Panne in JVA

Häftling schweißt Gitterstäbe auf und seilt sich ab - Gefangener als Maskenmann bekannt?

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Berlin: Häftling schweißt Gitterstäbe auf und seilt sich ab (Symbolfoto).

In der Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel hat ein Gefangener zwei Gitterstäbe seiner Zelle aufgeschweißt und sich aus dem Fenster abgeseilt. Doch er baute noch weitere Geräte für die Flucht.

Update vom 1. Oktober: Berlin - Am Montag hatte ein Gefangener der JVA Tegel die Stäbe seiner Zelle aufgeschweißt. Die Beamten fanden ihn vor dem Zellengebäude. In seiner Zelle fanden sich laut Justizverwaltungssprecher Sebastian Brux Zitronennetze, Putzmittel und Backzutaten. Aus diesen mischte sich der Gefangene möglicherweise ein Mittel zum Schweißen. Jetzt werde geprüft, mit welchem Gemisch es gelang, die Gitterstäbe zu durchtrennen.

Berlin: Häftling bricht aus Zelle aus - Ist er als Maskenmann bekannt?

Der Gefangene hatte aus Tisch- und Stuhlbeinen seiner Zelle auch einen Wurfanker gebaut. Mit dem Anker und einem Seil aus Bettlaken habe er wahrscheinlich die Außenanlagen überwinden wollen, sagte Justizverwaltungssprecher Sebastian Brux am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Laut Brux war das ein aussichtsloses Unterfangen: „Er hätte es nur bis zum Freigelände geschafft, auf das er sowieso jeden Tag darf.“

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich um einen Mann handeln, der in der Region Berlin-Brandenburg als Maskenmann bekannt geworden war. Dies bestätigte die Justizverwaltung jedoch nicht. Im Maskenmann-Prozess hatte das Landgericht Frankfurt (Oder) im Jahr 2015 einen damals 47-Jährigen wegen Angriffs auf Millionärsfamilien und Entführung eines Managers zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann hatte bei den Taten 2011 und 2012 jedes Mal eine Art Imkermaske getragen.

Häftling schweißt Gitterstäbe auf und seilt sich ab

Ursprungsmeldung vom 30. September: Mitarbeiter der JVA hätten den 52-Jährigen vor dem Zellengebäude entdeckt, sagte ein Sprecher der Justizverwaltung am Montag. Zu dem Ausbruchsversuch soll es am frühen Montagmorgen gekommen sein. Der Gefangene habe aber noch nicht die äußeren Anlagen überwunden, betonte der Sprecher. 

Wie es dem Mann, der zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, gelungen ist, die Stäbe aufzuschweißen, war zunächst unklar. „Das ist außergewöhnlich. Das ist ein Vorfall, den wir untersuchen müssen“, sagte der Sprecher.

Die JVA-Tegel sorgte 2018 für Schlagzeilen. Gleiches gilt Ende 2019 für die JVA Bielefeld-Senne - die Haftanstalt hält in NRW einen traurigen Rekord.

dpa

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