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Wiesnbierprobe: Das Urteil der Braumeister

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Jannik Inselkammer (l-r), Mitinhaber von Augustiner-Bräu, Andreas Steinfatt, Geschäftsführer von Paulaner, Michael Möller, Brauereidirektor von Hofbräu, Maria Neffzeller, verkleidet als Münchner Kindl, der Wappenfigur von München, Günther Kador, Vorstand der Brauerei Löwenbräu, Heiner Müller, Geschäftsführer von Paulaner und Jörg Lehmann, Geschäftsführer von Spatenbräu.

München - Schlank, sanft, sehr selbstständig, authentisch - wenn es um “ihr“ Wiesnbier geht, kommen die Münchner Braumeister schon mal ins Schwärmen. Bei der Oktoberfestbierprobe nippten sie zusammen mit den Wirten um die Wette.

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Fast vollzählig versammelten sich die Münchner Brauereivertreter und Wiesn-Wirte am Montagabend im Bier- und Oktoberfestmuseum. Galt es doch, wenige Tage vor dem Anstich die Qualität jedes einzelnen Gerstensaftes zu prüfen. Nur die großen Münchner Brauereien dürfen das Oktoberfest beliefern. Alljährlich brauen sie - stets nach dem Reinheitsgebot von 1516 - ihr eigenes Wiesn-Bier. “Das älteste Lebensmittelschutzgesetz ist das Reinheitsgebot“, sagt Vorsitzende des Vereins Münchner Brauereien und Paulaner-Chef, Andreas Steinfatt.

Das helle Oktoberfestbier hat nicht nur mehr Stammwürze als normales Bier, auch der Alkoholgehalt ist mit 5,7 bis 6,3 Prozent gut einen Prozentpunkt höher. Das bekommen die Gäste zu spüren, denn in den vollen und schwül-warmen Wiesn-Zelten trinkt es sich leicht. Und weniger als eine Maß Wiesnbier - also ein Liter Bier - ist nicht zu haben.

Beim Bier-Vergleich sind alle Sinne gefragt: Erst werden Farbe, Aussehen und Geruch geprüft, dann erst rinnt der Tropfen durch Mund und Kehle. Bierqualität ist sogar hörbar. “Einen guten Bierschaum kann man erkennen, indem man ihn ans Ohr hält“, verrät Braumeister Werner Mayer von Augustiner. “Wenn man nichts hört, ist es ein gutes Zeichen.“ Ein Knistern würde den Zerfall des Schaumes anzeigen - das Bier hat keine stabile Schaumkrone.

Eine feine Bisquitnote entdeckt Braumeister Rolf Dummert von Hofbräu in seinem frischen Oktoberfestbier. “Es ist wie ein Feingebäck“, schwärmt er. An Karamell, reifen Apfel oder auch frisches Brot erinnert der Gerstensaft seine Kollegen. Das beste Bier ist natürlich immer das eigene.

Diplomatisch drückt es Wirtesprecher Toni Roiderer aus: “Wir haben das Glück, dass wir auf dem Münchner Oktoberfest das beste Bier der Welt haben.“ Das Oktoberfest, so Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD), sei ohnehin ein Gesamtkunstwerk. Und angesichts der häufig kritisierten schlechten Schankmoral merkt er an: “Der Schaum ist auch ein Bier.“

Das größte Volksfest der Welt beginnt am Samstag (17. September). Bis zum 3. Oktober werden rund sechs Millionen Gäste auf der Münchner Theresienwiese erwartet; rund sechs Millionen Liter Bier werden durch ihre durstigen Kehlen rinnen. Im vergangenen Jahr zum 200-jährigen Jubiläum des Oktoberfests war der Bierkonsum auf rekordverdächtige 7 Millionen Liter gestiegen.

dpa

Quelle: Oktoberfest live

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