Virus-Variante B.1.351

Corona-Mutation aus Südafrika in Deutschland: Das macht die neue Variante so gefährlich

Die Coronavirus-Mutation aus Südafrika ist jetzt auch in Deutschland nachgewiesen worden. Wie gefährlich sind die Virus-Varianten B.1.351 und die aus Großbritannien?

Jetzt ist es so weit: Die mutierte Variante B.1.351 des Coronavirus aus Südafrika ist in Deutschland nachgewiesen worden. Betroffen ist eine Familie aus Baden-Württemberg, die nach einem längeren Südafrika-Aufenthalt Mitte Dezember zurückgekehrt war. Wie das baden-württembergische Sozialministerium am 12. Januar mitteilte, ging die Familie aus dem Zollernalbkreis nach der Rückkehr in Quarantäne und ließ sich am fünften Tag testen.


Diese Corona-Tests fielen aber negativ aus, wie echo24.de* berichtet. In der folgenden Woche entwickelten einige Familienmitglieder aber milde Krankheitssymptome. In der Zwischenzeit berichtet das Sozialministerium von Baden-Württemberg von sechs Virus-Nachweisen in drei Haushalten.


Corona-Mutation aus Südafrika auch in Deutschland nachgewiesen

Die Sars-CoV-2 positive Abstrichprobe der zuerst erkrankten Person wurde an das Nationale Konsiliarlabor für Coronaviren in Berlin geschickt. Dann herrschte Gewissheit: Es ist die Corona-Mutation aus Südafrika B.1.351. Jetzt werden auch die Abstriche der Kontaktpersonen untersucht, die Ergebnisse stehen noch aus. Bereits am Montag war ein Fall der Corona-Mutation in Bottrop bekanntgegeben worden.

Die südafrikanische Regierung hatte den Angaben nach Mitte Dezember über die rasche Zunahme der Infektionen mit der Virus-Variante – auch als 501Y.V2 bekannt - informiert. Diese sei erstmals im August nachgewiesen worden. Auch in Großbritannien war eine Corona-Mutation registriert worden. Die Virus-Variante B.1.1.7 wurde inzwischen in etlichen Ländern nachgewiesen, in Baden-Württemberg war der erste Fall der Mutation an Heiligabend bekannt geworden*.

Die Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien sind wohl deutlich ansteckender als bisher bekannte Formen.

Beide Corona-Mutationen zeichnen sich durch Veränderungen im Erbgut aus. Diese haben laut der Deutschen Presse-Agentur Veränderungen beim Spike-Protein zur Folge, durch das das Virus an Körperzellen andockt, um in diese einzudringen.

Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien: Wie gefährlich sind die Virus-Varianten?

Die Corona-Variante aus Südafrika scheint nicht für schwerere Verläufe von Covid-19 zu sorgen und auch nicht tödlicher zu sein – Gleiches gilt für die Mutation aus Großbritannien, diese gilt aber als potentiell ansteckender. Der britische Premierminister warnte sogar davor, dass sie um bis zu 70 Prozent ansteckender sei als die bisher bekannte Version Sars-CoV-2. Auch die Corona-Mutation aus Südafrika gilt als potenziell ansteckender als die bislang in Deutschland verbreitete Variante. Erste Berichte ließen auch vermuten, dass die neuen Corona-Varianten vor allem für Kinder gefährlicher* sind. Belegt ist das aber noch nicht.

Die Erkenntnis „nicht tödlicher“ macht die Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika aber nicht weniger schlimm. Denn die schnellere Übertragbarkeit stellt eine große Gefahr dar. Wenn sich in kurzer Zeit deutlich mehr Menschen mit dem Virus infizieren, gibt es darunter natürlich deutlich mehr schwere und auch tödliche Verläufe. Besonders heftig: Laut einem Bericht der Bild machte die Variante B.1.351 aus Südafrika dort zuletzt bis zu 90 Prozent der Neuinfektionen aus!

Corona-Mutation aus Südafrika: Impfstoffe auch gegen Virus-Variante wirksam?

Die gute Nachricht: Das Spike-Protein ist auch das indirekte Ziel der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie von Moderna. Die Wirkweisen der Impfstoffe*: Sie regen Körperzellen an, dieses Protein herzustellen. Das spielt dem Körper eine Infektion vor, sodass das Immunsystem aktiviert wird und unter anderem Antikörper gegen das Protein bildet. Die Antikörper sollen später an das Spike-Protein binden und es so für die Abwehr als „feindlich“ markieren. Bislang gehen Experten davon aus, dass die Corona-Impfstoffe auch gegen die Mutationen wirksam* sind.

Wie die Tagesschau berichtet, hatte Impfstoff-Entwickler Biontech auch erklärt, man könne – bei Bedarf – innerhalb von sechs Wochen einen neuen Impfstoff entwickeln, der wirksam gegen die mutierten Varianten aus Großbritannien und Südafrika ist. Laut Bild.de könnte man die zugelassenen Impfstoffe aufgrund der mRNA-Technologie schnell anpassen.

Andreas Bergthaler vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erklärte gegenüber der dpa, entscheidend sei hinsichtlich der Corona-Mutationen derzeit, die Fallzahlen runterzubringen, um das Risiko für die Entstehung weiterer Varianten zu verringern. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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