Unfassbare Aktion in Braunschweig

Weil ihn der Lärm störte: Mann lässt Luft aus Reifen von Rettungswagen

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Braunschweig - Weil er sich durch den laufenden Motor eines Krankenwagens gestört wurde, ließ ein Anwohner kurzerhand die Luft aus dessen Reifen. Jetzt drohen Konsequenzen. 

Unglaubliches ereignete sich in der Nacht vom Sonntag, den 14. Juli, in Braunschweig. Wegen eines medizinischen Notfalls war dort mitten in der Nacht ein Rettungswagen im Einsatz. Durch die Geräusche des laufenden Motors des Fahrzeugs fühlte sich augenscheinlich ein Anwohner gestört, berichtet die Polizei Polizei Braunschweig in einer Pressemeldung. Der Motor eines Krankenwagens muss aber während eines Einsatzes laufen, um alle erforderlichen medizinischen Geräte mit Strom zu versorgen. 

Während die Sanitäter sich um ihren Patienten kümmerten, beschloss er, sich der störenden Situation selbst anzunehmen. Der 56-jährige Nachbar sei daraufhin auf das Fahrzeug zugegangen und habe das Ventil eines Reifens geöffnet, so die Polizei. Die Luft entwich dementsprechend komplett dem Reifen. 

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der das Ganze mitbekam, drängte den Anwohner vom Wagen weg. Als die gerufene Polizei eintraf, gab der 56-Jährige an, er habe den Motor ausschalten wollen. Weshalb er zu diesem Zweck das Ventil eines Reifens entfernte, ist nicht bekannt. Der Krankenwagen war durch den platten Reifen fahruntauglich und es musste ein zweiter Rettungswagen angefordert werden, um den Patienten sicher in eine Klinik transportieren zu können. 

Die unfassbare Aktion wird für den Mann rechtliche Konsequenzen haben. Gegen den Anwohner wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung und Verdacht der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel eingeleitet.

Nicht zum ersten Mal kam es durch Behinderung eines Rettungsfahrzeugs im Dienst. Erst im Juni sabotierte ein Unbekannter ein Fahrzeug des BRK in Bruckmühl, indem er Wasser in den Dieseltank schüttete. Das Fahrzeug wurde dadurch komplett fahrunfähig. 

Im August 2018 stand ein Berliner vor Gericht, weil er die Rettungskräfte dabei behindert haben sollte, die gerade einen kleinen Jungen wiederbelebten. Der Krankenwagen war ihm augenscheinlich beim Ausparken im Weg. Als die Sanitäter nicht aus dem Weg fuhren, beschädigte er den Seitenspiegel. Ebenfalls in Berlin stand am selben Tag ein weiterer Mann vor Gericht, der Pyrotechnik auf einen Krankenwagen geworfen und auf den Defibrillator gepinkelt hatte. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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