Die Wiesn hat ihre eigene Währung

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Hauptsache Marken! Auch im Augustinerzelt von Wirt Thomas Vollmer (mit Wiesn-Bedienung Petra Steger) sind die Gutscheine beliebt.

München - Freizeichen für Bier und Hendl sind die begehrteste Währung auf der Wiesn. Am liebsten bezahlen die Wiesnbesucher mit Marken! Was die Marken so beliebt macht:

„Für die Gäste haben die Marken einen hohen ideellen Wert – höher, als der eigentliche Gegenwert in Euro“, erläutert ­Augustiner-Wirt Thomas Vollmer.

Auch Petra Steger, Bedienung in der Brauerei-Box im Augusti­nerzelt, kann das bestätigen: „Die Gäste sind unheimlich stolz, wenn sie mit Marken zahlen können. Die meisten geben auch ein besseres Trinkgeld als Barzahler.“ In der Brauerei-Box sind die Marken-Zahler ohnehin in der Überzahl: „In meinem Bereich zahlen höchstens 20 Prozent der Gäste in bar. Die meisten Tische sind Firmenreservierungen“, so die Wiesn-Bedienung.

In einigen Zelten sind die Firmenreservierungen im Zuge der Wirtschaftskrise zurückgegangen – nicht im Augustinerzelt. „Bei uns reservieren traditionell Münchner Handwerksbetriebe und Mittelständler. Da lässt es sich der Chef trotz Krise nicht nehmen, seinen Mitarbeitern einen Wiesn-Besuch zu spendieren“, sagt Vollmer.

Für die meisten Firmen gehört es zur Tradition, gemeinsam auf die Wiesn zu gehen. Wieviel der Zeche dabei der Arbeitgeber übernimmt, ist ganz unterschiedlich: Manche Unternehmen bezahlen die komplette Rechnung der Angestellten – so etwa bei Toshiba Europe (siehe unten).

Andere Firmen wie Vodafone reservieren die Plätze im Festezelt und lassen zwei Bier- und eine Hendlmarke springen – wer mehr konsumiert, muss selbst zahlen. Zwei Bier und ein halbes Hendl zahlt auch MAN SE aus Schwabing. „Die 200 Mitarbeiter werden eingeladen, und wir gehen am Nachmittag gemeinsam auf die Wiesn. Von den Mitarbeitern wird das sehr gut angenommen“, sagt Sprecher Dominique Nadelhofer.

Auch die Stadtsparkasse München lädt ihre Mitarbeiter und Pensionäre traditionell zum gemeinsam Wiesn-Besuch ein. In diesem Jahr hat sie an sieben verschiedenen Tagen Plätze im Armbrustschützenzelt reserviert – als kleines Dankeschön erhält jeder Mitarbeiter zum Oktoberfestbesuch je zwei Bier- und eine Hendlmarke.

Bei der Allianz gibt es zwar weder Marken noch einen Firmen­besuch auf der Wiesn, dafür aber einen „Wiesntag“, an dem die Angestellten eine Stunde früher die Arbeit niederlegen dürfen. Andere Firmen verteilen Freizeichen an ihre Mitarbeiter, die sie dann nur bei einem privaten Wiesn-Besuch einlösen können.

„An den letzten Wiesn-Tagen werden die meisten Marken eingelöst“, sagt Bedienung Petra. Im Freibier-Rausch sind die Gäste besonders großzügig: „Ich habe am letzten Wiesn-Tag mal von einem Gast 100 Euro Trinkgeld in Form von Marken bekommen – er hätte sie ja eh nicht mehr einlösen können.“

SH, SKA, NBA, CS

Quelle: Oktoberfest live

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