Tragisches Zugunglück von Bad Aibling

Neue Details: Fahrdienstleiter beging zwei fatale Fehler

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Bad Aibling - Fast zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling wird bekannt, dass der Fahrdienstleiter offenbar einen entscheidenden zweiten Fehler beging. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann glaubt, dass die Tragödie andernfalls womöglich noch hätte verhindert werden können.

Rund sieben Wochen nach dem tragischen Zugunglück von Bad Aibling werden nun neue Details zum Ablauf der Tragödie bekannt.

Beim Zugunglück von Bad Aibling soll der Fahrdienstleiter gleich zwei Fehler gemacht haben. Es sei eine ganz besonders tragische Verkettung von gleich zwei Fehlleistungen gewesen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der "Bild"-Zeitung. Der Mann hatte die eingleisige Strecke für zwei Züge gleichzeitig freigegeben.

Herrmann: "Aber da war es schon zu spät"

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Der Mann habe laut „Bild“ seinen Irrtum bemerkt und einen Warn-Funkspruch an die beiden Lokführer schicken wollen. Dann habe er einen Warn-Funkspruch zunächst an die falschen Empfänger abgesetzt, so Herrmann. „Er hat – möglicherweise aus Aufregung – jedoch die falsche Taste gedrückt. Der Funkspruch ging an die Fahrdienstleiter in der näheren Umgebung. Die haben sich daraufhin bei ihm gemeldet. Daraufhin schickte der Fahrdienstleiter einen zweiten Funkspruch an die Lokführer. Diesmal drückte er die richtige Taste, aber da war es schon zu spät“, berichtet Innenminister Herrmann. Demnach drückte er auf eine falsche Taste und informierte andere Fahrdienstleiter statt der Lokführer.

Höchstwahrscheinlich Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Wenig später stießen die beiden Meridian-Züge zusammen. Elf Menschen starben, 85 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Nach Aussage Herrmanns hätte das Unglück womöglich verhindert werden können, wenn der erste Funkspruch bei den Lokführern angekommen wäre. Einen technischen Defekt konnte die Staatsanwaltschaft bereits wenige Tage ausgeschlossen werden. Auch ein fehlerhaftes Funknetz konnte zwischenzeitlich ausgeschlossen werden. Nun laufe es auf eine Anklage des Fahrdienstleiters wegen fahrlässiger Tötung hinaus.

mh mit Material der dpa

Quelle: mangfall24.de

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