Polizei beschlagnahmt Mercedes vor Duisburger Jobcenter

"Da ich nicht viel fahre, kann ich ihn auch von den Sozialleistungen bezahlen"

+
Eines der von der Polizei beschlagnahmten Autos in Duisburg. Ein Bild des angesprochenen Mercedes CLS liegt nicht vor.
  • schließen

Duisburg - Insgesamt sieben hochwertige Autos zog die Duisburger Polizei bei einer Kontrolle aus dem Verkehr. Sie vermutet Betrug, weil die teuren Fahrzeuge nicht mit dem Bezug von Sozialleistungen in Einklang zu bringen seien.

Update, Donnerstag 6.49 Uhr: Mercedes-Fahrer kassiert seit 10 Jahren Sozialleistungen

Am Dienstag führte Polizei und Duisburger Staatsanwaltschaft eine großangelegte Kontrolle vor Jobcentern im Stadtgebiet durch. Ihr Ziel: Ziel war es, Leistungsempfänger zu kontrollieren, deren Auto nicht wirklich zum Bezug von Sozialleistungen passt. 

Sieben hochwertige Autos wurden beschlagnahmt. Darunter neben einem BMW M3 auch ein nobler Mercedes CLS (Neupreis 60.000 Euro). Wie die Bild nun berichtet, beziehe der 32-jährige Fahrer des hochwertigen Mercedes bereits seit 2008 - also seit 10 Jahren - nahezu durchgängig Sozialleistungen. Der CLS - das Kennzeichen trägt die Anfangsbuchstaben seines Namens und sein Geburtsjahr - sei laut Bild nicht sein erstes teureres Auto. Zuvor wäre auf das Nummernschild bereits ein Porsche Cayenne angemeldet. In der Polizeiakte des 32-Jährigen sollen zudem Vermerke wegen Falschgeld, schweren Raubes und Handels mit Betäubungsmitteln beinhalten. Gegenüber Bild äußert der Mann: „Der Wagen gehört gar nicht mir, ich fahre ihn bloß. Da ich nicht viel fahre, kann ich ihn auch von den Sozialleistungen bezahlen ...“ Ansonsten wollte er nichts sagen. Nur: „Im Lotto habe ich jedenfalls nicht gewonnen ...“ 

In einem „einfachen Fall“ gibt es eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft. Wer gewerbsmäßig das Jobcenter betrügt, kann sogar zehn Jahre bekommen. Eine Sprecherin des Duisburger Jobcenters: „Autos werden bei Beziehern von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II als Vermögenswert behandelt. Zur Sicherung des Lebensunterhaltes müssen sie ggf. verkauft werden.“

Erstmeldung

Wer ein Luxusauto fahren kann, der sollte im Normalfall auch nicht auf Sozialleistungen angewiesen sein. Das dachte sich auch die Staatsanwaltschaft Duisburg und führte am Dienstag gemeinsam mit der Polizei zwischen 8 und 12 Uhr gezielte Kontrollen vor Duisburger Jobcentern durch. Ziel war es, Leistungsempfänger zu kontrollieren, deren Auto nicht wirklich zum Bezug von Sozialleistungen passt.

Mehrere Autos beschlagnahmt

Grund zur Annahme, dass es hier zu Fällen des Sozialbetrugs kommt, gab es bei den Kontrollen genug. Sieben hochwertige Autos stellten die Beamten sicher. Hier werden Strafverfahren eingeleitet, in denen geprüft wird, ob die Fahrer zu Unrecht Sozialleistungen erhalten. Zudem nahmen die Uniformierten auch ältere Wagen mit Mängeln unter die Lupe. Insgesamt zogen sie drei verkehrsunsichere Pkw aus dem Verkehr und erstatteten Anzeigen.

Weitere Strafanzeigen wegen verschiedener Delikte

Neben den gezielt untersuchten Autos konnte die Polizei bei den Kontrollen vor den Jobcentern außerdem einen Mann und eine Frau festnehmen, die bereits mit Haftbefehlen gesucht wurden Ein weiterer Fahrer wurde wegen Verkehrsdelikten festgenommen; er soll am Mittwoch im Rahmen des beschleunigten Verfahrens dem Amtsgericht vorgeführt werden. Hinzukommen weitere fünfzehn Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung bzw. Steuerdelikten oder Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz. 

mh

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT