Kampagne um Fluchthelfer zu mobilisieren

Dieses YouTube-Video ruft zu einer Straftat auf

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Berlin - Mit einem YouTube-Video und einer Kampagnenseite ruft das Berliner Künstlerkollektiv "Peng" dazu auf, Fluchthelfer zu werden - auch wenn das strafbar ist!

In dem Video sieht man ein älteres Paar aus Deutschland, das im Auto in den Alpen auf dem Rückweg aus dem Urlaub ist. Auf der Rückbank sitzt ein dunkelhäutiger, junger Mann. Die Personen im Wagen sind angespannt, denn das was sie machen ist illegal. Doch ob das Recht oder Unrecht sei, werde nicht von einem Gericht entschieden, das Urteil falle letztlich in den Geschichtsbücher, heißt es am Ende des Video pathetisch.

Hier können Sie den Clip sehen:

 

Getönte Scheiben und andere Tricks

Das Video gehört zur Kampagne "Werde Fluchthelfer.in". Auf der dazugehörigen Homepage gibt das Künstlerkollektiv "Peng" konkrete Tipps und Tricks, wie man unerkannt Flüchtlinge ins Land einschleusen kann.

So heißt es etwa unter dem Punkt 'Wie präparieren wir unser Auto' auf der Homepage: "Getönte Scheiben haben den Vorteil, dass die Polizei, wenn ihr an einer Kontrolle vorbei fahrt, nicht so einfach die flüchtende Person auf dem Rücksitz erkennt. Für Privatautos gibt es auch hier Abhilfe in Form von Tönungsfolie, die man sich auf die Scheiben kleben kann. Alternativ könnt ihr auch Sonnenblenden für Kinder verwenden, welche mit Saugnäpfen an die Scheiben geklebt werden."

"Wir wollen dieses System ein bisschen brechen"

Gegenüber der Sendung "Zündfunk" vom Bayerischen Rundfunk nahm Max Thalbach vom Künstlerkollektiv nun Stellung zu der umstrittenen Kampagne.

"Uns geht es darum, dass im Schengen-Raum, der ja für uns EU-Bürgerinnen und -Bürger Bewegungsfreiheit garantiert - zumindest noch -, für Geflüchtete Grenzen bestehen. (...) Und wir möchten dieses System ein bisschen brechen und ermuntern dazu, dem ein oder anderen Menschen aus Italien oder einem der sonstigen Randstaaten zu helfen, in einen der nördlichen Staaten zu kommen, wo die Umstände für Flüchtlinge und Migranten weitaus besser sind als in den völlig überlaufenen EU-Außenstaaten", so Thalbach.

Rechtliche Folgen werden heruntergespielt

Dass die Fluchthilfe rechtliche Folgen haben kann, bestätigt Thalbach, spielt die Gefahr für die Beteiligten jedoch herunter. Man habe sich mit Rechtsanwälten ausgetauscht und die Erkenntnis erlangt, dass man - sofern gewisse Vorsichtsmaßnahmen einhalten werden, lediglich mit einer Geldstrafe rechnen müsse, "oder sogar mit einem kompletten Freispruch , wenn es das erste Mal ist",  so Thalbach gegenüber dem BR.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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