Debatte in Berlin

Wildes E-Scooter-Parken auf Bürgersteigen: CDU sieht Problem - und hat radikale Forderung

+
Wegen Falschparken auf dem Sperrmüll? Die CDU in Berlin fordert das für E-Scooter.

Sie stehen im Weg und gefährden Fußgänger: Wild geparkte E-Scooter in Großstädten. Nun will die Berliner CDU konsequent handeln.

Berlin - Ob diese Idee sich durchsetzt - und vielleicht auch in anderen Städten Schule macht? Die einen feiern die seit dem Sommer durch deutsche Städte rollenden E-Scooter als „neue Mobilität“,  für die anderen sind sie einfach ein Ärgernis. Zum Beispiel, wenn sie auf dem Gehweg in der Quere stehen. Die Berliner CDU-Fraktion fordert nun, dass die Leihanbieter online über solche E-Scooter informiert werden und sie dann innerhalb von 24 Stunden abholen müssen.

„Andernfalls können die Roller auf dem Sperrmüll entsorgt werden“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Oliver Friederici. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Fürs E-Scooter-Fahren sind Gehwege ohnehin tabu. Wer es doch tut, riskiert ein Ordnungsgeld von 15 bis 30 Euro. Die CDU will dem Tagesspiegel zufolge prüfen lassen, ob das wilde E-Scooter-Parken auf Bürgersteigen ebenfalls mit einem Ordnungsgeld (ihr Vorschlag: 25 Euro) geahndet werden könne. 

E-Scooter in Berlin: Park-Verbot am Holocaust-Mahnmal

Anfang August gab es einen E-Scooter-Gipfel in Berlin. Die Grünen-Politiker Regine Günther (Verkehrssenatorin Berlins) und Stephan von Dassel (Bezirksbürgermeister Mitte) vereinbarten damals dem den E-Scooter-Anbietern, dass die Roller weder am Holocaus-Mahnmal noch am Brandenburger Tor abgestellt werden. Friederici sagte laut Berliner Morgenpost nun, das Ganze sei „sinnlos“ ohne Überwachung dieser Zonen. Am liebsten sei ihm an beiden Orten die Dauerpräsenz von Ordnungsamt-Mitarbeitern, so der CDU-Politiker.

Die Berliner Verkehrsverwaltung und die Anbieter hatten ohnehin vereinbart, es technisch unmöglich zu machen, einen E-Scooter am Holocaust-Mahnmal oder am Brandenburger Tor abzustellen. Die Geräte können so eingestellt werden, dass sie in Sperrzonen nicht fahren. Das anvisierte komplette Abstellverbot auf Gehwegen kommt erst später, so der die Berliner Morgenpost

München: E-Scooter-Kontrolle durch Polizei - Ärzte Chef warnt

Auch in München haben die E-Scooter das Stadtbild stark verändert - und schon kurz nach ihrer Einführung für eine großangelegte Verkehrskontrolle am Odeonsplatz gesorgt. Denn viele Fahrer halten sich nicht an die Promille-Grenze. Die Polizei zieht eine unerfreuliche Bilanz für München. Der Grund: Viele kennen offenbar die Regeln fürs E-Scooter-Fahren nicht. 

Kurios ist der Fall eines Mannes, auf seinem E-Scooter einen ganzen Kasten (!) Bier durch München transportierte. Zumindest das Netz lachte darüber. Und auch in München wächst der Frust über wild geparkte E-Scooter  - die Anbieter planen deshalb Maßnahmen. Nach ersten Todesfällen in Deutschland  forderte der Ärzte-Chef kürzlich ein Verbot der Geräte.

E-Scooter haben in München nun zu zehn Verletzten geführt - denn der Akku des Gefährts ging beim Laden in der Wohnung in Flammen auf.

frs

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT