen

In welchen Mengen die Totimpfstoffe tatsächlich zur Verfügung stehen werden und ab wann genau, ist also ungewiss. Doch die Zeit drängt: Je schneller ein Großteil der Bevölkerung durchgeimpft ist, desto besser. Denn die Corona-Impfung schützt vor schwerem Covid-19 und vor lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen, wie Gesundheitsbehörden informieren.

Der Bayerische Rundfunk verweist zudem darauf, dass es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass diese Impfstoffe sicherer, zuverlässiger oder in anderer Hinsicht besser sein könnten als die Impfstoffe, die bisher in Deutschland verwendet werden. Außerdem sei unklar, wie lange der Impfschutz anhält und wann eine Auffrischimpfung nötig wird.

Ein weiteres Manko: Totimpfstoffe wurden nicht wie mRNA- und Vektorimpfstoffe bereits milliardenfach verimpft. Entsprechend fehlen detaillierte Informationen über sehr seltene Nebenwirkungen, die in den Zulassungsstudien nicht vorkamen. 

ID/red

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