Kein Aprilscherz

Schnee und Kälte: Weiter kein Frühling

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Glühwein ist vielerorts weiterhin begehrt

Offenbach - Auch nach dem frostigen Osterfest ist kein besseres Wetter in Sicht, der Frühling lässt in Deutschland weiter auf sich warten.

Verrücktes Feiertagswetter: Vielerorts in Deutschland haben die Menschen weiße Ostern gefeiert nach einem weitgehend frühlingshaften Weihnachtsfest drei Monate zuvor. Doch vor allem am Montag gab es auch Lichtblicke - etwa an Nord- und Ostsee oder in Bayern. Auch nach dem frostigen Osterfest ist kein besseres Wetter in Sicht, ein richtiger Frühling lässt weiter auf sich warten. Diese Vorhersage vom Deutschen Wetterdienst ist leider kein Aprilscherz.


Am Ostermontag ließ sich in weiten Teilen Bayerns die Sonne blicken. Noch am Ostersonntag hatte es vor allem in Südbayern erneut geschneit. In den bayerischen Skigebieten herrschten beste Pistenbedingungen. Auf der Zugspitze - Deutschlands höchstem Berg - lagen am Sonntag zum Beispiel 3,30 Meter Schnee.

Blauen Himmel und Sonnenschein gab es auch an Nordsee und Ostsee. Im Nordsee-Städtchen St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein) waren die kostenlosen Strandkörbe ebenso wie in Büsum schnell belegt. Auch an der Ostsee in Timmendorfer Strand oder auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) nutzten viele Menschen die Gelegenheit zu einem Sonnenbad. Unzufrieden waren eher die Eisverkäufer. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt verspürten nur wenige Spaziergänger Lust auf einen kühlen Eisbecher.


In anderen Ländern hatte das Wetter auch negative Auswirkungen:

SPANIEN: Nach weitgehend verregneten Osterfeiertagen kamen am Montag in der Gegend von Ciudad Real südlich von Madrid drei Menschen ums Leben, nachdem die Fluten eines Flusses eine Straßenbrücke eingerissen hatten. Ein Lastwagen und ein Pkw stürzten in den über die Ufer getretenen Fluss. Die Fahrer beider Fahrzeuge und der Beifahrer des Lkw wurden laut Rettungsdiensten tot geborgen. In der Gegend von Albacete im Südosten des Landes saßen mehr als 100 Menschen auf einem Campingplatz fest - die einzige Zufahrtsstraße war wegen einer Überschwemmung unpassierbar.

PORTUGAL: In der Gegend von Viseu und Santarém im Zentrum des Landes waren nach starkem Regen mehrere Dörfer infolge überschwemmter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Dutzende Fernstraßen waren wegen Hochwassers gesperrt. Am stärksten waren die Ufergebiete des Tejo betroffen.

POLEN: Nach heftigem Schneefall waren am Montag etwa 100 000 Haushalte in Zentral- und Nordost-Polen ohne Strom. Wie der Nachrichtensender TVN 24 berichtete, rissen schwerer Neuschnee oder auch umstürzende Bäume Stromleitungen nieder.

SCHWEIZ: Dichter Nebel führte am Karsamstag in der Westschweiz auf einer Autobahn zu einer Massenkarambolage. Elf Menschen wurden verletzt, etwa 50 Fahrzeuge und mehr als 100 Menschen waren involviert.

MAURITIUS: Schwere Überschwemmungen nach Monsunregen töteten auf der afrikanischen Insel Mauritius am Osterwochenende mindestens elf Menschen. Am schlimmsten betroffen war die Hauptstadt Port Louis. Der Wasserpegel war am Samstag in Windeseile gestiegen und hatte ganze Stadtteile geflutet. Die Anwohner hatten kaum Zeit zur Flucht, die Opfer ertranken. Der Inselstaat - mit seinen traumhaften Stränden und dem türkisblauen Wasser eigentlich ein Urlaubsparadies - liegt etwa 1800 Kilometer von Mosambik entfernt im Indischen Ozean. Von Dezember bis April herrscht in der Region Monsunwetter.

