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Gericht kippt Allgemeinverfügung

„Problemwolf“ darf doch nicht entnommen werden

„Problemwolf“ darf doch nicht entnommen werden

Regierung von Oberbayern für „Entnahme“

Wolfs-Abschuss genehmigt, Streit programmiert: Bund Naturschutz wird wohl klagen

Das Thema Wolf sorgt weiter für Wirbel.
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Das Thema Wolf sorgt weiter für Wirbel.

Umweltschützer sind überrascht: Die Regierung von Oberbayern hat den Abschuss eines Wolfes im Chiemgau genehmigt. Das sorgt für Streit.

München/Traunstein – Das ursprünglich aus Italien stammende Tier mit dem genetischen Code GW2425m solle „entnommen“ werden, wie es in der Behördensprache heißt. Unter anderem hatte der Wolf mehrere Weide- und Wildtiere in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land gerissen. Ein Video zeigte, wie er durch die Straßen von Bergen (Landkreis Traunstein) lief.

Wer den Wolf abschießen darf und wie man ihn angesichts andauernder Wolfs-Durchzüge in der Region überhaupt identifizieren will, ist jetzt die Frage. Nähere Informationen zum Abschuss-Prozedere soll eine Allgemeinverfügung enthalten, die die Regierung wahrscheinlich am Montag erlassen wird. Darin werde auch stehen, „welche Jagdausübungsberechtigten den Abschuss vollziehen dürfen“, sagte der Pressesprecher der Regierung, Wolfgang Rupp.

Die Agrarexpertin der Landtags-Grünen, Gisela Sengl, hält das für falsch. „Der politische Druck war so groß, da war die Entscheidung keine Überraschung“, sagt Sengel. Emotional habe sie volles Verständnis für die Bauern. Ihr Ziel sei es, miteinander wieder ins Gespräch zu kommen: „Wir brauchen den Dialog!“

Senge vermutet, dass der betroffene Wolf ohnehin schon längst weg sei. Zumal Ausrottung nicht das Ziel sein könne, sondern nur die Koexistenz. „Es ist unrealistisch zu sagen, dass wir wieder wolfsfrei werden.“ Mit durchziehenden Wölfen sei wohl immer wieder zu rechnen.

„Expertenkommission“ entscheidet

Sprecher Rupp verwies indes auf eine „Expertenkommission“ beim Bayerischen Landesamt für Umwelt. Sie habe festgestellt, dass sich das Tier wiederholt in unmittelbarer Nähe bewohnter Häuser aufgehalten habe. Mit dem Abschuss solle eine Gefährdung von Menschen vermieden werden. Die Besetzung der Kommission ist Geheimsache – „Fachleute aus Landwirtschaft und Naturschutz“, sagt Rupp. „Namen nennen wir nicht“ – auch aus Schutz vor Anfeindungen.

Die Genehmigung genau unter die Lupe nehmen will der Bund Naturschutz. „Wir werden uns den Bescheid anschauen und wahrscheinlich klagen“, sagte der Wolfsexperte des BN, Uwe Friedel. „Wir sind fachlich sehr überrascht.“ Die Begründung, eine Gefährdungslage für den Menschen könne nicht ausgeschlossen werden, „ist für uns derzeit nicht nachvollziehbar“.

„Nie Menschen bedroht“

Und weiter sagte Friedel: „Es gab nie Berichte darüber, dass er Menschen bedroht oder gar angegriffen hätte.“ Allein eine Gefährdung für Weidetiere reiche als Begründung nicht aus. Friedel fügte aber auch an: Liege wirklich „eine Bedrohung für den Menschen vor, müsste man den Abschuss auf jeden Fall erwägen“.

Eine betroffene Landwirtin begrüßt indes die Entscheidung: „Das ist eine gute Nachricht!“ Drei trächtige Ziegen hatten infolge der Wolfsattacke ihre Jungen verloren. Es sei damit zu rechnen, dass der Wolf wiederkomme. „Mir geht’s immer noch nicht gut damit, wenn ich dran denke, dass ein Wolf vor der Haustür war.“ Denn: „Ein Großteil unserer Weiden ist nicht zäunbar.“ Ihren Namen möchte sie nicht mehr in der Zeitung lesen – denn nach den ersten Berichten über die Wolfsattacke auf ihren Hof habe sie viele unerfreuliche Zuschriften erhalten.

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