Erst Abneigung, jetzt Vorsitzende

Merkel: "Mit der CDU will ich nichts zu tun haben"

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Steiler Aufstieg an der Seite des Einheitskanzlers: Helmut Kohl macht Angela Merkel 1991 zur Bundesministerin für Familie, Seniorin, Jugend und Frauen. Dabei wollte sie ein Jahr zuvor mit seiner Partei nie etwas zu tun haben.
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Berlin - Seit 15 Jahren ist Angela Merkel schon Vorsitzende der CDU. Zu diesem Jubiläum offenbarte "Die Zeit" nun, dass sie ursprünglich mit der SPD liebäugelte.

Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, sei ein Satz Merkels verbürgt, den sie Anfang 1990 sagte: "Mit der CDU will ich nichts zu tun haben!" 

Er fiel gegenüber Kolleginnen in ihrem Institut für Physikalische Chemie in Berlin, als sie ihnen verkündete, dass sie nun in die Politik gehe.

Das "Genossen-Du" störte sie

Noch brisanter ist aber, was "Die Zeit" weiter enthüllt: Laut der DDR-Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld wollte Merkel ursprünglich bei der SPD aktiv werden. Dort habe ihr aber das "Genossen-Duzen" missfallen und insgesamt sei es zu chaotisch zugegangen. So kam sie zum Demokratischen Aufbruch (DA), der im Oktober 1990 in der CDU aufging.

Abgrenzung zum Vater?

Mittlerweile ist Merkel seit 2000 Bundesvorsitzende der CDU. Die Spendenaffäre der Partei zwang Wolfgang Schäuble zum Rücktritt und machte den Weg für die erste Frau an der Spitze der CDU frei.

Dass aus Angela Merkel parteipolitisch eine Konservative wurde, ist auch für den letzten DDR-Ministerpräsidenten, Lothar de Maiziere (CDU), auf Anfrage der Wochenzeitung "erstaunlich". Er vermutet, dass sich dies "vielleicht auch in Abgrenzung zum Vater, der eine sehr starke Persönlichkeit und immer sehr links war", habe entwickeln können.

Unklar ist, woher Merkels frühe Abneigung gegenüber den Christdemokraten kam. Möglicherweise lag es daran, dass die Ost-CDU als Blockpartei in der DDR verrufen war. Mittlerweile allerdings hat sie die Partei stark geprägt und modernisiert. Man könnte sagen: Die CDU hat sich auf lange Sicht Merkel angepasst - nicht umgekehrt.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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