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Schwere Nebenwirkungen möglich

Gefahr bei gängigen Antibiotika: „Gestern noch topfit und heute bettlägerig“

Immer wieder werden Fluorchinolon-Antibiotika verschrieben, dabei sollen sie starke und vor allem dauerhafte Nebenwirkungen auslösen können. Sogar der Bund warnt.

Antibiotika* werden schnell mal verschrieben, ob bei einer Mandelentzündung, bei einer Blasenentzündung oder auch bei einer einfachen Grippe. Doch starke Antibiotika, wie ein Fluorchinolon-Antibiotikum, haben es in sich. Sie werden mit Nebenwirkungen „wie einer Schädigung des Nervensystems, der Hauptschlagader oder einem Sehnenriss“ in Verbindung gebracht, warnt das Wissenschaftliche Institut der AOK, kurz WidO. Teilweise halten die Nebenwirkungen des Medikaments dabei dauerhaft an.

Bundesinstitut warnt vor Antibiotikum Fluorchinolon – dennoch millionenfach verschrieben

Viele Experten warnen vor einer zu schnellen Verschreibung des Antibiotikums Fluorchinolon. Denn die Nebenwirkungen haben es in sich. (Symbolbild)

Sogar das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt seit 2019 in einem „Rote-Hand-Brief“ bei den Fluorchinolon-Antibiotika vor dem „Risiko von Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen. Dennoch wird das Medikament millionenfach verschrieben.

Was genau ist ein Fluorchinolon-Antibiotikum und wieso ist es so gefährlich?

Fluorchinolone sind äußerst wirksame Antibiotika. Sie bekämpfen sehr effektiv eine Vielzahl von bakteriellen Infektionen“, informiert die Apotheken Umschau. „Doch leider begünstigen sie auch den Abbau bestimmter Eiweißstrukturen im Körper, sogenannter Kollagenfasern.“

Das steigert das Risiko, dass Risse in der Achillessehne und Schäden an der Hauptschlagader entstehen. Dies kann sogar zum Tod führen. Darum sollte das Medikament nur verschrieben werden, wenn andere Antibiotika nicht helfen und „lebensbedrohliche“ Infektionen vorliegen, so die Apotheken Umschau weiter.

Zu Fluorchinolon-Antibiotika zählen Antibiotika, deren Wirkstoffname auf „floxacin“ endet. Zum Beispiel: Ciprofloxacin oder Levofloxacin.

Allein im Jahr 2018 wurden schätzungsweise 3,3 Millionen Patienten mit Fluorchinolonen behandelt. 40.000 Menschen litten unter starken Nebenwirkungen, warnt das Wissenschaftliche Institut der AOK. Dazu kommen 140 Todesfälle. Dabei wird seit Jahren weltweit berichtet, „dass Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone mit erhöhten Risiken für die Patienten verbunden sind.“ Zu den Nebenwirkungen gehören laut Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte folgende Beschwerden.

Fluorchinolon-Antibiotika: Diese Nebenwirkungen sind bekannt

  • Kribbeln im Gesicht und in den Händen
  • Taubheitsgefühl
  • Muskelschmerzen und Muskelschwäche
  • Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen und Gangstörung
  • Sehnen-Entzündungen
  • Risse im Bereich der Sehnen
  • Leberschäden
  • Schlaflosigkeit
  • Angstzustände und Panikattacken
  • Depressionen
  • Ermüdung
  • Eingeschränktes Erinnerungsvermögen
  • Seh-, Hör-, Geruchs- und Geschmacksstörungen

Nach Einnahme von Fluorchinolon-Antibiotikum: „Haut und Muskeln brennen höllisch“

Auch der Münchner Harry Gottschalk leidet seit der Einnahme des Fluorchinolon-Antibiotikums unter schlimmen Beschwerden. „Seit vier Jahren habe ich jeden Tag Schmerzen. Die Haut und meine Muskeln brennen höllisch, vor allem die Beine und das ohne Pause“, so der 30-Jährige gegenüber Bild.

Aufgrund eines Harnröhreninfekts wurde ihm das Fluorchinolon Ciprofloxacin verschrieben. „Mein neuer Hausarzt sagt, es wäre wirklich möglich, dass Fluorchinolone schuld an meinem Zustand sind. Jetzt stehen ganz viele neurologische Untersuchungen an, um dem weiter auf den Grund zu gehen“, erzählt Gottschalk weiter.

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Gefahr durch gängiges Antibiotikum Fluorchinolon: „Gestern noch topfit und heute bettlägerig“

Der Allgemeinmediziner und Fluorchinolon-Experte Dr. Stefan Pieper warnt gegenüber der Bild vor einer zu leichtfertigen Verschreibung des Medikaments: „Gerade bei jüngeren Patienten sind die Folgen zum Teil verheerend. Gestern noch topfit und heute bettlägerig.“

„Am besten wäre eine groß aufgedruckte Warnung auf der Medikamenten-Packung, die darauf hinweist, dass diese Reserveantibiotika nur bei allerschwersten bakteriellen Infektionen verschrieben werden dürfen, wenn es überhaupt keine andere Therapiemöglichkeit mehr gibt“, so der 61-Jährige.

Eine ähnliche Warnung gibt es beispielsweise in den USA. Seit 2008 warnt eine sogenannte „Black-Box“ auf dem Beipackzettel vor möglichen dauerhaften Nebenwirkungen. (jw) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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