BI "Chiemgauer Seenplatte - gegen Gasbohren" gegründet

"Wollen keine Erdgasbohrung!"

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Der Langbürgner See: In 2400 Meter Tiefe soll nach Erdgas gebohrt werden.

Rimsting - "Wir alle wollen keine Erdgasbohrung haben, gleich an welcher Seite des Langbürgner Sees", so der einmütige Tenor einer Info-Veranstaltung.

Am Ende der dreistündigen von der Rimstinger Gemeinderätin Mary Fischer initiierten Versammlung im Rimstinger Feuerwehrhaus wurde von über 90 Prozent der Versammlungsteilnehmer eine Bürgerinitiative gegen eine Erdgasbohrung am Langbürgner See gegründet. Die Besucher kamen auch aus Prien, Bernau, Bad Endorf, Höslwang und Hemhof. Die Versammlung einigte sich auf den Namen "Bürgerinitiative Chiemgauer Seenplatte - gegen Gasbohren".

Neue Bürgerintiative gegründet

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Rund 90 Prozent der Besucher trugen sich in eine Liste ein, um eine Bürgerinitiative zu gründen. Aus der Versammlung erklärten sich über 20 Personen bereit, einen Arbeitskreis zu bilden, der dann alle Schritte gegen das Projekt erarbeiten soll. Als erste Aktion soll Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der Chiemsee Konferenz des Abwasser- und Umweltverband Chiemsee am Montag, 19. November, um 10 Uhr im Gasthof "Kampenwand" in Bernau eine Petition gegen eine Erdgasbohrung am Langbürgner See übergeben werden.

Gerhard Kolbeck von der Bürgerinitiative (BI) Breitbrunn freute sich, dass eine eigene BI in Rimsting gebildet und nicht - wie von einigen Teilnehmern der Versammlung gewünscht - mit der in Breitbrunn zusammengegangen werden soll. Die beiden Initiativen sollen jedoch unter einem gemeinsamen Dach wirken.

Der Sprecher war der Meinung, wenn rund 30.000 Bürger rund um die Seenplatte bei nur einer Bohrung eine 100-prozentige Gefährdung des Trinkwassers befürchten, dass dann dieses Projekt vom Staat verhindert werden müsse. Als wichtig und nützlich sah Kolbeck auch den Druck auf Politiker an, da 2013 Landtagswahlen bevorstehen.

Aus dem Archiv: Demo in Bad Endorf

Demonstration gegen Erdgasbohrungen am Langbürgner See

Auf die Frage aus der Versammlung nach den nächsten Schritten des Bohrunternehmens erklärte Kolbeck, dass derzeit die Vermessungen laufen, da die Firma die notwendigen Grundstücksverträge für die Bohrung und die Zufahrt positiv abgeschlossen hat. Nach der Ausarbeitung der Planung werde der Antrag auf Bohrung beim Bergamt Südbayern für eine Genehmigung gestellt.

Die Gemeinden würden dann als Träger öffentlicher Belange angehört. Einziger Pferdefuß, und das gelte nur in Bayern, sei nach Meinung von Kolbeck die mögliche Gefährdung des Trinkwassers. Und so könnte seitens des Wasserrechts Einspruch erhoben werden. Nur so könnte - so Kolbeck - das Projekt noch zu Fall gebracht werden.

Wiederholt kam in der Versammlung die aus dem vorigen Jahrhundert stammende Gesetzgebung für das Bergrecht zu Sprache. Es sei überholt und gehöre den heutigen Gegebenheiten angepasst, wurde von mehreren Sprechern gefordert.

Am Samstag Demonstration

Heute findet übrigens ab 10 Uhr eine Demonstration, organisiert von der "Bürgerinformation Langbürgnersee", gegen die geplanten Erdgas-Bohrungen an der Eggstätter Seenplatte statt. Die Bohrungsgegner treffen sich wieder am Bad Endorfer Kirchplatz.

th/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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