Anstieg um vier Prozent

Zahl der Schulschwänzer steigt

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In Bayern gab es im Vergleich zum Vorjahr vier Prozent mehr Schulschwänzer.

München - Die Zahl der Schulschwänzer in Bayern ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent angestiegen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband fordert, das Problem pädagogisch anzugehen.

In Bayern schwänzen mehr Schüler den Unterricht als noch im Vorjahr. 2 362 Schulschwänzer registrierte die Polizei im Schuljahr 2012/2013 - gut vier Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus der Schulschwänzerstatistik hervor, die das Bayerische Innenministerium am Dienstag vorstellte.

In 2.127 Fällen wurde die Polizei auf Bitten der Schulbehörden tätig. Bei rund der Hälfte davon stellte sich heraus, dass die Schüler zwar unentschuldigt, aber berechtigterweise dem Unterricht fern blieben, etwa weil sie krank waren. Genauere Zahlen gibt es laut Innenministerium nicht.

235 Schüler griff die Polizei eigeninitiativ auf, vor allem an Jugendtreffpunkten. In Bayern gilt eine zwölfjährige Schulpflicht. Um diese durchzusetzen, geht die Polizei im Rahmen der Schulschwänzerinitiative immer härter gegen Schulschwänzer vor. Viele werden mit dem Streifenwagen zurück in die Schule gefahren.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht das kritisch: „Man kann mit dieser Maßnahme Kinder einschüchtern, aber lösen muss man das Problem pädagogisch“, sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel der Nachrichtenagentur dpa. Schwänzen sei ein Problem bei allen Schularten. Viele Kinder schwänzten, weil sie sich an den Schulen nicht geborgen und angenommen fühlten. Hier müsse die Schulpolitik mehr tun. „Wenn das nicht gelingt, werden wir immer mehr Schulschwänzer haben“, sagte Wenzel.

dpa

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