„Es gleicht einem Schlachtfeld“

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Der Morgen nach der Explosion: „Es gleicht einem Schlachtfeld“.

Inzell - Die Leichen der Hausbesitzer wurden um 6 Uhr morgens aus den Trümmern ihres explodierten Wohnhauses geborgen. War es eine Verzweiflungstat des Rentnerpaares? Wir sind vor Ort und berichten LIVE. ++ Video: Ein Nachbar erzählt++ Video: Nach der Explosion++ Chronik: Explosionen in Deutschland ++

Video: Ein Nachbar erzählt

Video: Nach der Explosion

Zunächst wurde eine männliche Leiche aus den Trümmern geborgen, kurz darauf wurde eine weitere Leiche gefunden. Jetzt steht fest, dass es sich um den 75-Jährigen Hausbesitzer und seine 67-jährige Ehefrau handelt. Das Ehepaar zog vor etwa 15 Jahren nach Inzell.

Ein Nachbar sagte, er habe wenig Kontakt zu dem Ehepaar gehabt. Es gab häufiger Unstimmigkeiten, auch mit anderen Anwohnern.

Fotos: Am Tag nach der Explosion

Trümmerfeld nach Explosion

Unsere Reporterin Christina Hartl berichtet, dass die Umgebung des Hauses einem Schlachtfeld gleicht. Bis in die Nachbarsgärten liegen Ziegel und Holzteile verteilt. Breitmoos hat etwa 100 Einwohner, das Haus stand mitten in einer Wohngegend. Anwohner stehen an der Unglücksstelle, die Leute sind fassungslos. "Balken liegen übereinander, überall liegen Dachziegeln und Trümmer, es riecht verbrannt", beschrieb es ein Polizeisprecher. "Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und so ähnlich war es ja auch."

Fotos: Wohnhaus in Schutt und Asche

Wohnhaus abgebrannt

Warum es kurz vor zwei Uhr in die Luft flog, sei noch unklar. Nach Angaben des Sprechers war das 1992 erbaute Gebäude nicht an die öffentliche Gasversorgung angeschlossen. Die Polizei ermittelt, ob Sprengstoff im Spiel war und das Gebäude mit Absicht gesprengt wurde. Das Haus sollte am Dienstag für 500.000 Euro versteigert werden, es fand sich kein Käufer.

Die Explosion in der Nacht sei so heftig gewesen, dass umliegende Häuser und geparkte Autos durch umherfliegende Teile beschädigt wurden. In den Nachbarsgebäuden wurde niemand verletzt. Der Sachschaden beträgt mehrere Hundertausend Euro.

Fotos: Umgebung verwüstet

Wohnhaus in Inzell explodiert

Unmittelbar nach dem Knall stand das Haus in Flammen . Wie die Polizei in Rosenheim mitteilte, hatten zahlreiche Anwohner die Notrufnummer gewählt. 150 Rettungskräfte waren vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen bewohnten die Eheleute das Haus allein.

Das Haus des Paares ist Baujahr 1992. Die Rentner hatten es erst 2000 gekauft. Schon damals war es - nach Informationen der Münchner tz - mit einer ungewöhnlich hohen Grundschuld belastet. Untypisch für eine Altersicherung. Am Dienstag sollte das Anwesen, ein Einfamilienhaus mit 184 Quadratmetern Wohn- und rund 11.000 Quaratmetern Grundstücksfläche, unter den Hammer. Zwangsversteigerung! Die Bank, die die Hand auf der Immobilie hatte, wollte 270.000 Euro Mindestgebot. Der Wert des Hauses mit drei Terassen und unverbaubarem Bergblick in Südlage hatte etwa beim Doppelten gelegen. Es fand sich trotzdem kein Bieter für den Mindestbetrag. Ein neuer Versteigerungstermin hätte frühestens im Januar 2010 stattgefunden. Solange hätte das Paar wohl sicher in seinem Zuhause bleiben können.

Lesen Sie hierzu auch:

Chronik: Schwere Explosions-Unglücke in Deutschland

Quelle: rosenheim24.de

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