1800 Quadratmeter groß

Einzigartig in Deutschland: Lidl eröffnet Metropolfiliale in Frankfurt

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Eine Computer-Darstellung der Lidl-Metropolfiliale in Frankfurt-Niederrad.

Lidl hat in Frankfurt deutschlandweit seine erste Metropolfiliale eröffnet. Sie bietet einige Neuerungen gegenüber früheren Filialen des Discounters.

Frankfurt - Mit etwa einem Dreivierteljahr Verspätung öffnete am Donnerstag (19.09.2019) in der früheren Bürostadt Niederrad in Frankfurt ein Lidl-Markt, der sich sehr von bisherigen Discountern unterscheidet. Anstelle der kleinen, in die Jahre gekommenen Filiale hat das Unternehmen ein zum größten Teil gläsernes Gebäude errichtet, das mit etwa 1800 Quadratmetern mehr als doppelt so viel Verkaufsfläche wie der abgerissene Markt bietet.

Frankfurt: Lidl eröffnet Metropolfiliale

Der Discounter befindet sich im ersten Stock des Neubaus über einem ebenerdigen Parkdeck. Es hat elf Stellplätze mehr als der frühere Parkplatz vor der Filiale. Kunden gelangen über eine Rolltreppe oder per Aufzug in den eigentlichen Markt, Lastwagen rollen eine lange flache Rampe hinauf in das Lager, das sich ebenfalls im ersten Stock befindet.

Lidl nennt den Markt an der Goldsteinstraße seine erste „Metropolfiliale“ in Deutschland. Ähnliche Konzepte hat das Unternehmen, wie es am Dienstagmorgen (17.09.2019) bei einem Rundgang durch den Neubau hieß, bislang nur im europäischen Ausland realisiert, etwa in London, Madrid und Wien. Die zweistöckige Bauweise soll in erster Linie Platz sparen. 

Frankfurt: Lidl baut Metropolfiliale mit zwei Stockwerken

Damit reagiert das Unternehmen auf die in urbanen Bereichen immer knapperen Flächen und dadurch höheren Grundstückspreise. Stephan Luxem, Leiter des Lidl-Immobilienbüros Rhein-Main spricht von einem Pilotprojekt für Deutschland.

Auch optisch unterscheidet sich die „Metropolfiliale“ bewusst von früheren Filialen des Discounters. Durch die Glasfassade dringt vom Lyoner Ring her Tageslicht in den Eingangsbereich des Discounters. Der ist mit acht Kassen sehr großzügig gestaltet. Innen setzt Lidl auf viel Holz. Das soll nicht zuletzt Nachhaltigkeit symbolisieren.

Frankfurt: Lidl nutzt in Metropolfiliale Abwärme

Dirk Brunner, Immobilienleiter der auch für Frankfurt zuständigen Lidl-Regionalgesellschaft Alzenau, weist etwa darauf hin, dass die Abwärme der Kühlanlage genutzt werde und ausschließlich natürliche Kältemittel im Einsatz seien. Das Dach ist begrünt und mit einer Photovoltaikanlage bestückt.

Lidl arbeitet bereits an einem weiteren Projekt in Frankfurt*, bei dem das Unternehmen auch Wohnraum schaffen will. Im Gallus soll ein bestehender Discounter einem Neubau weichen, der Platz für 110 Wohnungen, davon 40 über der Verkaufsfläche des Discounters, bietet. Die Wohnungen werde Lidl nicht verkaufen, sondern behalten, hieß es am Dienstag.

Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir hatte erst Anfang September zum „Supermarktgipfel“ in Wiesbaden geladen. Bis zu 5000 Wohnungen könnten über Supermärkten wie Lidl und Aldi in Frankfurt und im ganzen Rhein-Main-Gebiet entstehen*. Doch die SPD und der Handel sind skeptisch.

Ekel-Fund bei Aldi 

Über den direkten Konkurrenten Aldi wurde kürzlich eine weniger erfreuliche Nachricht bekannt: E ine Aldi-Kundin etwas an ihren „Steinofen-Brötchen“, das da nicht hingehörte - erfreulich war der Ekel-Fund nicht gerade. 

Eher weniger positiv für den Ruf von Aldi und auch den der Supermarkt-Konkurrenz wird ein kürzlich veröffentlichter Werbespot von Lidl sein. In dem Clip, der wie ein Netflix-Trailer daherkommt, wird die Konkurrenz nämlich kräftig verspottet.

Von Christoph Manus

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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