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Impfstoff gegen Sars-CoV-2

Erste Corona-Impfung spätestens im Januar – was über mögliche Nebenwirkungen bekannt ist

Die Corona-Impfung kommt: Im Impfzentrum Düsseldorf sollen bis zu 2.400 Patienten täglich gegen das Coronavirus geimpft werden können.
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Die Corona-Impfung kommt: Im Impfzentrum Düsseldorf sollen bis zu 2.400 Patienten täglich gegen das Coronavirus geimpft werden können.
  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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In Großbritannien und Russland wird bereits geimpft, in der Europäischen Union kommt die Corona-Impfung frühestens Ende Dezember. Erfahren Sie hier mehr über die Impfstoffe.

  • Die Covid-19-Impfung soll schwere Krankheitsverläufe verhindern und die Ausbreitung der Pandemie eindämmen.
  • In einigen Ländern können sich Menschen bereits impfen lassen. In Deutschland soll die Corona-Impfung* frühestens Ende Dezember möglich sein. Risikogruppen wie ältere und kranke Menschen sowie medizinisches Fachpersonal haben als Erste die Möglichkeit, sich impfen zu lassen.
  • Bei den möglichen Präparaten handelt es sich um drei Impfstoffkandidaten, darunter auch mRNA/DNA-Impfstoffe. Wie diese funktionieren und ob Nebenwirkungen möglich sind, erfahren Sie hier.

In der Europäischen Union (EU) stehen zwei Impfstoffe kurz vor der Zulassung: Ein Kandidat stammt vom Mainzer Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer. Der andere Impfstoff wurde vom US-Konzern Moderna entwickelt, wie die Tagesschau informiert. Der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zufolge soll das Moderna-Präparat Mitte Januar zugelassen werden, das Mittel von Biontech dagegen frühestens Ende Dezember.

Die zwei Präparate zählen zu einer Reihe von Impfstoffkandidaten, die seit Entschlüsselung des Genoms von Coronaviren entwickelt wurden. Aktuell laufen weltweit über 210 Impfstoffprojekte – die meisten befinden sich der „Nationalen Lenkungsgruppe Impfen“ zufolge allerdings noch in der präklinischen Entwicklungsphase und sind damit noch weit entfernt von einer Zulassung. 48 Impfstoffe würden im Rahmen klinischer Studien bereits am Menschen erprobt werden. Der Moderna- und Biontech-Impfstoff (beides mRNA-Impfstoffe) haben bereits Phase I, Phase II und Phase III des klinischen Tests durchlaufen, weshalb hier ein Zulassungsantrag gestellt werden konnte.

Klinischer Test von Corona-Impfstoffen – ein kurzer Überblick

Zu Beginn der Impfstoffentwicklung wird im Rahmen der präklinischen Phase festgelegt, welche Bestandteile des Virus und welche Zusatzstoffe im Impfstoff berücksichtigt werden sollen. Das hergestellte Mittel wird dann an Tieren erprobt, bevor es in einem dreistufigen Verfahren an Freiwilligen getestet wird, informiert die Bundesregierung. Dieses Verfahren sieht folgendermaßen aus:

Phase I:  Die Verträglichkeit eines Impfstoffs und seine Fähigkeit, eine Immunabwehrreaktion hervorzurufen, wird an maximal 100 gesunden Freiwilligen getestet.

Phase II: Die Verträglichkeit und die Immunabwehrreaktion werden an mehreren hundert Freiwilligen erprobt. Auch die richtige Dosis wird hier ermittelt.

Phase III: Mehrere tausend bis mehrere zehntausend Freiwillige werden geimpft. Die Studienleiter erforschen, ob der Impfstoff gegen eine Infektion schützt und welche möglichen Nebenwirkungen auftreten.

Mehr zum Thema: Schützt Impfung gegen Pneumokokken vor Coronavirus-Infektion? Impfstoff ist knapp.

Covid-19-Impfungen: die Impfstoffe im Überblick

Laut Apotheken Umschau gibt es drei Linien von Impfstoffkandidaten, die vor Covid-19 schützen könnten: Lebendimpfstoffe mit Vektorviren, mRNA/DNA-Impfstoffe und Totimpfstoffe. Bei letzteren kommen in der Herstellung inaktive Sars-CoV-2-Viren zum Einsatz, die zuvor so verändert wurden, dass sie sich nicht mehr im Körper vermehren können. Bei der Entwicklung von Lebendimpfstoffen dagegen verwenden Forscher ein für den Menschen ungefährliches Virus und versehen dieses mit Bruchstücken des Coronavirus. Das Ziel ist hier, das Immunsystem dahingehend anzuregen, dass es Antikörper gegen die Corona-Anteile des Virus produziert.

Bei den beiden sich im EU-Zulassungsverfahren befindenden Impfstoff-Kandidaten von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um mRNA/DNA-Impfstoffe. Diese enthalten Teile des Coronavirus-Genoms in Form einer sogenannten Boten-RNA. Der Körper produziert bei Kontakt mit dieser Boten-RNA für das Coronavirus typische Eiweiße, die nicht krank machen, das Immunsystem allerdings zur Produktion von Corona-Antikörpern anregen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung

Ob Corona-Impfstoffe Nebenwirkungen bergen können, kann der Bundesregierung zufolge nicht ausgeschlossen werden. Auch etablierte Impfstoffe hätten Nebenwirkungen, wichtig sei es, diese genau zu kennen. Denn nur auf diesem Weg wäre eine sichere Entscheidung für oder gegen die Impfung möglich, so eine Information auf www.bundesregierung.de. Manchmal würden sich sehr seltene Nebenwirkungen auch nach der Zulassung eines neuen Impfstoffes beobachten lassen. Das Paul-Ehrlich-Institut ist hier zuständig und erfasst in Deutschland alle Nebenwirkungen und Impfreaktionen von Impfstoffen. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.nali-impfen.de/impfstoffe-sicherheit/stand-der-sars-cov-2-impfstoffentwicklung/; https://www.tagesschau.de/inland/spahn-fuer-schnelle-impfstoffzulassung-101.html

Weiterlesen: Immun gegen Covid-19 durch Vorerkrankung – Kreuzimmunität schützt vor allem diese Gruppe.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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