dpa

Die aktuelle Wetter-Vorhersage

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

Wetter Bauernregeln
Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rau. Falsch! Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einem feuchten Januar und einem trockenen Frühjahr – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade mal bei 50 Prozent. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. Stimmt! Allerdings ist dieser Zusammenhang nur sehr schwach. Für den kommenden Sommer hieße das trotzdem: viel Sonne und tropische Temperaturen, denn heuer war’s im Januar weiß und kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Vigilius (31.1.), im Märzen Kälte kommen muss. Volltreffer! Liegen die Temperaturen Ende Januar unter dem Gefrierpunkt, ist es oft auch im März bitterkalt. Heuer gab‘s in München an diesem Tag keinen Frost, der März könnte also mild ausfallen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist der Februar sehr warm, friert man Ostern bis in den Darm. Quatsch! Auch wenn die Wortwahl das Wetter nun sehr anschaulich beschreibt: An dieser Bauernregel ist nix dran. © dpa
Wetter Bauernregeln
Scheint an Lichtmess (2.2.) die Sonne heiß, kommt noch sehr viel Schnee und Eis. Richtig! Scheint die Sonne Anfang Februar häufiger als normal, ist es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent im Februar und März frostig und kalt. Das liegt an der sogenannten Erhaltungsneigung des Wetters: Bringt ein Hochdruckgebiet Anfang Februar viel Sonne, bleibt das Wetter oft gleich über mehrere Wochen schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Felix und Petrus (21./22.2.) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han. Richtig! In ganz Deutschland stimmt diese Regel in zwei Drittel aller Fälle. Regnet es an diesen Tagen nicht, bleiben auch die kommenden Wochen trocken – gleicher Zusammenhang gilt für die Temperaturen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Im Februar Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß. Schön wär’s! Auf einen kalten Februar folgt nicht zwangsläufig ein schöner Sommer – die Wahrscheinlichkeit liegt gerade einmal bei 50 Prozent. Schade eigentlich… © dpa
Wetter Bauernregeln
Im März viel Schnee und Regen bringt wenig Sommersegen. Blödsinn! Untersuchungen zeigen keinen Zusammenhang. Man darf also auch nach einem verschneiten März auf einen Super-Sommer hoffen! © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn es Kunigunden (3.3.) friert, sie’s noch 40 Nächte spürt. Stimmt nur tendenziell! In Süddeutschland trifft diese Regel mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Friert es auf Gertrude (17.3.), der Winter 40 Tage nicht ruht. Stimmt überwiegend! Ist es Mitte März unterdurchschnittlich kalt, bleibt die zweite Märzhälfte zumindest mit einer Wahrscheinlichkeit von um die 60 Prozent kalt. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wie das Wetter zu Frühlingsanfang (21.3.), ist es den ganzen Sommer lang. Stimmt! Entscheidend sind die Tage um diesen Stichtag. Wahr ist, dass es bei wenig Regen in diesen Tagen in sechs von zehn Sommern niederschlagsarm bleibt. Ist es hier zu warm und sonnig, bleiben Juni und Juli zu fast 70 Prozent schön. © dpa
Wetter Bauernregeln
Hält St. Ruprecht (28.3.) den Himmel rein, so wird es auch im Juli sein. Stimmt! Scheint dann die Sonne, ist der Juli mit über 72 Prozent Wahrscheinlichkeit sonniger als normal. Schlechtes Wetter um den 28.3. bringt mit 60-prozentiger Sicherheit auch einen trüben Juli. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gibt’s im April mehr Regen als Sonnenschein, wird warm und trocken der Juni sein. Stimmt überwiegend nicht! Lediglich im Osten der Republik trifft die Regel in sechs von zehn Jahren zu. Prinzipiell ist aber kaum ein Zusammenhang zwischen April- und Juniwetter nachgewiesen. © dpa
Wetter Bauernregeln
Wenn’s viel regnet am Amantiustag (8.4.), ein dürrer Sommer folgen mag. Stimmt nur für den Süden! Hier liegt die Wahrscheinlichkeit für einen trockenen Sommer sogar zwischen 70 und 80 Prozent, wenn es Anfang April mindestens doppelt so viel geregnet hat wie üblich. © dpa
Wetter Bauernregeln
Auf einen nassen Mai folgt ein trockener Juni. Stimmt nur für den Süden! Im Großteil Deutschlands folgen auf einen nassen Mai genauso oft feuchte wie trockene Monate, in Ostdeutschland stimmt sogar das Gegenteil. © dpa
Wetter Bauernregeln
Das Wetter am Siebenschläfertag (27.6.), sieben Wochen bleiben mag. Stimmt! Diese bekannte Regel trifft vor allem dann zu, wenn man als Datum den 7. Juli hernimmt – das ist nämlich nach der Kalenderreform der wahre Siebenschläfertag. Am meisten trifft die Regel für uns im Süden zu. Dieser Tag ist übrigens der Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephesus und Lostag für Bauernregeln und hat nichts mit dem Nagetier zu tun. © dpa
Wetter Bauernregeln
Gießt’s an St. Gallus (16.10.) wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass. Stimmt nicht! Hier besteht kein nachweisbarer Zusammenhang. Wieder einmal trifft die Bauernregel am ehesten für den Süden Deutschlands zu. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa
Wetter Bauernregeln
Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald. Stimmt! Durchschnittlich folgt in fast sieben von zehn Fällen auf ein kaltes Fest ein zu warmer Februar. Heuer an Weihnachten war’s in München mit Temperaturen knapp über null Grad relativ mild, der Frühling lässt noch auf sich warten. © dpa

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